Ferien
Im Tierheim Aarebrüggli herrscht während der Ferienzeit Hochbetrieb

Man stelle sich vor, eine Familie aus der Region fährt in die Ferien. Was passiert jetzt mit dem lieben Haustier? Das Aarebrüggli in Grenchen bietet die perfekte Lösung.

Rebekka Balzarini
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Die Tiere geniessen den Aufenthalt im Aarebrüggli.
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Dieser Kater lässt sich vom Hochbetrieb im Gehege kaum stören.
Der Westie begrüsst die Besucherin auf seine Weise.
Rundgang durch das Tierheim Aarebrüggli in Grenchen
Neben Katzen werden auch Igel, Vögel, Schlangen und Taranteln abgegeben.
Das Tierheim bietet Platz für Katzen und Hunde.

Die Tiere geniessen den Aufenthalt im Aarebrüggli.

«Uns ist es wichtig, dass sich die Tiere wohl fühlen», betont Ivan Schmid vom Tierheim Aarebrüggli, dem seit 1996 bestehenden Ferienheim und Tierasyl mit Igelstation direkt an der Aare zwischen Grenchen und Arch. Fix angestellt sind momentan fünf Leute und ab diesem Sommer zwei Lehrlinge. «Momentan, in der Ferienzeit, haben wir besonders viel zu tun», erklärt Schmid. Das Tierheim nimmt Tiere auf und pflegt sie, während die Besitzer in die Ferien reisen.

Die Tiere vertragen sich

Im Katzengehege herrscht Hochbetrieb, aber alles ist friedlich, die Tiere vertragen sich problemlos. «In den ganzen Jahren gab es keine einzige Bissverletzung.» Das Team vom Aarebrüggli gibt sich grosse Mühe, den kleinen Feriengästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.

Einige Tiere hätten Heimweh, erklärt Schmid weiter. Aber meistens würden sie sich nach kurzer Zeit wohl fühlen. Manche Katzen würden nach dem Aufenthalt gar nicht zu ihren Besitzern zurückkehren wollen und seien beleidigt, weil sie alleingelassen wurden, schmunzelt er.

Ein Angewöhnungs-Wochenende

Wer sein Haustier gerne über die Ferien im Tierheim abgeben will, dem empfiehlt Schmid, die Katze bereits vorher ein Wochenende lang im Aarebrüggli abzugeben, damit sie sich an die neue Umgebung gewöhnen kann.

Die Katzen, die dauerhaft im Aarebrüggli untergebracht sind und auf neue Besitzer warten, werden nicht mit den Feriengästen im gleichen Raum untergebracht. Neuzugänge werden zuerst unter Quarantäne gehalten, um sicher zu sein, dass sie keine Krankheiten einschleppen. Sie werden vom Tierarzt untersucht, geimpft, kastriert, und danach versuchen Schmid und seine Angestellten, einen passenden Ort für die Katzen zu finden.

Nicht nur Katzen – auch Hunde sind wilkommen

Auch Hunde finden einen Platz im Aarebrüggli. Das Hundegehege ist eine Eigenentwicklung vom Tierheim in Zusammenarbeit mit einem Baumeister. Beim Bau wurde darauf geschaut, dass sehr viel Licht hereinfällt und die Wandfarben wurden zusammen mit einem Tierpsychologen ausgesucht. Ein Isolator im Boden garantiert angenehme Temperaturen im Sommer und Winter, und eine Lüftungsanlage reguliert die Frischluftzufuhr.

Wichtig ist auch ein Sonnenschutz für die heisse Jahreszeit. Um die Hunde nicht zu viel Stress auszusetzen, wurde ein Sichtschutz errichtet. «Manche Leute haben wegen des Sichtschutzes das Gefühl, wir wollten verhindern, dass man in das Heim hineinschauen kann. Dabei dient der Schutz lediglich dazu, dass andere Hunde, die vorbeispazieren, nicht unnötige Aufregung verursachen.» Nicht nur bei den Hunden, sondern im ganzen Tierheim wird Wert auf eine gute Infrastruktur gelegt. Geplant sind zwei weitere Aussengehege für Katzen und ein zusätzlicher Vogelkäfig.

Tranteln, Schlangen und Echsen

Teilweise werden neben Katzen, Hunden und Vögeln auch ungewöhnlichere Tiere im Heim untergebracht. So erzählt Ivan Schmid von Taranteln, Schlangen, Echsen und Chinchillas. Dass Tiere vor dem Heim ausgesetzt werden, komme selten vor, jedoch gab es einzelne Fälle in den letzten Jahren. Einmal sei jemand mit dem Auto vorgefahren, habe seine Katze rausgeworfen und sei gleich wieder weggefahren, erinnert sich Schmid.

Solch Fälle sind für das Tierheim mühsam, weil das Einverständnis der Besitzer fehlt, um die Tiere weitervermitteln zu können. Schmid ist froh darum, wenn Leute gefundene Tiere vorbeibringen: «Lieber geben wir den Tieren hier ein schönes Zuhause, statt dass sie verelenden.»

Erfolgreiche Igelstation

Auch Igel werden oft im Aarebrüggli abgegeben, Hauptsaison dafür ist zwischen Oktober und Mai. Die geschwächten Igel werden auf der extra eingerichteten Igelstation über den Winter aufgepäppelt und im Frühling ausgesetzt.

Es kommt jedoch des Öfteren vor, dass Leute Igel abgeben, obwohl dies gar nicht nötig wäre. «Um sich sicher zu sein, dass ein Igel Hilfe benötigt, sollte man zuerst bei uns im Tierheim anrufen und beschreiben, wie sich der Igel verhält. Oftmals reisst man sonst die Tiere aus einem natürlichen Kreislauf heraus.» Im Tierheim nimmt man sich gerne Zeit für jeden einzelnen Fall. Und genau dieses Sich-Zeit-Nehmen macht auch sonst die vorherrschende, liebevolle Atmosphäre im Aarebrüggli aus.

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