Gemeinderat

In Lengnau wurden die Karten neu gemischt

44,73 Prozent der Stimmberechtigten verändern das Kräfteverhältnis. Die SP und die Junge SVP gewinnen je einen Sitz.

Das Kräfteverhältnis im Lengnauer Gemeinderat lautet neu: drei SP-Gemeinderäte, drei bürgerliche Gemeinderäte (2 FDP, 1 SVP) sowie ein Gemeinderat der Jungen SVP. Aus 23 Kandidierenden wurden gewählt von der SP Sandra Huber-Müller (bisher), Daniel von Burg (bisher) und Alexander Pfister (neu). Von der Bürgerlichen Liste Peter Abrecht (bisher), Marcel Frattini (neu) sowie Thomas Hübscher und von der Jungen SVP Frank Huber (bisher). Nach der maximalen Amtsdauer von 12 Jahren konnte der bisherige Präsident Max Wolf nicht mehr kandidieren. Eduard Gilomen (SVP, bisher) wurde nicht mehr gewählt.

Klar stärkste Kraft blieb mit 3605 Parteistimmen die Liste der Bürgerlichen Parteien FDP/SVP vor der SP mit 3291. Die Junge SVP erreichte auf Anhieb 1680 Parteistimmen. Die Evangelische Volkspartei bekam 876 Parteistimmen. Die Listenverbindung mit der SP wird der EVP den Einsitz in die Kommissionsarbeit ermöglichen. «Ein schönes Resultat», sagte EVP-Präsident Ruedi Mösch, der zwar gerne eine seiner Kandidatinnen im Rat gesehen hätte.

Die Querelen rund um den Gemeinderat Frank Huber gipfelten in der Teilnahme der Jungen SVP mit einer eigenen Liste. Mit dieser wollten die bürgerlichen Parteien keine Listenverbindung eingehen. So kam es zum Sitzgewinn der Sozialdemokraten. Mit einer Listenverbindung der Bürgerlichen mit der Jungen SVP wäre Adrian Spahr von dieser Liste Gemeinderat geworden.

SP: Dritter Sitz angestrebt und erreicht

Grosses Vertrauen erhielt mit bestem Resultat Sandra Huber-Müller von der SP. Sie ist wieder einzige Frau im Rat. Neu von der SP wurde Alexander Pfister, Maschinentechniker, gewählt. Nicht gewählt auf der Liste der SP wurde Barbara Banga-Schaad. «Wir haben den dritten Sitz angestrengt und dieses Ziel erreicht», freute sich dennoch SP-Präsidentin Margrit Gatschet.

Neu im Gemeinderat ist der FDP-Lengnau-Präsident Marcel Frattini. Er sei gespannt auf die Zusammenarbeit im deutlich jüngeren Gemeinderat.

Hansrudolf Lüthi, Präsident der SVP, will nach dem «Gstürm» vor allem vorwärtsblicken und gemeinsam mit den Beteiligten an einen Tisch sitzen. «Angesichts der geführten Kampagnen hätte das Resultat noch ganz anders aussehen können», meinte Lüthi.

Frank Huber freut sich als bisheriger Finanzvorsteher über sein Resultat. Er bedauert, dass Adrian Spahr nicht ebenfalls gewählt wurde. «Wie bereits vor den Wahlen angekündet, werde ich auf jeden Fall für das Amt des Gemeindepräsidenten kandidieren», sagte Frank Huber. Er sei überzeugt, dass er «normal» auf der Liste der Bürgerlichen und ohne Gegenkampagne viel mehr Stimmen erreicht hätte. So wird es wohl zur Urnenwahl um das Amt des Gemeindepräsidenten kommen. Bei den Bürgerlichen wird sich Peter Abrecht wohl ebenfalls dazu entscheiden. Nach dem guten Resultat von Sandra Huber, der bisherigen Vize-Gemeindepräsidentin, käme ihre Kandidatur sicher nicht von ungefähr.

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