Grenchen
In zwei Monaten ist es aus mit der Vögele Shoes Filiale im Coop

Die Filiale im Untergeschoss bei Coop schliesst per Ende Oktober. Laut Gerüchten soll die Post dort einziehen.

Oliver Menge
Drucken
Teilen
Die Filiale von Vögele Shoes im Coop schliesst Ende Oktober.

Die Filiale von Vögele Shoes im Coop schliesst Ende Oktober.

Oliver Menge

Vögele macht den Schuhladen im 1. Untergeschoss des Coop per Ende Oktober dicht. Entsprechende Auskünfte auf Anfragen bestätigen den Sachverhalt. So wurden die Mitarbeitenden der Filiale schriftlich über die Schliessung informiert. Zwar wisse man noch nicht, wann der letzte Verkaufstag stattfinde, hiess es, aber per 31. Oktober werde Vögele die Ladenfläche räumen.

Max Bertschinger, CEO der Karl Vögele AG, präzisiert: Die Filiale schliesst demnach bereits am 24. Oktober 2020. Man habe allen drei Mitarbeitenden eine Anstellung in einer anderen Filiale angeboten. «Dabei werden zwei in Zukunft in einer naheliegenden Filiale tätig sein. Eine weitere Person wird sich auf eigenen Wunsch neu orientieren.»

Konkrete Gründe für die Schliessung werden nicht genannt. Vielmehr hänge das von einem Bündel von Faktoren, wie Lage, Kundenfrequenz und Konkurrenzsituation am Ort ab. «Kommt hinzu, dass sich die Situation im Zuge der Covid-Krise allgemein für den Handel verschärft hat.» Gleichzeitig prüfe man laufend Opportunitäten für Neueröffnungen. «Dabei verfolgen wir eine duale, integrierte Strategie. Sprich: Wir wollen am stationären Handel festhalten und diesen durch ein starke Online-Präsenz ergänzen.»

Kommt die Post ins Coop oder kommt sie nicht?

Was aber geschieht mit der frei werdenden Ladenfläche? In Grenchen halten sich diesbezüglich hartnäckige Gerüchte, die Post wolle ihren Standort am Postplatz aufgeben und im Untergeschoss bei Coop einziehen. Ein Untergeschoss, das ja nicht wirklich eines ist, da südlich ein ebenerdiger Eingang ins Coop Restaurant und zu der fraglichen Gewerbefläche besteht. Mit dem grossen Parkhaus und der zentralen Lage eine ideale Lage, wie auch Stadtpräsident François Scheidegger findet. Man müsse sich die Frage stellen, was das für den potenziellen Postkunden bedeuten würde, zöge die Post an den neuen Standort, so der Stadtpräsident. «Die Bedürfnisse haben sich geändert und eine Poststelle an diesem Ort und so zentral gelegen wäre besser integriert und würde aus meiner Sicht Sinn machen».

Scheidegger lässt auch durchblicken, dass seines Wissens bereits entsprechende Gespräche stattgefunden haben. Denn der jetzige Standort am Postplatz mit der Zufahrt zum Geschäftskundenschalter im 1. Stock von der Kirchstrasse her sei ungeeignet. Vor allem die wenigen Gratis­parkplätze dort sind ihm ein Dorn im Auge: Unübersichtliche Ausfahrt, eng und zum Teil würden Einige diese Parkplätze dann stundenlang besetzen, was nicht der Sinn der Sache sei. Auch die Schalterhalle entspreche nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen, insbesondere zu Coronazeiten: Der Eingang sei viel zu eng.

Allerdings werden konkrete Umzugspläne von der Post offiziell nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert. Wie Markus Flückiger, Spezialist Politik & Kommunikation Region Mitte bei der Post Schweiz auf Anfrage mitteilt, wolle man das Angebot in Grenchen attraktiv halten. Ein Abbau sei nicht geplant, im Gegenteil: Man wolle am Standort Grenchen festhalten. Tatsächlich sei ein Umbau der bestehenden Filiale oder eine Neuausrichtung im Gespräch, auch ein Standortwechsel stehe mittel- oder langfristig zur Diskussion. Aber einen Umzug ins UG des Coop in näherer Zukunft könne er nicht bestätigen.

Wie steht es um den ­Popup-Store von Blackout?

Vögele teilt sich die Gewerbefläche mit dem Kleiderladen «Blackout», der nach dem kurzen Zwischenspiel des italienischen Textil- und Modeunternehmens OVS dessen Einrichtung und Ladenfläche übernehmen konnte. Oviesse hatte 2017 die Modekette Charles Vögele übernommen und eröffnete im selben Jahr den Laden, ging allerdings schon ein Jahr später in Konkurs.

Blackout war schon früher in Grenchen an der Marktstrasse stationiert, dort, wo sich jetzt die Brocante der gemeinnützigen Gesellschaft Grenchen befindet. 2016 wurde das Familienunternehmen von der deutschen Modekette Jeans Fritz übernommen. Allerdings nur ein Drittel der Filialen, der Rest wurde geschlossen, auch die Filiale Grenchen. Im November 2018 eröffnete Blackout im Untergeschoss von Coop dann den dritten Popup-Store in der Schweiz.

Blackout zeigt sich zufrieden mit Standort

Die Filiale war vorerst befristet und bot Blackout die Gelegenheit, den Standort hinsichtlich seiner Tauglichkeit für eine längerfristige Niederlassung zu prüfen, hiess es damals in der Mitteilung der in Birsfelden beheimateten Firma. Laut Willi Kissling, Zuständiger für Blackout Schweiz und Assistent der Geschäftsleitung, sei man sehr zufrieden mit dem Standort Grenchen und habe sich eine Stammkundschaft schaffen können. Mit Coop, zu der man ein gutes Einvernehmen habe, stehe man aktuell in Vertragsverhandlungen, der laufende Vertrag sei noch bis Mitte 2021 in Kraft.

Dass die Post als möglicher Nachfolger von Vögele Shoes gehandelt werde, sei auch ihnen mitgeteilt worden, sagt Kissling. Für sie selber komme eine Erweiterung nicht in Frage, die rund 350 Quadratmeter ausgebaute Ladenfläche sei gerade richtig für ihren Store.

Aktuelle Nachrichten