Forum Grenchen
In 15 Jahren soll Grenchen eine Stadt mit 20'000 Einwohnern sein

Beim 10. Grenchner Forum orientierte der neue Stadtbaumeister Aquil Briggen über die Ortsplanungsrevision.

Nadine Schmid
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Stadtbaumeister Aquil Briggen

Stadtbaumeister Aquil Briggen

Hanspeter Bärtschi

Beim letzten Grenchner Forum wurde beschlossen, von nun an in diesem Jahr Schlüsselpersonen der Verwaltung einzuladen, um dadurch der Bevölkerung zu ermöglichen, mit der Verwaltung in Kontakt zu kommen und um mehr über ihre Aufgaben zu erfahren. Am Freitag gab Stadtbaumeister Aquil Briggen in der Bürgi-Villa den Auftakt in diese Veranstaltungsreihe.

Er stellte den achtzehn Anwesenden seinen Werdegang sowie die Baudirektion vor und orientierte über die aktuelle Grenchner Ortsplanungsrevision, die die Weiterentwicklung Grenchens für die nächsten 15 Jahre plant und damit die Stossrichtung für diese Zeit vorgibt. Dabei richtet sie sich nach dem erwarteten Bevölkerungswachstum in dieser Zeitspanne aus. Laut Briggen sei damit zu rechnen, dass in 15 Jahren rund 20 000 Menschen in Grenchen leben.

Im Moment steckt die Ortsplanungsrevision noch in den Kinderschuhen. Öffentlich aufgelegt wird sie im Sommer oder Herbst 2021. Seit September 2018 läuft die Analysephase, in der 10 Themenblöcke unter die Lupe genommen werden.

Wo kann Grenchen wachsen?

«Wir sehen uns während dieser Phase unter anderem an, wo unsere Bauzonenreserven sind, also wo es noch unbebautes Land oder untergenutzte Flächen in Grenchen gibt», erklärte Briggen. In diese Analyse werde die Ist-Situation mit der aktuellen Leerstandsituation einbezogen. Auch die Reglemente würden durchgelesen und den Bedürfnissen angepasst. Weiter gehe es darum, nach bereits vorhandenem Potenzial in der Stadt zu suchen. Zu diesen Potenzialen würden die Reserven zählen, die bei bereits vorhandenen Bauten zur Verfügung stünden. «Bei manchen Gebäuden könnte man beispielsweise noch ein, zwei Stockwerke anfügen und so in die Höhe bauen und verdichten», führt Briggen aus.

Der Schutz und Unterhalt der Grünräume sowie die vorhandenen Gestaltungspläne, mehr als 50 an der Zahl, seien auch ein Thema. Letztere würden auf ihre Aktualität hin überprüft. Schliesslich gehe es auch um die Nutzungspläne und somit um die Einzonung. «In Grenchen kann jedoch nicht viel eingezont werden», betont Briggen.

Das industrielle Gebiet «Südost»

Auch von der Vision Südost sprach Briggen. «Das Gebiet ist ein Reservegebiet und gehört zu den Top 10 bis 12 Standorten des Kantons. Damit ist es ein wichtiger Standort, da sich dort eine grosse Industrie ansiedeln könnte. Auch darüber, was man mit diesem Land tun möchte, gilt es nachzudenken.» Wegen seines Wertes würde dort auch der Kanton ein Mitspracherecht haben. Im Westen der Stadt, im Gebiet Bahnhof Nord und Monbijou, hingegen müsse man sich die Frage stellen, ob es dort alle Gebäude noch brauche oder gewisse abgerissen werden könnten.

Nach der Analysephase soll es bald eine erste Orientierung für die Bevölkerung geben. Danach sollen die Konzepte ausgearbeitet werden. Im Anschluss, im Jahr 2020 bis 2021 könne die Bevölkerung aktiv bei der Ortsplanungsrevision mitwirken. Danach komme es zur Vorprüfung.
Briggen sprach im Rahmen der Einführung in die Aufgaben der Baudirektion auch über die bald anstehenden Bauprojekte. «Im Moment arbeiten wir ja bei der Kirchstrasse, im April wird die Dählenstrasse saniert. Auch der Neubau des Bahnhof Süd ist eines der grösseren folgenden Projekte des Bereichs Tiefbau.»

Das Grenchner Forum findet immer am ersten Freitag des Monats statt. Im nächsten Forum wird Feuerwehrkommandant, Thomas Maritz, dem Publikum die Feuerwehr näherbringen.