Sie sind die fünf «Mädchen für alles», die AIS-Mitarbeiterinnen des Flughafens Grenchen. Ohne sie könnte kein Flugzeug vom Boden abheben. Neben den Aufgaben, die den Flugbetrieb betreffen, helfen sie bei kleineren und grösseren Problemen jeglicher Art.

Keine Langeweile

«Viele unserer Aufgaben laufen routinemässig ab, und doch ist hier kein Tag wie der andere», erzählt Pia Hoffmann, AIS-Mitarbeiterin auf dem Flughafen Grenchen. Seit zehn Jahren arbeitet sie nun schon auf diesem Beruf, langweilig werde es jedoch nie. Die Damen an der Information sind die erste Anlaufstelle für Probleme aller Art, welche tagtäglich auftreten. So fungiere das fünfköpfige Team auch schon mal zum Schlüsseldienst oder zum Sorgentelefon, erzählt Hoffmann.

Wetterservice jede halbe Stunde

AIS steht für Aeronautical Information Service oder zu deutsch: Luftfahrtinformationsdienst. Eine Hauptaufgabe der AIS-Angestellten besteht darin, jede halbe Stunde das ATIS (Automatic Terminal Information Service) auf ein Tonband zu sprechen, welches die Piloten über die aktuelle Wetterlage informiert. Dies sei allerdings nicht so arbeitsintensiv, meint Hoffmann. Einen Grossteil der Zeit nehme das Verwalten von Formularen und Flugplänen in Anspruch.

Auch das Erneuern von Ausweisen gehöre zum Repertoire. Sie erklärt: «Unsere Arbeit ist in den letzten Jahren immer komplexer geworden, es müssen stetig mehr Formulare ausgefüllt werden. Auch die Genauigkeit der Daten hat zugenommen.» Besonders viel Aufwand würden die Flüge ins oder vom Ausland beanspruchen. «Bei jedem Auslandflug müssen Formulare ausgefüllt und ans Zollamt in Bern geschickt werden. Bei Non-Schengen-Ländern muss zudem die Kantonspolizei informiert werden, damit sie Zollkontrollen durchführen kann.»

Flexibel und hilfsbereit

Trotz dieser Routinearbeiten sei AIS ein sehr spannender und abwechslungsreicher Beruf, so Hoffmann. «Wir stehen ständig mit Leuten in Kontakt, sind viel in Bewegung und arbeiten im Team. Wir sind für alle da und haben vielfältige Aufgaben.» Trotzdem sei dieser Beruf nicht für jedermann geeignet. «Wir arbeiten im Schichtbetrieb und auch an Wochenenden», erklärt die gelernte Damenschneiderin. «Flexibilität und Hilfsbereitschaft sind wichtige Voraussetzungen, um in diesem Job bestehen zu können. Man wird beispielsweise häufig bei einer Arbeit unterbrochen.»

So habe das ATIS aufzusprechen immer erste Priorität, und die Kundenbetreuung komme vor dem Ausfüllen von Formularen. «Ausserdem gibt es Stosszeiten, wo alle in die Luft wollen. Das kann sehr stressig sein.» Wer damit aber kein Problem habe, werde diesen Beruf lieben, ist Hoffmann überzeugt.

Keine Berufslehre

Besonders der spezielle Arbeitsort Flughafen habe seinen Reiz: «Da Grenchen ein internationaler Flughafen ist, haben wir mit Leuten aus der ganzen Welt zu tun. Das ist sehr spannend.» Das Beherrschen der englischen Sprache ist dementsprechend Pflicht für eine AIS-Mitarbeiterin. «Wer diesen Beruf lernen will, soll sich deswegen aber nicht verrückt machen. Meine Englischkenntnisse waren anfangs nicht so gut, aber ich habe durch die tägliche Arbeit und Weiterbildungskurse viel dazu gelernt und kann nun sehr gut Englisch.»

Eine eigentliche Berufslehre als AIS gibt es zwar nicht, eine kaufmännische Ausbildung und Erfahrung in Kundenberatung ist jedoch von Vorteil. Dass dies allerdings keine zwingenden Voraussetzungen sind, beweist Pia Hoffmann gleich selbst: Sie hat Damenschneiderin gelernt und ist somit eine klassische Quereinsteigerin. Bis wann Hoffmann noch auf diesem Beruf arbeiten will, weiss sie nicht. «Ich sehe aber keinen Grund, weshalb ich nicht noch lange diesen tollen Beruf ausüben sollte.»