Die Schule interessiert eigentlich immer. Die Umsetzung der Sek I-Reform dürfte aber vom Ausmass und den Herausforderungen her, schon sehr speziell sein. Auf Einladung der Sozialdemokratischen Partei wollte sich denn auch eine stattliche Anzahl Interessierter über den Stand der Dinge informieren lassen.

Der stellvertretende Stadtbaumeister Jürg Vifian berichtete über die baulichen Massnahmen, Lehrer Daniel Kupper stellte die interaktiven Wandtafeln vor und Schulleiter Rolf Glaus erzählte, was es alles gebraucht hat, um die vom Kanton beschlossene Reform umzusetzen.

Umsetzung bis 2017

Bekanntlich hat der Gemeinderat 2009 beschlossen, dass alle Oberstufenklassen im Zentrum, in den Schulhäusern II, III und IV, beheimatet werden sollen. Das Grenchner Stimmvolk hat einen entsprechenden Kredit von gut 3,6 Mio Franken für bauliche Massnahmen sodann 2015 gutgeheissen.

Laut Jürg Vifian ist die Umsetzung zwar eine organisatorische und planerische Herausforderung. Dank der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten sei man aber im Fahrplan. Bis Herbst 2016 sollten alle Klassenzimmer bezogen sein, die Umsetzung aller Massnahmen ist für 2017 vorgesehen.

Im bereits sanierten Schulhaus II demonstrierte Daniel Kupper die Vorzüge der neuen interaktiven Wandtafeln. Sie seien Gold wert, erklärte er. Man könne viel schneller auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler reagieren. Diese könnten an der Tafel direkt, aber auch vom Handy am Sitzplatz aus, mitarbeiten. Kreide ist keine mehr gefragt, auch das Putzen der Wandtafel fällt weg.

Teuer, aber das Geld wert

Die neuen «Wunderdinger» eignen sich für alle Arten von Unterricht und für jedes Fach. Selbstverständlich seien die Lehrpersonen eigens dafür geschult worden (an Mittwoch-Nachmittagen). Der Preis von 10 000 Franken pro Stück scheint hoch, relativiert sich aber, wenn man weiss, dass eine «normale» Wandtafel auch an die 7000 Franken kostet.
Schulleiter Rolf Glaus sprach im Zusammenhang mit der Umsetzung der Reform von einer «Riesenkiste». Gefordert seien viele gewesen, die Baudirektion, der Werkhof, die Schüler und natürlich die Lehrpersonen.

Begonnen habe man im August 2011 und dazu eine Steuerungsgruppe eingesetzt. Es galt, das vorherige System mit Progymnasium, Bezirksschule, Sekundarschule, Oberschule und Werkklassen «umzumodeln» in Sek P (Progymnasium), Sek E (erweiterte Anforderungen), Sek B (Basis-Anforderungen) und Sek K (ehemalige Werkklassen). Einerseits wollte man so die Anzahl Profile verringern, andererseits sollte die Stigmatisation der Oberschule aufgehoben werden.

Man sei mit einigen Herausforderungen konfrontiert gewesen. So galt es bei der Umsetzung die Last auf möglichst viele Schultern zu verteilen. Die Lehrer hätten verschiedene Workshops besucht und dann ihre Erfahrungen den anderen weitergegeben. Es stellte sich auch die Frage, wer in welches Schulhaus komme. Um eine Stigmatisierung zu verhindern, habe man sich entschieden, die Profile zu mischen. So sind nun in allen Schulhäusern Klassen der Sek E und B vertreten.

Und das Schulniveau?

Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass die Bandbreite an Leistungsvermögen in diesen beiden Profilen grösser geworden sei. Auch hier gelte es geeignete Massnahmen zu treffen. Die Sek I Reform ist auf Kurs, auch wenn der Prozess noch nicht abgeschlossen ist.

Franz Henzi, ein «alter Hase» im Schulwesen, lobte insbesondere das Engagement des Schulleiters: «Rolf Glaus hat ungemein akribisch gearbeitet und mit seiner Zuversicht alle mitgerissen, sodass der Lehrkörper nun zu einer echten Einheit zusammengewachsen ist.» Davon wird sich auch die Bevölkerung überzeugen können, ist doch für 2017 ein grosses Einweihungsfest geplant.