Grenchen

«Intakte Natur» - Reservat auf dem Bettlachstock ist aufgeräumt

Die Zivilschützer leisteten diese Woche auf dem Bettlachstock ganze Arbeit.

Die Zivilschützer leisteten diese Woche auf dem Bettlachstock ganze Arbeit.

Zum letzten Mal war der Bettlachstock diese Woche Zentrum eifriger Aktivität. Zwölf Mann der Regionalen Zivilschutzorganisation Grenchen (RZSO) haben während zweier Tage im Naturreservat aufgeräumt und Unterschlupfwinkel für Kleintiere angelegt.

Zum letzten Mal war der Bettlachstock diese Woche das Zentrum eifriger Aktivität. Zwölf Mann der Regionalen Zivilschutzorganisation Grenchen (RZSO) haben während zweier Tage im Naturreservat aufgeräumt und Unterschlupfwinkel für Eidechsen, Mäuse, Schlangen und andere Kleintiere angelegt. Nun ist die Strasse ab dem zweiten Weidegatter für den motorisierten Verkehr blockiert. Der Bettlachstock wird den Pflanzen und Wildtieren überlassen – und den Wanderern, die als letztes Zugeständnis an die Zivilisation dort oben einen Unterstand vorfinden.

Um es gleich vorwegzusagen: Bauschutt liegt immer noch auf dem Stock und wird dort bleiben. Die Kellerräume des abgerissenen Bauernhofes wurden damit aufgefüllt. «Diese Hohlräume offenzulassen, wäre nicht nur für Wanderer gefährlich gewesen, sondern auch für die Gämsen», erklärt Thomas Leimer. Der Bürgerpräsident von Bettlach und Bauverwalter von Selzach habe einen freien Tag genutzt, um den Zivilschützern auf der Hochebene zu helfen. «Als Jäger ist es mir ein Anliegen, dass die Natur hier oben intakt ist.» Auch als Vertreter der früheren Besitzerin des Bettlachstocks (er gehört heute als Naturwaldreservat Bettlachstock-Hasenmatt dem Kanton) liege ihm dieser Ort besonders am Herzen, erzählt er beim Augenschein am Freitagvormittag. Entsprechend dankbar äussert sich Thomas Leimer über die Arbeit, mit der der Zivilschutz in rund 200 Arbeitsstunden hinter dem Militär hergeräumt hat: «Was die Männer in den zwei Tagen geleistet haben, ist absolut der Hit.»

10 Kubikmeter abtransportiert

Die Zivilschützer haben unter der Leitung von Jonas Sommer, fachtechnischer Leiter der Abteilung Pioniere, vor allem die Ränder des Abbruchplatzes aufgeräumt, Metall- und Kunststoffteile eingesammelt und zur Baumulde beim Scheibenstand Bettlach gefahren. Ausserdem haben sie herumliegendes Holz zusammengetragen und verbrannt. Rund zehn Kubikmeter Material habe er mit dem Muldenfahrzeug in mehreren Fahrten ins Tal geschafft, erzählt der Bettlacher Landschaftsgärtner Ruedi Leimer. Für diesen speziellen Auftrag ist er mit seinem eigenen Fahrzeug in den Zivilschutz eingerückt. Sonst verwende man nach Möglichkeit das Material der RZSO, so Zivilschutzkommandant Markus Böhi.

«Wir hatten hier vor allem ein ästhetisches Problem. Das wussten wir gleich, als das Militär abgezogen war, und deshalb haben wir mit dem Zivilschutzkommandanten Kontakt aufgenommen», erklärt Thomas Schwaller, Leiter der Abteilung Natur und Landschaft im Amt für Raumplanung. Als Vertreter des Kantons überzeugt er sich vom Fortschritt der Arbeiten und äussert sich sehr zufrieden damit. «Wir wollten hier einen nährstoffarmen Standort schaffen.» Deshalb und aus ökologischen Gründen sei es nie zur Debatte gestanden, den Abbruchplatz mit Humus zuzudecken. «Der Schutt, der hierbleibt, ist sauber und schadet der Umwelt nicht. In einigen Jahren werden die Steinhaufen überwachsen und kaum mehr zu sehen sein», erläutert der Biologe weiter. Bereits heute sei die Vielfalt an Pflanzen und Tieren grösser als vor zehn Jahren. Profitiert habe vom Ende der menschlichen Nutzung zum Beispiel der Gemeine Scheckenfalter. Mehrere hundert Exemplare dieses Schmetterlings bevölkerten mittlerweile im Frühsommer die Hochebene.

Gämsen als Parkwärter

Als offene Landschaft dürfte der Bettlachstock Erholungssuchenden noch jahrelang erhalten bleiben. Dafür sorgen die Gämsen, die die einstigen Viehweiden abgrasen und so der Verwaldung entgegenwirken. Auch Wanderer sind weiterhin willkommen. «Die bisherigen Feuerstellen dürfen auch in Zukunft genutzt werden», versichert Thomas Schwaller. «Was wir nicht wollen, sind wilde Feuerstellen.»

Zu den bisherigen dürften diejenigen zählen, in denen die Zivilschützer am Donnerstag und Freitag herumliegendes Holz verbrannt und das Fleisch fürs Mittagessen grilliert haben. Beides war nur möglich, weil ein Tag vor dem Beginn des Zivilschutzeinsatzes das Feuerverbot aufgehoben worden war. «Irgendjemand hatte mit Läden weiter oben am Hang eine Schanze aufgestellt. Das geht nicht, nur schon aus Sicherheitsgründen», sagt Bürgerpräsident Leimer. «Deshalb ist der Unterstand, den das Militär mithilfe der Mauer der alten Tennzufahrt und einem Stück Wellblech gebaut hat, eine gute Sache.»

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