Grenchen
Kinder lernen im Lindenhaus die Kunst des Improvisationstheaters

Schauspielerin und Theaterfrau Sandra Sieber führt einen Ferienkurs Improvisationstheater für Kinder durch. Durch spielerische Übungen soll das Zusammenspiel auf der Bühne erlernt und gefördert werden.

Oliver Menge
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Improvisations-Theaterkurs im Lindenhaus für Kinder mit Theaterfrau Sandra Sieber
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Improvisations-Theaterkurs im Lindenhaus für Kinder mit Theaterfrau Sandra Sieber
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Improvisations-Theaterkurs im Lindenhaus für Kinder mit Theaterfrau Sandra Sieber
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Improvisations-Theaterkurs im Lindenhaus für Kinder mit Theaterfrau Sandra Sieber
Improvisations-Theaterkurs im Lindenhaus für Kinder mit Theaterfrau Sandra Sieber
Improvisations-Theaterkurs im Lindenhaus für Kinder mit Theaterfrau Sandra Sieber

Improvisations-Theaterkurs im Lindenhaus für Kinder mit Theaterfrau Sandra Sieber

Acht Kinder, sechs Mädchen und zwei Buben im Alter zwischen 6 und 9, sitzen im Kreis am Boden. Sandra Sieber erklärt die Aufgabe: Jemand fängt an mit zählen und nennt die erste Zahl. Jemand anderes nennt - alleine - die zweite Zahl, ein weiteres Kind die nächste und so weiter, bis man auf zehn gezählt hat.

Die Übung beginnt immer wieder von neuem, wenn zwei oder mehr Kinder zusammen die nächste Zahl nennen, denn es geht darum, auch Geduld zu haben und zu warten. Den Moment «spüren», wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, etwas zu sagen.

Dass die Übung nicht gelingt, weil meist schon bei «zwei» mehrere Kinder gleichzeitig die Zahl in die Runde werfen, ist nicht so wichtig. Es wird auch nicht das letzte Mal in den vier Kurstagen sein, wo Sandra Sieber auf spielerische Weise versucht, den Kindern einige Grundprinzipien des Zusammenspiels auf der Bühne mitzugeben.

Aufeinander zu hören, einander Raum geben und darauf zu achten, was die anderen machen.

Die nächste Übung zielt in dieselbe Richtung: Zu Musik bewegen sich die Kinder im Raum, mal als «alter Mensch», mal hüpfend auf einem Bein. Was zu tun ist, bestimmt jeweils ein Kind. Ein anderes Kind stoppt die Musik und es geht darum, sofort in der Bewegung zu verharren. Auch hier ist Aufmerksamkeit gefordert.

Fortsetzung der Schullektionen

Der Theaterkurs der Theaterfrau im Lindenhaus ist eine Fortsetzung der Theaterlektionen, welche in den letzten zwei Jahren für Schülerinnen und Schüler der 1. bis 4. Klasse angeboten wurden. Zwei Lektionen pro Woche standen auf dem Stundenplan. Einen Teil der Kosten übernahmen die Eltern selber, den Rest übernahm die Schule.

Diese Lektionen fielen dem Spardruck zum Opfer und wurden gestrichen. In der Folge hat Iris Minder, die die Lektionen zusammen mit Sandra Sieber angeboten hatte, ihr Kindertheater Blitz wieder reaktiviert und Sandra Sieber bietet die Theaterkurse im Lindenhaus an.

Der aktuelle Kurs findet während vier Tagen statt und soll in den Frühlingsferien im nächsten Jahr weitergeführt werden. «Die Nachfrage und das Interesse am Theaterspiel sind gross», erklärt die Kursleiterin.

Vor der Pause entwickeln die Kinder in zwei Gruppen ein kleines Stück. Die Aufgabe: Innert 10 Minuten eine Szene gestalten, in der Streit, Ausgrenzung und Versöhnung oder Lösung des Konflikts vorkommen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die eine Gruppe entscheidet sich für die Darstellung einer Familie, die auf dem Weg in die Ferien von einem nervtötenden Bekannten mit dummen Fragen gelöchert wird, deshalb das Flugzeug verpasst, schliesslich aber doch mit Gepäck in Italien ankommt.

Bei der zweiten Gruppe führt ein mutwillig zerstörter Fussball zum Konflikt, der dann aber doch gütlich bereinigt werden kann. Beide Vorstellungen ernten viel Applaus bei der anderen Gruppe. Sandra Sieber weist kurz auf verschiedene Elemente hin, welche die Geschichte noch besser rüberbringen würden.

Die meisten der Kinder haben bereits Erfahrungen im Theater gemacht: Sie sind unverkrampft und haben kein Lampenfieber, das Ganze ist ein Spiel für sie. Das könnte sich eventuell noch ändern: In den vier Kurstagen will man gemeinsam ein kleines Stück erarbeiten, das dann am letzten Tag den Eltern vorgespielt wird.