Grenchen
Kein erhöhtes Risiko beim Autobahnzubringer: «Untertunnelung wäre eine ideale Lösung gewesen»

Dass ein Flugzeug auf dem Autobahnzubringer mit Autos kollidiert, sei sehr unwahrscheinlich, heisst es in einer Risikoanlayse. Der Grenchner Stadtpräsident ist enttäuscht. Der Urheber des Auftrags sieht die politische Perspektive vergessen.

Andreas Toggweiler
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In der Querung der Pistenachse durch die viel befahrene Archstrasse sieht der Kanton kein Problem.

In der Querung der Pistenachse durch die viel befahrene Archstrasse sieht der Kanton kein Problem.

Oliver Menge

Stadtpräsident François Scheidegger zeigt sich über den Befund des Kantons gar nicht erfreut. «Die Stadt Grenchen hat schon vor einiger Zeit auf die nach ihrer Meinung risikobehaftete Situation, sowohl für den Strassen- wie für den Flugverkehr, hingewiesen und vom Kanton Lösungen verlangt.

Eine Untertunnelung wäre eine ideale Lösung, um das Problem zu lösen und gleichzeitig die notwendige Pistenverlängerung wenigstens teilweise umzusetzen. Dementsprechend sind wir vom Bescheid des Kantons enttäuscht.»

Brotschi: Politischer Entscheid?

«An der Berechnung des rein rechnerischen Risikos gibt es wohl wenig zu deuteln, das scheint durchaus fundiert», meint Kantonsrat Peter Brotschi, Urheber des Vorstosses, zum Befund der kantonalen Behörden.

Es gebe aber auch noch eine politische Perspektive. Und hier liegt für Brotschi der Hase im Pfeffer. «Die Frage, ob ein bestimmtes Risiko als vertretbar im Vergleich zu den Kosten zu seiner Behebung angeschaut wird, wird ja immer wieder nach politischen Kriterien beurteilt.»

Als Beispiel nennt Brotschi den Gibelintunnel als Teil der Westumfahrung Solothurns. «Auch dort handelte es sich um einen rein strassentechnisch nicht zwingenden Tunnel. Entschieden wurde hier nach politischen Kriterien respektive auf Druck von Anwohnern hin. Und hier ging es nicht um Sicherheit, sondern um Lärmfragen.»

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