Innovation
Ein Smart City Lab in Grenchen will die Stadtplanung digital denken

Die Stadt Grenchen, die höhere Fachschule für Technik Mittelland und verschiedene Unternehmen haben das Smart City Lab gegründet.

Jocelyn Daloz
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Sascha Nussbaumer, der Firma Sensioty, und Wirtschaftsförderin Susanne Sahli haben das Projekt massgeblich beeinflusst.

Sascha Nussbaumer, der Firma Sensioty, und Wirtschaftsförderin Susanne Sahli haben das Projekt massgeblich beeinflusst.

Zur Verfügung Gestellt

Grenchen soll ein Versuchslabor sein für nachhaltige und digitale Stadtentwicklung – mit dieser Absicht ist vergangene Woche das Smart City Lab gestartet.

In einem Klassenzimmer der höheren Fachschule für Technik Mittelland (HFTM) in Grenchen versammelten sich Gründungsmitglieder und Partner des künftigen Vereins, während andere sich digital der Gründungsversammlung anschlossen.

Smart City Lab in Grenchen – Gründungsversammlung.

Smart City Lab in Grenchen – Gründungsversammlung.

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Federführend dabei ist die Start-up Sensioty, die sich auf technische Umsetzungsmöglichkeiten spezialisiert.

Damit aber Lösungen entstehen, kann es keinen Alleingang geben, wie der Mitgründer des Unternehmers Sascha Nussbaumer an der Veranstaltung erklärte – es braucht die Mitwirkung der Behörden, der städtischen Werke und auch der Bevölkerung.

Sascha Nussbaumer erklärt, was die Firma Sensioty macht:

Eine Schnittstelle zwischen Unternehmen, Forschung und Behörden

Das Smart City Lab ist dabei die Schnittstelle: So waren an der Gründungsveranstaltung die städtischen Werke Grenchen in der Person von Geschäftsführer Per Just und Verwaltungsrat Aron Müller dabei, Michel Rüfenacht von der HFTM, Sandra Marek von der Baudirektion Grenchen, der CEO der Gemeinschaftsantenne GAG Marcel Gaggioli sowie Wirtschaftsförderin Susanne Sahli anwesend. Bis auf Per Just sind diese Personen Mitglied des Vorstands.

Lesen Sie unser Interview mit Susanne Sahli: «In Grenchen ist es naheliegend, in Krisenzeiten auf die Industrie zu setzen»

Der Verein vernetzt diese diversen Akteure miteinander: Sensioty und diverse Firmen wie die GAG und die Elektron mit konkretem Fachwissen und Ideen, die höhere Fachschule für die Forschung und die Stadtbehörden mit den Bedürfnissen. Dabei freute sich Michel Rüfenacht von der HFTM besonders, dass mit dem künftigen Campus Technik beim Bahnhof Grenchen Süd ein weiterer Standort entstehe, wo der Austausch möglich sei.

Das erklärte Ziel sei eine «offene» Smart City, wo möglichst viele Ideen unabhängig von politischen Haltungen einfliessen sollen und wo konkrete Ideen praktisch umgesetzt werden sollen. Der Verein wird in diesem Jahr noch verschiedene Anlässe organisieren, um die Vernetzung zwischen den verschiedenen Partnern zu fördern und auch in der Bevölkerung herauszuspüren, welche Anliegen wichtig sind.

Smart City in Kürze:

Hinter dem Begriff «Smart City» steckt die Optimierung diverser Stadtprozesse anhand von Datenerhebungen und automatisierten Prozessen: So können Busstrecken dank Sensoren an Haltestellen besser gesteuert, Aussenbeleuchtungen stromsparender werden, die Bevölkerung dank 3D-Karten besser in die Stadtplanung miteinbezogen werden und und und: Die Anwendungsmöglichkeiten sind äusserst vielseitig, wie Sascha Nussbaumer ausführt.

Walter Brotschi von der Firma Sensioty: «Es gibt verschiedene Anwendungen, die vorstellbar sind.»

Finanzierung des Vereins

Der Verein finanziert sich über Mitgliederbeiträge. So können auch Privatpersonen beitreten oder Firmen. Die Stadt Grenchen beteiligt sich als Partner und hat dem Verein 3000 Franken Anschubfinanzierung versprochen. Der anwesende Stadtpräsident François Scheidegger zeigte sich erfreut darüber, dass Grenchen in diesen technischen Innovationen eine «Vorreiterrolle» einnehmen darf, wie das schon andere Städte mit ähnlichen Strukturen begonnen haben – Solothurn oder Lenzburg, beispielsweise.

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