Adamhaus Bettlach

Inspiriert von Wasser und Natur: Bettlacher Markus Leibundgut stellt seine neuesten Werke aus

Markus Leibundgut in seinem Atelier an der Moosstrasse in Grenchen.

Markus Leibundgut in seinem Atelier an der Moosstrasse in Grenchen.

Der Bettlacher Künstler Markus Leibundgut stellt im Adamhaus ab Mitte November rund 40 seiner neusten Werke aus.

Es ist nicht die erste Ausstellung des Bettlacher Künstlers Markus Leibundgut im Adamhaus Bettlach, die er momentan im Atelier an der Moosstrasse in Grenchen vorbereitet. Im Atelier, das er seit bald 20 Jahren mit dem Grenchner Künstler Max Obrecht teilt. «Das dürfte wohl das 12. oder 13. Mal sein, dass ich dort ausstelle – falls ich überhaupt ausstellen darf», sagt Leibundgut.

Stand jetzt werde er die Ausstellung realisieren, auch wenn ihm seine Schwiegertochter, die Gemeindepräsidentin Bettlachs, Barbara Leibundgut, davon abgeraten habe. «Aber ich verzichte auf eine Vernissage und auf einen Apéro. Geplant ist für den 14. November lediglich ein Eröffnungstag, von 14 bis 18 Uhr, wo er zugegen sein werde. «Es dürfen sich ohnehin nur 15 Personen gleichzeitig im Adamhaus aufhalten und man muss eine Maske tragen.»

Werke, die in den letzten zwei Jahren entstanden sind

Rund 60 grössere und kleinere Werke stehen bereit, um verpackt zu werden, etwa 40 davon werde er ausstellen. Leibundgut hat sie zum grössten Teil in diesem und im letzten Jahr geschaffen. «Während ich früher viel auf Reisen war und meine Inspiration aus den Erlebnissen und Beobachtung in fernen oder südlichen Ländern zog, finde ich die Inspiration nun in der näheren Umgebung, wie zum Beispiel im Bucheggberg, im Wald bei Hessigkofen oder an der Aare, am Wasser.»

Leibundgut arbeitete in den letzten zwei Jahren oft mit Ölfarben auf einem speziellen Büttenpapier, mit starken und leuchtenden Farben. Rot, Schwarz und Weiss dominieren auf einem Grossteil der Werke. Sein expressionistischer Stil – vielmehr noch die jeweiligen Titel der Werke – lassen manchmal erahnen, was der Künstler dem Betrachter zeigen will.

Wasser ist unverkennbar das Element, welches das Schaffen des 83-Jährigen am meisten prägt, wie auch alles, was ihm mit dem Wasser verbunden erscheint, wie zum Beispiel eine Reihe von Werken, auf denen er sich dem Thema Segelschiffe widmet. «Es ist aber schon so, der Betrachter entscheidet, was er sieht, was er sehen will. Er entscheidet auch, ob ihm das Bild gefällt oder nicht.»

So sehe er selber in einem Bild Wasser, das über Steine in eine Art Becken fliesst, ein anderer Betrachter sieht einen Himmel mit einem herannahenden Gewittersturm. Ein anderes Bild lässt den Betrachter einen Sonnenuntergang erahnen, der sich auf dem Wasser spiegelt. Die Werke Leibundguts lassen diese Interpretationen zu. Eine ganze Reihe von kleineren Werken thematisiert das Thema Schilf, wie es sich bewegt, sich gegen das Wasser und den Himmel abhebt, in feineren Farbabstufungen.

Auch die Aquarelle, die Leibundgut für die Ausstellung bereitstellt, sind geprägt von feineren Farbnuancen. Ein kleiner Teil der Werke zeigt naturalistische Darstellungen von Landschaften, die Leibundgut Fotos nachempfunden hat, die er auf seinen Streifzügen durch die Natur geschossen hat.

83 und nur ein ganz klein wenig müde

Wie bereits erwähnt, reist Markus Leibundgut nicht mehr so in der Welt umher, wie er das früher tat. Und doch sieht man dem Künstler sein Alter eigentlich nicht an. Stehen bleiben, das kann und will er nicht, noch nicht. «Ich muss immer wieder etwas Neues ausprobieren. Manchmal gelingt es, manchmal eben nicht.»

Von fünf Bildern, die er male, könne er in der Regel von einem sagen, das sei stark. Zwei seien so so là là und die restlichen Bilder, die ihm nicht gelungen erscheinen, verwende er, um zum Beispiel kleine Schachteln zu verzieren, nur so zum Spass. Denn sei ein Bild nicht gelungen in seinen Augen, könne er es auch nicht irgendwie verbessern: «Ein Bild entsteht in einem Guss. Es gibt kein Überarbeiten, denn dadurch wird es nur schlechter.» Max Obrecht habe ihm ab und zu mal gesagt: «Jetzt ist gut, jetzt musst du aufhören.» Dann habe er den Pinsel beiseitegelegt. Und tatsächlich seien so seine besten Bilder entstanden, wie zum Beispiel das, mit dem er für den Fotografen posiert.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1