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Juve-Fanclub in Grenchen: Treffpunkt mit viel Italianità nicht nur für Fussballfreunde

Alles wäre parat für weitere Fussballfeste.

Alles wäre parat für weitere Fussballfeste.

Er ist wohl der jüngste, aber bei weitem nicht der kleinste Grenchner Verein: Der Juventus Official Fan Club Grenchen. Letzten August wurde er aus der Taufe gehoben, mittlerweile zählt er bereits 175 Mitglieder. «Wir wollten etwas für die vielen Tifosi in der Region auf die Beine stellen», erklärt Präsidentin Maria Lo Giudice.

In der Region war es nämlich bislang kaum möglich, die Spiele der «alten Dame» gemeinsam zu erleben. Man ist dann in Verbindung getreten mit den Turiner Verantwortlichen und hat innert kürzester Frist das Okay bekommen, sodass man sich nun offizieller Juve Fan Club nennen darf: als erster Verein am Jurasüdfuss notabene und der erste mit einer Frau an der Spitze.

Erfolgreiche Suche nach Vereinslokal

In einem ersten Schritt wurden die Spiele des Traditionsclubs jeweils in der Trattoria von Italgrenchen ausgestrahlt. Schon bald keimte jedoch die Idee, etwas Eigenes aufzuziehen. So machte man sich auf die Suche nach einem geeigneten Lokal und wurde dank der Mithilfe durch die Stadt Grenchen fündig.An der Niklaus-Wengistrasse 10, dort wo auch die BMC beheimatet ist, hat man die schmucke «JBar» eingerichtet, die immerhin gut 50 Personen Platz bietet.

wurden bis zum Stopp aus bekannten Gründen die Spiele von Juve zusammen angeschaut, gefachsimpelt, getrunken und gegessen. Wobei Maria Lo Giudice betont: «Bei uns ist jeder willkommen: Schweizer, Italiener oder Menschen anderer Herkunft, ob Juve-Fan oder Anhänger einer anderen Mannschaft. Wichtig ist das gemeinsame Erlebnis.» Und die JBar ist auch sonst als Treffpunkt angedacht, war es vor der Zwangspause bereits, und wird es danach wieder sein.

Am Freitagabend und am Sonntagmorgen werden typische italienische Apéro-Veranstaltungen angeboten. «Uns ist der soziale Aspekt wichtig. Hier soll in lockerer Atmosphäre zu italienischen Spezialitäten miteinander geplaudert, die sprichwörtliche Italianità eben gelebt werden», erklärt die Präsidentin und fügt an, dass die Lokalität nur dank des Engagements des Vorstandes sowie der Geschäftsführer der JBAR ins Leben gerufen werden konnte und als öffentliche Bar geführt wird.

Schon drittgrösster Fanclub der Schweiz

In der Schweiz gibt es übrigens rund ein Dutzend Juve Official Fan Club. Der Grenchner ist innert kürzester Zeit zum drittgrössten geworden und die Tendenz bei den Mitgliedern immer noch steigend. Vor allem Grenchner würden sich um eine Mitgliedschaft bemühen, dann aber auch viel «Tifosi» aus dem Wasseramt, dem Seeland und der ganzen Schweiz.

Ihnen wird einiges geboten, so dank der guten Beziehungen zum «Mutterhaus» in Turin, vor allem Tickets sowie Reisen zu Spielen des italienischen Rekordmeisters und dies zu wirklich guten Konditionen mit einem regionalen Reiseveranstalter.
Natürlich ist dies im Moment angesichts der Umstände nicht möglich. Die Verantwortlichen des Vereins sind aber guten Mutes, dass schon bald wieder «Normalzustand» herrschen wird.

Sorgen um die Familie in der Heimat

Für die Mitglieder des Vereins, wie für die meisten Angehörigen der italienischen «Diaspora» in Grenchen, ist nun aber vor allem der Kontakt zu ihrer Familie wichtig. Viele haben noch Bekannte und Verwandte in der Heimat, und natürlich sorgt man sich um diese. Dank Skype etc. sind sie immerhin über deren Situation informiert. «Die schönste Nebensache der Welt» wird dann zu gegebener Zeit wieder zu ihrem Recht kommen. Und für die Vereinsmitglieder heisst es erneut: «La Vecchia
Signora …fino alla fine».

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