Zum deutlichen Ja der Grenchner Katholiken zur Neugestaltung der Kirchenumgebung kann man nur gratulieren. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Zentrumsentwicklung in Grenchen. Ein Thema, das seit einiger Zeit in aller Munde ist, weil hier ja tatsächlich Handlungsbedarf besteht.

Zwar ist die Umgebung der Eusebiuskirche alles andere als ein Schandfleck, da gäbe es weit Schlimmeres. (Beispielsweise die alte Chäsi, die seit Jahren vor sich hin rottet, ohne dass sich die Besitzer bewegen. Doch das ist ein anderes Thema.)

Die Neugestaltung der Kirchenumgebung wird dazu führen «dass die Kirche wieder ins Dorf kommt». Und das ist hier wörtlich zu verstehen. Die Travaglini-Kapelle wird «ausgepackt», die Umgebung geöffnet und grosszügig gestaltet. Sie wird wieder zum Verweilen einladen. Mit der neuen Überbauung auf dem Ticino-Areal, dem schön renovierten Bürgerhaus und dem Mazzinipark beginnt sich die Kirchstrasse zu mausern. Und die Strasse selber wird ja auch gerade erneuert.

Die neue Stadtbibliothek, nur einen Steinwurf von der Eusebiuskirche entfernt, ist ebenfalls im Bau, und wenn alles klappt, wird der Gemeinderat am Dienstag endlich den Gordischen Knoten Südbahnhofareal durchschneiden und damit einen wichtigen weiteren Pflock für die Stadtentwicklung einschlagen. Das passt bestens zur neuen Strategie der Politik mit Schwerpunkt Wohnen.

Man könnte direkt ins Schwärmen kommen ob all der Tatkraft, die in Grenchen jüngst entfesselt wurde. Da kann man nur den noch allzu zahlreichen Privaten, die ihre Liegenschaften vergammeln lassen, raten, sich von diesem Schwung anstecken zu lassen.

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