Tagesstrukturen Grenchen
Kinder können am Mittagstisch aus dem Vollen schöpfen

Mit der neuen Tagesstruktur im Schulhaus Kastels gibt es jetzt in allen Grenchner Primarschulhäusern einen Mittagstisch.

Andreas Toggweiler
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Tagesstrukturen im Schulhaus Kastels Grenchen Das Essen wird vom Restaurant im Velodrome angeliefert
28 Bilder
Stadtpräsident François Scheidegger und Gesamtschulleiter Hubert Bläsi besuchen die Tagesstrukturen. Schulleiterin Ruth Bieri und die Leiterin der Tagesstrukturen Grenchen, Caroline Zweili sowie Mitarbeiter Matthias Zurbuchen führen durch die Räumlichkeiten.
Die Küche
Caroline Zweili und Ruth Bieri
Ruth Bieri und Hubert Bläsi
Händewaschen ist in diesen Tagen besonders wichtig
François Scheidegger und Ruth Bieri
Die Kids treffen ein und setzen sich an ihren Platz
Schulleiterin Ruth Bieri unterhält sich mit Kindern
Die Menü-Tafel
Dem Stadtpräsidenten scheint es wohl zu sein
Coole Gesten für den Fotografen
Tagesstrukturen im Schulhaus Kastels Grenchen
13 Kinder sind heute beim Mittagstisch
Trutenschnitzel an Paprikasauce, Wildreis, Erbsli und Rüebli
Tischweise wird gefasst
Dann lässt man es sich schmecken
Matthias Zurbuchen hilft beim Aufessen
Klingt die Klangschale, herrscht absolute Ruhe
"Hat es geschmeckt?"
Nach dem Essen werden die Zähne geputzt
Anschliessend darf getöggelet werden
oder gemalt

Tagesstrukturen im Schulhaus Kastels Grenchen Das Essen wird vom Restaurant im Velodrome angeliefert

Oliver Menge

Vor der ehemaligen Abwartswohnung im Schulhaus Kastels fährt um 11.30 Uhr ein Stationswagen vor. Ein Mitarbeiter des Velodrome Restaurants entlädt einen Trolley mit Wärmeisolierung, der von Matthias Zurbuchen, Mitarbeiter der Tagesstruktur im Schulhaus Kastels, in Empfang genommen wird. Er enthält die Mahlzeiten für den Mittagstisch im Primarschulhaus Kastels.

Seit dem vergangenen 16. September können hier Kinder aus dem Quartier, die im «Kastels» zur Schule gehen, ihre Mittagsmahlzeit einnehmen – und mehr. Angeboten werden auch ein Frühstückstisch, Aufgabenhilfe und Betreuung der Kinder bis spätestens 18 Uhr Abends. Die Angebote können durch die Eltern nach Bedarf gebucht werden.

Jetzt Tagesstrukturen in allen Primarschulhäusern

«Wir sind gut gestartet im Kastels», zieht Caroline Zweili Bilanz. Sie ist die Verantwortliche der Tagesstrukturen Grenchen und führt in dieser Eigenschaft ein elfköpfiges Team, welches für die familienergänzenden Leistungen der Grenchner Schulen in den drei Quartierschulhäusern Eichholz, Halden und neu Kastels zuständig ist. Mit dem neuen Angebot verfügen nun alle Grenchner Primarschulhäuser über Tagesstrukturen.

Stadtpräsident François Scheidegger und Gesamtschulleiter Hubert Bläsi nahmen gestern zusammen mit Schulleiterin Ruth Bieri einen Augenschein in der Lokalität, wo die Kinder betreut werden. Sie wurde zu diesem Zweck sanft umgebaut, enthält Garderobenelemente, WCs und Waschgelegenheiten, zwei Spielzimmer, eine Büro-Ecke für den Leiter, Tische, um Aufgaben zu erledigen, den Esssaal und natürlich eine Küche. Auch den grossen, verglasten Balkon können die Kinder zum Spielen benützen.
Die Tische sind gedeckt, alles ist parat. Nach dem Läuten der Pausenglocke tröpfeln die ersten Kids herein, waschen sich die Hände und setzen sich an den Platz mit ihrer Namenskarte. 13 Kinder sind heute zum Essen vorgesehen. Es sind nicht jeden Tag gleich viele, je nach dem vom Elternhaus gebuchten Package.

Sozialtarif gilt


Für die Tagesstrukturen wird mit Ausnahme des Mittagessens (für alle 11 Fr.) ein Sozialtarif bei den Elternbeiträgen angewandt. Der Preis für eine Betreuung durch das ganze vierstufige Package (durchgehende Betreuung von 6.30 Uhr bis 18 Uhr) variiert so je nach Staatssteuerhöhe der Eltern zwischen 21,90 Fr. und 60,05 Fr. pro Tag. Der Sozialtarif gilt bis zu einer Staatssteuerhöhe von 9000 Fr. (at.)

Caroline Zweili läutet eine Glocke und es wird still im Saal. Sie begrüsst die Kinder, stellt ihnen die Gäste vor und orientiert über die richtige Handdesinfektion im Zusammenhang mit den aktuellen Behördenmassnahmen zum Coronavirus.

«Gesunde und ausgewogene Ernährung»

Dieses scheint die Kinder ansonsten nicht gross zu beschäftigen. Auf die Frage, ob er Hunger hat, nickt der zehnjährige Amaël heftig. Das Menu sagt ihm zu: heute gibts Trutenschnitzel mit Paprikasauce, Wildreis und Erbsli+Rüebli. «Wer weiss, was das ist, Wildreis?», fragt Zweili die Kinder. Die richtige Antwort lässt nicht lange auf sich warten.

Man lege Wert auf gesunde und ausgewogene Ernährung, erklärt Zweili. Aus Rücksicht auf Muslime wird kein Schweinefleisch serviert. Fragt man die Kinder, sagen sie, es werde gut gekocht. Doch erwartungsgemäss haben nicht alle alles gern. Manche würden am liebsten nur Pommes essen, oder Spaghetti. Ausser Jenny (10 Jahre). «Ich esse alles, ausser man serviert mir Fledermäuse» meint sie lachend.

Dessert gibts einmal pro Woche

Nachdem die Kinder (und die erwachsenen Gäste) auf den Glockenschlag hin wieder ruhig sind, wird eine Fassstrasse gebildet. Zweili und Zurbuchen geben die Mahlzeiten aus. Alles läuft ruhig und geordnet ab. Wer nach dem ersten Teller noch Hunger hat, darf Nachschlag holen. Getrunken wird ausschliesslich Hahnenwasser. Dessert gibts einmal pro Woche.

Nach dem Essen müssen alle die Zähne putzen. Zwei Kinder helfen im Turnus beim Abräumen und beim Abwasch. Um zehn nach eins brechen viele wieder zur Schule auf. Wer noch keinen Unterricht hat, darf spielen, zeichnen, lesen - was ihm oder ihr Spass macht.