Im Februar 2011 wurde ein technischer Defekt in der Wirtewohnung zum Todesurteil für den Gasthof Bahnhof in Bettlach. Ein Feuer zerstörte den Dachstock, was für viele Bettlacherinnen und Bettlacher ein Riesenschock war, denn damit waren die Zeiten des Gasthofs endgültig vorbei. Ein Wiederaufbau kam nicht mehr infrage, Anfang Mai wurde die Liegenschaft schliesslich abgebrochen. Bereits vor dem Brand war das Grundstück vom Besitzer an die benachbarte Synthes verkauft worden.

Doch was ist vom traditionsreichen Restaurant neben dem Bahnhof noch geblieben? Ausser der Erinnerung nichts. Dafür steht dort, wo früher der Gasthof platziert war, heute ein moderner und grosszügiger, gedeckter Veloständer der Besitzerin, des Medizinaltechnikunternehmens Synthes. Damit bietet die Firma ihren Mitarbeitenden eine sichere Möglichkeit, ihr Velo oder Mofa zu parkieren.

Umplatziert für neue Parkplätze

Urs Jeker ist einer dieser wadenstarken Angestellten. «Ich lege die Strecke zwischen meinem Wohnort Selzach und Bettlach viermal im Tag zurück», sagt der Produktionsteamleiter. Im Sommer sei die Velostation manchmal ganz ausgelastet. Nur jetzt im Winter greift dann doch die Mehrheit lieber auf Zug oder Auto zurück, wie ein Augenschein zeigt.

Die Abstellplätze teilt sich die Synthes übrigens mit der Mathys, sie sind nicht öffentlich. Die Velostation stand schon vor dem Brand und wurde danach nach Westen versetzt. Im Gegenzug wurden an ihrem vorherigen Standort Autoparkplätze erstellt.

Landreserve für Ausbau

Die momentane Lösung auf dem ehemaligen Bahnhöfli-Grundstück sei allerdings nicht die definitive, erklärt Synthes-Mediensprecher Giglian Eisner auf Anfrage. Das Unternehmen hat das Grundstück als Landreserve für einen allfälligen Ausbau erworben. «Es war einfach der Wunsch, sich eine Erweiterungsmöglichkeit offenzuhalten», sagt Eisner. Momentan gebe es in diese Richtung allerdings noch keine konkreten Pläne.

Daran ändert auch die traurige Tatsache nichts, dass das Bahnhöfli vor einem Jahr ein Raub der Flammen wurde. Denn die Synthes habe nicht vorgehabt, die Pacht mit den Wirtsleuten zu beenden, so der Mediensprecher.