Ein Wutbürger verschickt aufgrund einer Information, die er irgendwo gelesen hat,
einen Serienbrief, in dem er Grenchens Behörden aufs Übelste beschimpft und ihnen unterstellt, die Bürger bewusst an der Nase herumzuführen. Dabei merkt der Autor nicht, dass er selber einer Fehlinformation aufgesessen ist.

Das ist leider im Zeitalter von Fake News keine Überraschung, auch wenn in diesem Fall der Produzent der (falschen) Nachricht nicht einmal viel dafür kann. Richtig schlimm ist, was im Internet, beispielsweise auf gewissen Facebook-Seiten, abläuft. Da kann jedermann mit irgendeiner Behauptung, die viele glauben, viel böses Blut heraufbeschwören – bis hin zu solchen (Über-)Reaktionen. Der Verfasser des anonymen Briefes hätte gescheiter kurz ins Hôtel de Ville angerufen – guten Willen natürlich vorausgesetzt.

Immer weniger Leute nehmen sich die Mühe, «Informationen» aus unklaren Quellen zu hinterfragen. Information ist heute ja scheinbar gratis und überall zugänglich. Wozu also dafür bezahlen, denken sich viele. Wer aber gelegentlich eine lokale Tageszeitung gelesen hätte, wüsste, wie es steht – auch um die Metallsammlung in Grenchen.

Dennoch müssen die Behörden Lehren aus dem Vorfall ziehen. Sie können offenbar nicht mehr davon ausgehen, dass sich der Bürger wichtige Informationen eigenverantwortlich zu verschaffen weiss. Umso mehr müssen sie bei Dossiers mit so breiter Betroffenheit noch aktiver kommunizieren, sonst riskieren sie noch mehr derartige Reaktionen.