In seiner Gewichtsklasse, bis 84 Kilogramm, kann der Karateka Marco Luca damit nach langer Vorbereitungszeit in Paris sein Können unter Beweis stellen. Und lang war die Vorbereitungszeit wahrhaftig. Seit 24 Jahren übt der 31-jährige seinen Sport schon aus. «Mein Vater ist Karatelehrer, so hat es sich ergeben, dass ich bereits mit fünf Jahren auf der Matte stand. Die Karate Lizenz erhielt ich dann am ersten August 1988».

24 Jahre sind eine lange Zeit, und denn noch ist Marco Luca seinem Hobby treu geblieben. Mehr noch, er gründete sogar im Jahr 2010 eine eigene Karateschule in Grenchen. Im Trainingsraum, der momentan noch im Umbau ist, bietet er Karate für jede Altersgruppe an.

Und jetzt also die Weltmeisterschaft. Für diese muss Luca hart trainieren. Zwischen 15 und 20 Stunden sollte er wöchentlich an Zeit investieren, doch dies ist keine leichte Angelegenheit, hat er doch nebst seinen eigenen Trainingszeiten auch seine Karate Schüler zu unterrichten.

Zusätzlich arbeitet Marco Luca zu 65 Prozent als Primarlehrer an der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJPK) in Solothurn und begann diesen Sommer sein Zweitstudium zur Ausbildung als Sek 1 Lehrer. «Ich muss schon noch Gas geben, damit ich vom 21. bis zum 25. November in Paris meine Topleistungen abrufen kann», gibt er zu. Das ist auch der Grund, weshalb er sich erstmals auf die Trainingslagerwoche in Magglingen freut. «Das wird diese Zeit sein, in der ich am meisten profitieren kann», freut er sich.

Nationale und internationale Erfolge

In Paris geht es ihm dann erstmals darum, seine Leistung abrufen zu können, hofft aber, dass seine Endplatzierung Richtung Podest geht. Einige nationale und internationale Erfolge kann ihm aber jetzt schon niemand mehr nehmen und dies obwohl er erst mit 25 Jahren, mit seiner Einbürgerung, ins Nationalkader aufgenommen wurde.

Bereits in den Jahren 2000 und 2001 hat der gebürtige Italiener den Schweizer-Meister-Titel geholt. Als Mitglied im Nationalteam konnte er dann auch an der Europa-Meisterschaft in Estland im Jahr 2008 einen 7. Rang erzielen. Im selben Jahr gelang es ihm zudem an der WM in Tokio bis ins 16. Final zu kommen und an der diesjährigen Europameisterschaft erzielte er nochmals einen 7. Rang.

Die Faszination von Karate

«Mich begeistert an Karate, dass man immer wieder etwas Neues machen kann. Man hat zwar eine Basis, eine definierte Abwehr- und Angriffstechnik, aber die Möglichkeiten, diese auch anzuwenden, sind unendlich. Ich würde mich eigentlich immer noch als puren Anfänger bezeichnen, obwohl ich seit 24 Jahren Karate mache. Es gibt noch so viel zu erforschen, auszuprobieren, weiterzuentwickeln und anzuwenden», erklärt Luca die Faszination, die Karate für ihn ausmacht.