Büren
Jazz - so vital und vielfältig wie noch nie

Die melodiösen Stilwanderungen liessen an allen drei Abenden am JazzOpenAir Büren die Schönheiten des Old Time Jazz erkennen.

Kaspar Haupt
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Rhythmusgruppe mit Gasser und Artin Albrecht
8 Bilder
Es ist das Werk vieler Heler sagte OK-Präsident Rolf Wälti
Die Jazz-Freaks am Open Airin Büren
Jazz Openair Büren
Der Bassist Jean Yves Petiot in Jacky Milliets Jazzband
Jacky Milliet mit Clarinette und die Band Caveau de la Huchette
Jacky Miliiet Cl, Poumy Armand, Drums und Jean Pierre Dumontier
Seit dem Gründungsjahr 1954 dabei André Rancine

Rhythmusgruppe mit Gasser und Artin Albrecht

AZ

Die Swiss Dixie Stompers und Jacky Milliet and his «Caveau de la Huchette» Jazzband vermochten am Samstagabend rund 1000 Jazz-Freaks ins Aarestedtli zu locken. Bei bestem Wetter kamen die Zuhörerinnen und Zuhörer dieses Jahr in den Genuss einer besonders gelungenen Durchführung.

Dass der Jazz in New Orleans entstanden ist, ist natürlich eine Binsenweisheit. Wahr ist: Jazz nährt die populäre Musik unseres Jahrhunderts. Denn all die Klänge, die uns in der Gebrauchsmusik unserer Zeit umgeben – insofern es Beat hat – stammen vom Jazz her. Weil das so ist, besteht ein unmittelbarer und in allen Einzelheiten nachweisbarer Zusammenhang zwischen den verschiedenen Arten Formen und Stilen das Jazz.

Verspielter, klarer Jazz

Es war die Musik mit den feinen stilistischen Verästelungen, die mit Spontaneität und spielerischen Fähigkeiten einer musikalischen Show am Samstag begeisterten. Mit beschwingter Spielfreude setzten die Swiss Dixie Stompers jazzige Akzente. Mit ihren drei Melodieinstrumenten Trompete, (André Racine), Klarinette, (Randy Wirz), und Posaune, (Wili Gasser) liegt die Führung bei der Trompete, von dem sich die Posaune wirkungsvoll abhebt. Die Rhythmussektion mit Kurt Gasser, Banjo David Elias, Drums und Martin Albrecht, Bass sind verantwortlich für den gleichmässigen zweischlägigen Rhythmus mit mitreissender Wirkung. Nicht umsonst gehört die Band mit ihrem Gründer André Racine zu den Botschaftern des Schweizer Jazz.

Liebe zur Musik wird spürbar

Und dennoch gabs eine nicht für möglich gehaltene Steigerung mit dem Auftritt von Jacky Milliet and his «Caveau de la Huchette» Jazzband aus Paris. Die Band um den Schweizer Klarinettisten Jacky Milliet geniesst in Paris einen Kultstatus, und Milliets Stil erinnert an den grossen Sidney Bechet, der ebenfalls in Paris Jazzgeschichte schrieb. Leichtfüssig und schwungvoll auf hohem Level spielt die Band und besticht durch ihren mitreissenden Swing. Das Repertoire der Band ist weit gefächert, und die eigentlichen Höhepunkt lagen in ihren stilistischen Vorlieben wie den solistischen Improvisationen. Hier ganz besonders nutzten die Musiker alle Freiheiten und Reinheiten der Improvisation. Die Liebe zur Jazzmusik wird in ihren Melodien deutlich spürbar. Ihr Auftritt in Büren war ein traditioneller, hochstehender wie hervorragender swingender Jazz auf hohem Niveau.

Es zeigte sich, das die Kreuzgasse sich als Freilichtarena etabliert hat und sich an den zwei vorhergegangenen Abende zur Pilgerstätte für die Liebhaber und Freunde des Old Time Jazz wurde. Doch auch das Sommerwetter trug das seine mit zum grossen Publikumsaufmarsch bei. Das Aarestedtli ist und bleibt im Seeland die Nummer eins. Seit 28 Jahren wird hier über Jazz gesprochen, doch vielmehr wird hier Jazz zelebriert.

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