Stilvoll brachte das Ballorchester der Frösche das randvolle Parktheater in Stimmung und stilvoll erinnerte auch das Bühnenbild an die zwanzigjährige Plauschgeschichte der Narrefründe. So zitierte René Finger in alter Manier: «Eigentlech sette aui, wo 20 Johr imene Amt si, ändlech abträte, aber wär het scho die Grössi.» Damit war klar, mit dem Plausch 2012 geht eine närrische Ära zu Ende.

Natürlich bekamen die Solothurner wie die heimische Prominenz ihr Fett weg. Zur Weltpolitik meinte Finger: «Wenn mirs mieche so wie Grieche, wäre mir au so arme Sieche und müesste bättle: Angela chöi mir au chlei Euro ha?» Herzlich begrüsste Finger Ober Ober Max Käser aus Solothurn, konnte es sich aber nicht verkneifen zu sagen: «Die gschide Solodurner merke ebe scho: da muess me uf Gränche cho. E Tipp möcht i noch mitgäh, dr Telefon-Notruef vo dr Füürwehr isch 118.»

Dann erinnerte Finger an das «Drü-D-Zytalter». Er forderte das Publikum auf, unter den Stuhl zu greifen und die 3-D-Brille anzulegen. Die Pointe liess nicht auf sich warten. «Jetz hanis doch nach zwänzg Johr fertig brocht, dass sich dr Letscht vom Publikum verchleidet» war sein Kommentar. Und dann hiess es: Bühne frei für die Tambouren.

Guggen setzten Akzente

Mit «Happy Bird day» erwiesen die «Schuelwänzer» im schwarzen Anzug, mit Riesenkrawatte der Faschingszunft den musikalischen Geburtstagsgruss zum 110-Jährigen. Mit einer modernen Tanznummer überraschte die «Dolce Vita Zunft». Sie präsentierten zuerst als ehrbare Nonnen à la «Sister Act» ein «O happy Day», um dann als Hip-Hopper und Breakdancers über die Bühne zu wirbeln. Eine wirklich tolle Nummer.

«Auf dem Klosett, da ist es ruhig und nett», fand die Gosche. Sassen doch zwei Narren im Goschenkostüm auf dem Klosett und «hächelten» sich durch die «Gosche». Plötzlich stieg die Spannung im Saal, weil sich die Klosettdeckel bewegten. Der Deckel links fragt: «Hesch ghört? Dr Kulturpriis vo däm Johr geit schiins a German Vogt». Deckel rechts: «Aha, dasch doch dä pensioniert Lehrer, dä Bosco, wo bi all sine ehemalige Schüeler so beliebt isch?» «Jo genau dä, frog mi nid, für was dä dä Priis übercho het.» «Dasch eifach, do het sich dStadtverwaltig e huufe Arbeit gspart: Jetzt müsse si nümm ständig am Vogt sine Bewärbigsschribe für dä Pris beantworte.»

Sketch zwischen Patrik Gribi und Ernesto Gravino

Die sieben Zwerge der «Schnibako» präsentierten sich heuer als acht Melker mit neuem Refrain: «Und aneghocket, Zitze gfasst, immer ufe Schwanz aufpasst.» Auch für sie war der Kulturpreis vier Zeilen wert. «Erstunt hei mir vom Gränchner Tagblatt chürzlech erst vernoh, dr Bosco heigi dr Kulturpriis doch no übercho. Mir si stouz, hei mir vor Johre, völlig unbefange, vo dem kulturelle Maa e Chlapf a Gring igfange».

Ein weiterer Wortbeitrag war ein Sketch zwischen Patrik Gribi und Ernesto Gravino. Gribi versuchte dabei, dem erstaunten Gravino zu erklären, hätte das Stimmvolk den Kunstrasen angenommen, bräuchte er jetzt keinen Rasen mehr zu mähen.

BLS – «Billett lösisch säuber»

Eine «Tour de Granges» gab es mit dem BGU-Bus, René Finger und Dani Aeberhard. «Gopferdelli das rumpelt wie ne moore! Das isch em Barbey sis Wärch. Ohne die ufgrissene Strosse hät är die Fasnachtsplagette für hüür nit chönne mache.» Was eigentlich BLS heisse, fragte der Passagier beim Gare du Nord: «Billett lösisch säuber» war die prompte Antwort. Sprachlicher und rhetorischer Höhepunkt war der Auftritt von Roger Rossier. Er überzeugte das Publikum mit viel Witz und gekonnten Kompositionen.

Optische und klangliche Farbtupfer setzten die Guggen. Kompakt im Stile einer Brassband die «Krachwanze» aus Bettlach, und mit «99 Luftballons» trat die «Lunazunft» mit ihrer exotischen Musik auf. Als «Blues Brothers» brachten die «Hilari Brothers» poppigen Sound auf die Bühne.

Obernarr Thomas Meister gratulierte für 20 Jahre Plausch und zum grandiosen Finale. Das Publikum und die Narren spendeten dem abtretenden Oberpläuschler René Finger den wohlverdienten, grossen Applaus.