Bettlach
Keine Zeitmessung, aber Gutscheine am 22. Bettle Silvesterlauf

Etwa drei Dutzend Frauen und Männer jeden Alters starteten am «22. Bettle Silvesterlauf». Im Gegensatz zu anderen Läufen wird in Bettlach am Start nicht mit den Ellenbogen um die besten Startpositionen gerangelt.

Hans-Peter Schläfli
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Die Teilnehmer am Bettle Silvesterlauf vor dem Start

Die Teilnehmer am Bettle Silvesterlauf vor dem Start

Hans-Peter Schläfli

Gesünder essen und mehr Sport treiben, das waren auch dieses Jahr wieder die Spitzenreiter der Hitparade der guten Vorsätze, die sich Herr und Frau Schweizer für das neue Jahr vorgenommen haben. Aber das bunte Häufchen, das sich gegen Mittag des letzten Tages des vergangenen Jahres beim Bettlacher Schützenhaus traf, hat das ganz offensichtlich überhaupt nicht nötig. Den etwa drei Dutzend Frauen und Männer jeden Alters - und dazu noch ein Hund - war die Fitness ins Gesicht und auf die durchtrainierten Körper geschrieben. Sie hatten sich schliesslich auch etwas Grosses vorgenommen. Beim 22. «Bettle Silvesterlauf» rannten sie auf den Bettlachberg und über die Wasserscheide bis zum Oberen Brüggli.

Start um Punkt 12 Uhr

Und um das Jahr mit einer solchen Parforceleistung abschliessen zu können, da braucht es stramme Waden und eine seriöse Vorbereitung. Aber im Gegensatz zu anderen Läufen wurde in Bettlach am Start nicht mit den Ellenbogen um die besten Startpositionen gerangelt. «Der Ehrgeiz ist gross, aber das Resultat ist nebensächlich», sagte vor dem Start Organisator Christian König, und er gab den Läuferinnen und Läufern noch einen guten Rat mit auf den Weg: «Lasst es langsam angehen, sonst läuft ihr schon in der ersten Kurve in die Sauerstoffschuld.» Dann hiess es «Achtung, fertig, los» und um Punkt 12 Uhr rannten die Läuferinnen und Läufer bergauf durch die letzten Nebelschwaden, die die gleissende Sonne noch nicht aufgelöst hatte.

Tatsächlich dauerte es nicht einmal ganz 36 Minuten, da kam mit Bernhard Eicher auch schon der Sieger über das Schneefeld zum Restaurant Oberes Brüggli gerannt, wo die Helferinnen und Helfer bereits mit dem auf dem offenen Feuer gekochten «Gemselitee» warteten.

Bei seinem dreizehnten Start war Eicher zum zwölften Mal der Schnellste. «Das Spezielle ist die kleine, freundschaftliche Gruppe», erklärt der Seriensieger, «hier laufen alle ohne Stress und es geht um den Plausch, in der Natur zu sein. An einem GP Bern mit 16 000 anderen zu starten, wäre mir ein Gräuel, ich bin viel lieber am Bettlacher Silvesterlauf unter Freunden.» Die schnellste Frau hatte im Ziel nicht einmal auf die Uhr geschaut. «Meine Zeit interessiert mich überhaupt nicht, das ist ein reiner
Genusslauf», strahlte Siegerin Irene Gfeller.

Naturerlebnis ist wichtiger

Unter dem milden Sonnenschein genossen die Läuferinnen und Läufer nach der Anstrengung bei einem munteren Schwatz den Tee. Manche veredelten diesen auch mit einem Schuss Kirsch oder Bätzi. Christian König, der die Organisation vor zwei Jahren von seinem Bruder Ueli König übernommen hat, will den «Bettle Silvesterlauf» auch in den nächsten Jahren auf der familiären Ebene weiterziehen. Die Leistungen der Läuferinnen und Läufer sind zwar bemerkenswert, aber es gibt nicht einmal eine offizielle Zeitmessung. «Es kommt auf das Erlebnis in der Natur und die Freude an, nicht auf die Rangliste», sagt König, «und so soll es bleiben.»

Trotzdem darf das schöne Preisgeld nicht ganz vergessen werden: Je die ersten drei Frauen und Männer haben vom Restaurant Oberes Brüggli einen Gutschein für ein feines Essen bekommen.

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