BDP Grenchen
Ist die BDP in Grenchen führungslos?

Auf kantonaler Ebene schmeisst BDP-Präsident Ernest Cavin den Bettel hin. Doch auch in Grenchen wird sich die Partei neu formieren müssen, denn Christoph Feremutsch ist seit Ende Oktober nicht mehr Präsident der BDP Stadt Grenchen.

Patrick Furrer
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Christoph Feremutsch, Ex-Präsident der BDP Stadt Grenchen

Christoph Feremutsch, Ex-Präsident der BDP Stadt Grenchen

Keystone

Vizepräsidentin Corinne Azizi-Gasser hat auf die Ortsparteiversammlung Ende letzten Monates ebenfalls ihren Austritt gegeben, womit die Sektion quasi führungslos dasteht, auch wenn interimistisch der bisherige Beisitzer Ueli Decker als Kontaktperson und Grenchner Vertreter in der kantonalen Geschäftsleitung für die Ortspartei zuständig ist.

Obwohl Decker selbst erklärt, um die Nachfolge zu regeln, müsse «schon noch etwas passieren», beruhigt Ex-Präsident Feremutsch auf Anfrage. «Wir haben sicher keine Riesenlücke, sondern durchaus Anwärter auch unter den bisherigen Mitgliedern», so der ehemalige Präsident. Man habe den Weg für die Nachfolge schon aufgezeichnet, wenn er auch noch nicht spruchreif sei. Von parteiinternen Querelen im Kanton will er nichts wissen. Er habe sich auch nicht überraschend abgemeldet, sondern seinen Rücktritt schon seit Anfang Jahr geplant, als er bei seinem Arbeitgeber eine neue Funktion übernahm, die ihn stärker forderte. Momentan zählt die BDP Grenchen «zirka» 20 Mitglieder. Gestartet ist sie vor eineinhalb Jahren mit 15 meist Politneulingen.

«Zu wenig Ressourcen»

Auf kommunaler Ebene war die BDP in Grenchen dieses Jahr nicht wirklich präsent, räumen Feremutsch und Decker offen ein. Tatsächlich gab es seit der Gründung keinen einzigen politischen Vorstoss aus der BDP-Feder. Immerhin positionierte sich der Parteipräsident in Leserbriefen und der Presse zu den Themen Spitalabbau Grenchen und Kunstrasen. Feremutsch stellt klar, dass man durch die kantonalen und nationalen Aktivitäten der Partei sehr stark gefordert war. Durch die beruflichen Pflichten und noch ungenügende finanzielle Ressourcen der Ortspartei fehlten die Kapazitäten, um sich besser positionieren zu können. Feremutsch war als Präsident der BDP Grenchen Geschäftsleitungsmitglied der BDP Kanton Solothurn.

Die BDP Grenchen werde man auf jeden Fall aufrechterhalten, versprechen Feremutsch und Decker. Man werde nun mit neuen Kräften einfach einen zusätzlichen Effort leisten müssen. Auch Feremutsch will der Partei weiterhin beratend und unterstützend zur Seite stehen. «Ich laufe sicher nicht einfach davon. Es geht weiter, gar keine Frage.» Und auch wenn er vorerst keine politischen Ämter übernehmen will, lässt er sich das für die fernere Zukunft offen. So auch Decker. So lassen beide durchblicken, dass sie sich eine Kandidatur für die Gemeinderatswahlen im übernächsten Jahr vorstellen könnten.