Wenn die Tage kürzer werden, werden sie im Velodrome Suisse länger, denn die Rennsaison beginnt. Auch im kommenden Halbjahr stehen im Nationalstadion der Schweizer Velofahrer wieder nationale und internationale Rennen sowie ein weiterer Weltrekordversuch auf dem Programm. Gestern orientierten die Velodrome-Verantwortlichen über die Highlights.

Los gehts bereits diesen Donnerstag mit den Schweizer Meisterschaften in der Mannschaftsverfolgung. Die Königsdisziplin auf der Bahn erfordert nicht nur fitte «Wadli», sondern auch optimale Taktik der Bahnvierer.

Am Start stehen sechs Mannschaften aus der ganzen Schweiz, darunter das Team Bern mit Tristan Marguet, Gino Mäder, Joab Schneiter und Marc Hirschi. «Alles. was in der Schweizer Radsportszene Rang und Namen hat, wird am Donnerstag dabei sein», freut sich Michèle Tanner, stv. Geschäftsführerin des Velodrome. Die definitiven Startlisten werden Mittwoch im Internet publiziert.

24 Stunden im Sattel

Nebst den Läufen für die Schweizer Meisterschaft werden auch Rennen mit internationaler Beteiligung durchgeführt. «Es sind Athleten aus 13 Ländern und vier Kontinenten angemeldet», erklärt Tanner. Viele Athleten würden in der Schweiz trainieren, beispielsweise im Velodrome in Aigle. «Die Rennen in Grenchen sind für sie eine ideale Abwechslung zum Training und ermöglichen das Sammeln von Rennkilometern.»

Am 15. Oktober wird der österreichische Extremsportler Christoph Strasser in Grenchen den Weltrekord im 24-Stunden-Radfahren auf der Bahn in Angriff nehmen. Der Ultra-Velofahrer, der bereits zweimal das Race Across America gewonnen hat, will im Oval die Marke von 903 km knacken.

Dazu muss er eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 37,7 km/h aufrechterhalten (Verpflegung und Pinkel-Halt eingerechnet). Der Anlass mit Beginn um 14 Uhr wird als Happening mit Expo, Kinderparcours und Festwirtschaft aufgezogen. Der Eintritt ist frei.

Mit der Track Cycling Challenge am 2. und 3. Dezember folgt ein Grossanlass internationalen Kalibers, der fast schon mit der vergangenen Bahn-EM vergleichbar ist. Bahnprofis aus über 20 Nationen werden sich in über 10 Disziplinen auf dem Grenchner Holzoval messen und um eine Preisgeldsumme von 15 000 Fr. kämpfen.

Als Speaker konnten Franco Marvulli und EM-Speaker Christian Rocha verpflichtet werden. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Es können verschiedene VIP-Packages gebucht werden.

Auslastung ist gut

Weitere Donnerstagabendrennen sind laut Tanner im Januar, Februar und März vorgesehen, wobei der Anlass im Januar wieder zweitägig ist. Am 26. und 27. Januar werden die Schweizer Meisterschaften in der Kategorie Omnium durchgeführt. Die beiden letzten Rennen der Saison sind am 16. Februar und 16. März.

Das Velodrome sei nach wie vor gut ausgelastet, heisst es. Die Veloboxen sind ausgebucht, Bahn-Abos für das nächste Jahr seien zurzeit noch erhältlich.

Attraktive Bedingungen finden insbesondere die jugendlichen Nachwuchsfahrer, welche ein ganzes Jahr für 50 Fr. (inkl. Velomiete) trainieren können. Für das Training jeweils mittwochs von 16 bis 20 Uhr kann man sich noch bis 2. Oktober anmelden.

Swatch Group kommt wieder

Die «Mantelnutzung» des Velodrome findet primär durch Firmenanlässe statt, die oft während des Trainings auf der Bahn stattfinden und dadurch an Attraktivität gewinnen. Manchmal buche ein Kunde auch gleich einen Bahn-Schnupperkurs für seine Mitarbeiter.

Mit der Ausweitung des Lehrlingsturnens sei inzwischen auch der Turnhallenbetrieb noch besser ausgelastet. Im Oktober wird die nächste Hausmesse der Landi Schweiz stattfinden und für nächsten Mai (genaues Datum noch offen) habe auch die Swatch Group wieder für die nächste Generalversammlung der Aktionäre reserviert.

Eine grosse Unsicherheit besteht allerdings noch: «Von der mia haben wir bisher noch nichts gehört», erklärt die stellvertretende Geschäftsführerin. Die Messe bedeutet für das Velodrome eine wichtige Einnahmequelle.