Delegation
Kaderleute aus China im Altersheim Weinberg

15 Chinesen besuchten das Alterszentrum am Weinberg in Grenchen. Sie absolvieren eine Weiterbildung, die von der Fachhochschule Nordwestschweiz organisiert wird.

Daniel Trummer
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Stiftungsratspräsident Kurt Boner (stehend) informiert die Gäste aus China über Leben und Arbeit in der Alterssiedlung Grenchen. tru

Stiftungsratspräsident Kurt Boner (stehend) informiert die Gäste aus China über Leben und Arbeit in der Alterssiedlung Grenchen. tru

Solothurner Zeitung

Xie Hai hat den Memo-Block quer vor sich hingelegt. Seine in Schnelle hingeschriebenen chinesischen Zeichen füllen das weisse Papier. Am Rednerpult orientieren der Präsident des Stiftungsrats der Alterssiedlung Grenchen, Kurt Boner, die Geschäftsleiterin Sonja Leuenberger und die Leiterin Pflege und Betreuung, Cecile Boillat. Ruhig vermittelt der Übersetzer die Informationen.

Der Betriebsertrag der Stiftung und die Lohnsumme geben Anlass zu vielen Fragen. Die Kaderleute aus dem Fernen Osten wollen es genau wissen. Die Befindlichkeit der Bewohner wird ebenfalls hinterfragt. Gao Dong Sheng erkundigt sich, wie oft Angehörige die Bewohner besuchen. «Die Pflege der Eltern gehört bei uns in die Verantwortung der Kinder oder der Angehörigen», orientiert Gao und verweist auf die chinesische Verfassung. Er will nicht für ganz China sprechen und konzentriert sich auf seine Heimat. Er und seine Kollegen stammen aus der Provinz Gansu, die von Zentralchina bis in den Nordwesten der Volksrepublik reicht. Auf 264186 Quadratkilometern wohnen über 26 Mio. Menschen.

Dann zückten sie den Fotoapparat

Gertrud Kessler begleitet als Erwachsenenbildnerin und Moderatorin das «Gansu Leadership Programme». Die dreimonatige Ausbildung umfasst ein breites Angebot: Technologie, Landwirtschaft, Betriebsführung, Bildung, Soziales, Gesundheit etc. «Am Vortag haben wir das Paraplegikerzentrum in Nottwil besucht», informiert sie und ergänzt, dass die Studenten anschliessend nach Luzern gefahren seien. Hu Cai Xia schreibt ihren Herkunftsort auf ein Blatt Papier. In Jinchang arbeitet sie im Büro für auswärtige Angelegenheiten. Die Schweiz gefällt ihr.

Die kulinarischen Köstlichkeiten, die die Küche des Alterszentrums für die Gäste vorbereitet hat, sind auf Chinesisch übersetzt. «Ein Mitarbeiter ist mit einer Chinesin verheiratet», erklärt Sanja Leuenberger die besondere Dienstleistung.

Während des Rundgangs fotografieren die Besucher Fasnachtsdekorationen und kommunizieren lebhaft in nicht verbaler Weise mit den Bewohnern im Alterszentrum. Der Besuch und das gebotene Programm stiessen auf grosses Interesse. Gäste und Gastgeber zeigten sich glücklich über das gemeinsam Erlebte.