Grenchen
«Kapla» im Bachtelen ist eingeweiht

Eine veraltete Küche war die Ursache für den Neubau des Sonderpädagogischen Zentrum Bachtelen. Das Haus «Kapla» wurde gestern eingeweiht.

Oliver Menge
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Rund 80 Gäste waren eingeladen
30 Bilder
Vereinspräsident Andreas Kummer
sooderso
sooderso mit einer irrwitzigen Geschichte
sooderso brachten eine hinreissende zweisprachige irische Geschichte von drei Grabsteinen mit Schweinen drauf
Man hörte gespannt die Reden
François Scheidegger, Hansjörg Boll und Andreas Kummer
Interessiert hört man den Ausführungen zu
250 Mittagessen werden hier täglich produziert und an verschiedene Institutionen ausgeliefert
Gesamtleiter Charly Diethelm
Die neue Küche wird besichtigt
Die Küche wartet darauf, die Apéro-Häppchen runterbringen zu können
Wärme-Rückgewinnung aus den Kühlaggregaten
Tank für die Küchenabfälle, der von einer Spezialfirma geleert wird
Sitzungszimmer, alle Möbel wurden in der eigenen Werkstatt hergestellt
Serverraum
Rund 250 Mittagessen werden hier täglich produziert
Marcel Probst, Leiter Finanzen, in seinem neuem Büro mit Charly Diethelm
IT-Büro
Grosses Büro mit wunderbarem Ausblick
Grosser Konferenzraum mit Fotoausstellung
Gesamtleiter Diethelm im Personalrestaurant
Fotoausstellung anlässlich der Eröffnung von German Linares
Diethelm im Lagerraum für Lebensmittel
Kapla Grenchen
Die neue Küche
Dekoration
Das Treppenhaus ist lichtdurchflutet
Das Fumoir im Untergeschoss
Archivraum, in dem Kunstgegenstände des Bachtelen gelagert werden sollen

Rund 80 Gäste waren eingeladen

Oliver Menge

Gestern wurde der Neubau im sonderpädagogischen Zentrum Bachtelen, das Haus «Kapla» feierlich eingeweiht. Rund 80 geladene Gäste, unter ihnen Stadtpräsident François Scheidegger, die Vertreter des kantonalen Volksschulamtes und dessen Leiter Andreas Walter, Andreas Kummer, Präsident des Vereins Kinderheim Bachtelen und weiteren Persönlichkeiten, die direkt oder indirekt mit dem Bachtelen verbunden sind, konnten einen ersten Augenschein nehmen und liessen sich die Häppchen aus der neuen Küche auf der Zunge zergehen.

Die bisherige Küche des Bachtelen war veraltet und erfüllte die gesetzlichen Grundlagen nicht mehr. Man zog einen Umbau in Betracht, entschloss sich aber wegen der horrenden Kosten, besser gleich einen Neubau zu erstellen. Bei einem Architekturwettbewerb schwang das Projekt «Kapla» des Architekturbüros Branger obenaus.

Vor rund sechs Monaten begann man mit dem Bau – und scheiterte beinahe: «Im Baugrund kam eine grosse Sandschicht ans Licht, die komplett mit Wasser versetzt war. Es war, als würde man am Meer ‹sändele›. Wir hatten einen enormen Aufwand, um das Fundament legen zu können», erklärt Bachtelen-Gesamtleiter Charly Diethelm. Die Diskussionen seien manchmal sehr hart und gar nicht «Bachtelen-like» geführt worden, meinte Andreas Kummer.

Sechs Monate Bauzeit

Nach sechs Monaten ist der Bau fertig und bezogen. Die Kosten betragen rund 5 Millionen, zum grössten Teil selbst finanziert aus dem Baufonds, der durch Spenden zustande gekommen ist und aus Rückstellungen aufgrund der Leistungsvereinbarungen mit dem Kanton Solothurn.

Rund 25 Personen arbeiten im «Kapla». Im Erdgeschoss ist das neue Personalrestaurant untergebracht sowie ein grosser Konferenzraum, im ersten Stock eine moderne Grossküche, die täglich rund 250 Mittagessen produziert. In die Büros im obersten Stock sind Angestellte der Finanzen, Infrastruktur und Hauswirtschaft vom Girardhaus her umgezogen; den freien Platz dort wird nach einer kurzen Umbauphase der heilpädagogische Dienst beziehen. Im Untergeschoss wurde man einem seit längerem bestehenden Bedürfnis gerecht: Garderobenräume mit Duschen für das Personal. Ausserdem befinden sich dort die Technik- und EDV-Serverräume und ein Archivraum für die Kunstgüter im Besitz des Bachtelen, die jetzt überall verstreut gelagert sind. Man will auch zukünftig regelmässige Wechselausstellungen aus der eigenen Sammlung realisieren. Und, etwas, das der Architekt fast nicht begreifen wollte, ein schmuckes Fumoir für das Personal, denn auf dem Schulgelände herrscht Rauchverbot.

Der schmucke Neubau aus Beton mit einer Holzfassade passe sehr gut ins Gesamtbild mit den historischen Gebäuden, so Diethelm. «Kapla» – der Name ist aus dem Niederländischen «Kabouter Plankjes» abgeleitet , was so viel wie Kobolden-Plättchen heisst – überzeugt durch eine klare Struktur.

Vereinspräsident Andreas Kummer zeigte sich stolz, diesen Bau einweihen zu können und damit das Werk, das der Pfarrer Otto Widmer 1891 in Däniken gestartet hatte, einen Schritt weiter zu bringen. Kummer erinnerte an schwierige Zeiten in den Krisenjahren, welche das Bachtelen überstand, das sich vom Kinderheim für verwahrloste, arme Kinder aus schwierigen Verhältnissen zum heutigen modernen Institut gewandelt hat. Das Bachtelen leiste heute einen wichtigen Beitrag für Kinder, die aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten, Sprach- und Lernstörungen von der Regelschule uneinholbar abgehängt würden und in der Gesellschaft keinen Platz oder nur einen am Rande finden würden.

Unterhaltsame musikalische und literarische Leckerbissen wurden von der Formation «sooderso» serviert, bevor die Gäste das Haus und eine Fotoausstellung des ehemaligen Mitarbeiters German Linares besichtigen konnten.