Mit dem Neubau des Dreifachkindergartens im Campus Schulhaus Dorf an der Küpfgasse wird dringend nötiger Schulraum im Kleinfeldschulhaus gewonnen. Die Provisorien im Keller der Aula und im Container auf dem Pausenplatz Schulhaus Dorf können aufgehoben werden.
Es ist vielleicht der letzte richtig warme Augustabend.

Die Einwohnergemeinde hat zur Information über den 3.3-Millionen-Franken-Kredit für den neuen Dreifachkindergarten geladen. Knapp 60 Personen interessieren sich. «Vielleicht ist vielen jungen Eltern der Kindergartenneubau so klar, so dass sie es nicht für nötig fanden, an die Versammlung zu kommen» folgert Claudia Rüfli, selber Mutter von kleinen Kindern. Sie hat mehr Eltern zukünftiger Kindergartenkinder erwartet. «Lengnau wächst extrem schnell. Dies hat seinen Preis und bedingt die Infrastruktur anzupassen, um ein attraktives Dorf zu bleiben» sagte Gemeindepräsident Max Wolf.

Immer mehr Schüler

Die Schülerzahlen in Lengnau sind von 395 Kindern im 2012 auf 562 Kinder im neu begonnenen Schuljahr gewachsen. Diese Entwicklung vorausschauend hat der Gemeinderat das Siegerprojekt «Tausendfüssler» des Architekturwettbewerbes für den zuerst geplanten Doppelkindergarten um einen Kindergarten erweitert. Ins Gebäude der Tagesschule kommt ein zusätzlicher Gruppenraum, der Bezug zum vierten, bestehenden Kindergarten Fabrikstrasse wird geschaffen. Die zentrale Schulanlage Dorf wird gestärkt.

Das Projekt «Tausendfüssler» der Fahrni Partner Architekten Luzern überzeugte die Jury im letzten Frühjahr wie es sich feingliedrig und flexibel, einstöckig mit der kindsgerechten Rückzugsmöglichkeit ins 1,8 Meter hohe «Himmelszimmer» einfügt. Die drei neuen Kindergartengebäude sind kompakt, autonom und doch miteinander durch Kolonnaden verbunden. Jeder Kindergarten verfügt über einen eigenen Spielplatz, gemeinsam ist der quasi Dorfplatz. «Spielen, erleben, lernen, sich mit dem Kindergarten identifizieren. Die Kindergartenwelt ist uns ein Anliegen» sagte Architekt Sacha Michael Fahrni an der Orientierungsversammlung.

Entsprechend wurde die Materialisierung mit Holz, Beton und Glas gewählt. Viel Tageslicht von Ost und West und der Bezug von innen und Aussen ergeben eine inspirierende Atmosphäre.Die Erstellungskosten seien «vernünftig und in guter Qualität» geplant. Und sollten einmal nicht mehr so viele Kindergärten nötig sein, ist die Nutzung der Gebäude flexibel.

Gegenüber den heutigen Provisorien im Schulhaus Dorf im Keller unter der Aula und im Container auf dem Pausenplatz wäre der neue Dreifachkindergarten eine andere Welt.

Abstimmung am 23. September

Die Urnen-Abstimmung über den Kredit von 3,3 Millionen Franken findet am 23. September 2018 statt. «Es wäre eine schöne Sache für unsere Kinder, wenn wir die Kindergärten im Sommer 2020 in Betrieb nehmen könnten» hofft Frank Huber, Gemeinderat Finanzen und Liegenschaften.