Gerlafingen
In Gerlafingen tauchen plötzlich doch noch 600 000 Franken auf

Die Gerlafinger Gemeindeverwalterin Katalin Kulcsar hat das erwartete Steueraufkommen zunächst um 600 000 Franken zu tief eingeschätzt – und diese Schätzung nun korrigiert. Die Gemeinderäte werfen ihr nun mangelnde Seriosität vor.

Gundi Klemm
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Noch sieht Gerlafingen in Sachen Schulhaus-Neubau (im Bild die provisorischen Container) kein Licht am Ende des Tunnels.bar

Noch sieht Gerlafingen in Sachen Schulhaus-Neubau (im Bild die provisorischen Container) kein Licht am Ende des Tunnels.bar

Die Sparübungen an der vorletzten Gerlafinger Gemeinderatssitzung waren nicht eben ergiebig: Sie hatten gerade mal 160000 Franken eingebracht. Das Defizit der laufenden Rechnung lag immer noch bei rund 1,6 Millionen Franken. In der Zwischenzeit hat aber Gemeindeverwalterin Katalin Kulcsar das erwartete Steueraufkommen der natürlichen Personen nochmals überprüft und tatsächlich festgestellt, dass sie dieses Volumen um rund 600000 Franken heraufsetzen kann. Gegenüber Vorhaltungen aus dem Rat, der Seriosität vermisste, erklärte sie, dass sie jetzt erst im November auf eine grössere Zahl an definitiven Steuerveranlagungen habe zurückgreifen können. «Somit hat sich die Basis etwas geändert», sagte Kulcsar.

Als sie Ende August bei einem Steuerfuss von 130 Prozent die fiskalische Seite des Budgets erarbeitete, habe ihr nur eine Schätzung sowie Empfehlung des Kantons zur Verfügung gestanden. Nun aber habe sie eine gewisse Entwicklung des Steuersubstrats und anteilig auch Zuzüger berücksichtigen können. Somit stehen im Voranschlag Erträge von 33,5 und einem Aufwand von 34,5 Mio. Franken gegenüber. Dies ergibt einen Aufwandüberschuss von rund 1 Mio. Franken. Der Rat verzichtete auf weitere Diskussionen zu Einzelpositionen, weil sich das Defizit eben doch merklich reduziert hatte.

Schulhaus-Neubau beschäftigt

Ausführlich besprochen wurde der Schulhaus-Neubau, dessen Notwendigkeit im Grundsatz von keiner Fraktion bezweifelt wird. Da allerdings ein Planungskredit von 240000 Franken und der nötige Verpflichtungskredit für den Neubau von rund 7 Mio. Franken in der augenblicklichen Finanzlage kaum zu vertreten sind, folgte der Rat dem Antrag der Arbeitsgruppe Neubau Schulhaus Gländ, die für ein Herauslösen dieser Beträge aus dem Budget plädierte. Gemäss deren Präsident Christian Holderegger soll erst eine ausserordentliche Gemeindeversammlung Ende März über diese Investition beschliessen. Denn die nötige Meinungsbildung über das Bauvorhaben habe, so Holderegger, in der Bevölkerung noch gar nicht stattfinden können. Erst mit genügend Information könne entweder an der Gemeindeversammlung oder später an der Urne entschieden werden.

Mit diesem Entscheid konnte auch die Finanzkommission leben. Ganz explizit hatte sie zuvor den Gemeinderat aufgefordert, aus finanziellen Gründen dieses Budget zurückzuweisen und nicht zuhanden der Gemeindeversammlung zu verabschieden. Nach Rückzug dieses Antrags gelangte der Rat zur Überzeugung, den nochmals modifizierten Voranschlag dem Souverän vorlegen zu können. «Wir als Politiker haben wirklich ein hartes Leben», versuchte Gemeindepräsident Peter Jordi danach sich und die Ratsmitglieder zu trösten.

Neue Schulleitung wird gesucht

Da Gesamtschulleiterin Jeannette Hansen Ende Juli 2013 in Pension gehen möchte, hat der Rat nicht nur die Suche nach einer Nachfolge, sondern ebenso eine Durchleuchtung der Schulstrukturen gestartet. Der Bildungsbeirat, der sich von Schulconsulting beraten liess, hatte eine gründliche Analyse sowie Lösungsvorschläge erarbeitet. Berater Max Wittwer erläuterte für Gerlafingen mit seinen 600 Schülerinnen und Schülern in Kindergarten, Primarschule, Oberstufe und Musikschule die vorgeschlagene Struktur, die in der strategischen Ebene den Gemeinderat, die Bildungskommission und die künftige Hauptschulleitung ansiedelt. Als Stabsstelle fungiert das beigeordnete Schulsekretariat mit 100 Stellenprozenten. Drei Schulhaus- bzw. Bereichsleitungen werden dort die operative Führung wahrnehmen.

Inklusive Hauptschulleitung rechnet der Bericht für die gesamte Leitungsaufgabe mit 280 Stellenprozenten. Schon in den nächsten Tagen werden Inserate für die Stellenbesetzung geschaltet. Da das Schulsekretariat demnächst auch für Lohnadministration und Buchhaltung zuständig sein soll, stand im Rat die kürzlich beschlossene 30-prozentige Stellenerweiterung für die Finanzverwaltung, die heute die Lehrerlöhne abwickelt, wieder auf dem Prüfstand. «Wir wollen in der Verwaltung keine Doppelkapazitäten schaffen», erklärte Peter Jordi, der sich wie der Rat für klare Abgrenzungen aussprach.

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