Grenchen
Im Steinbruch Firsi Grenchen herrscht viel Betrieb

Die Firma Vigier Beton Seeland Jura lud zu einer Besichtigung des Steinbruchs Firsi in Grenchen ein. Die Bevölkerung konnte sich über Abbaumethoden, Verwendung des Materials und Renaturierung informieren.

Andreas Toggweiler
Merken
Drucken
Teilen
Grosser Bagger, kleine Kinder. In der Steingrube Firsi waren am Samstag alle willkommen.

Grosser Bagger, kleine Kinder. In der Steingrube Firsi waren am Samstag alle willkommen.

at

Der Steinbruch Firsi an der Gemeindegrenze zu Lengnau war gestern für einmal bevölkert. Normalerweise arbeiten nur drei Personen in der Grube und fördern mit schwerem Gerät tausende Kubikmeter Jurakalk und Kies, das je nach Grösse der Stücke für Strassenkofferungen, Feld- und Waldwege, Sickerschichten, Gartenbau, Mauern oder einfach als Verkehrshindernis bei Platzgestaltungen eingesetzt wird.

Laut Hans Durtschi, Leiter Kieswerke und Steinbrüche bei Vigier Beton Seeland Jura, wurde seit der Eröffnung 1995 900 000 Kubikmeter abgebaut, von insgesamt 4,9 Millionen Kubikmeter erschliessbarem Material. Mit diesen Reserven sei der Abbau für mindestens noch eine Generation sichergestellt. Dazu wird die Grube Richtung Westen, aber später auch in die Tiefe vorangetrieben.

Gleichzeitig wird die unmittelbar angrenzende Deponie Leisern in Lengnau aufgefüllt. Der Weiterbetrieb wurde von der Bevölkerung aus Sorge um das Trinkwasser nach einer Abstimmung gestoppt. Die Auffüllung wird bis ins Jahr 2023 dauern.

Die Firma Vigier Beton lud zum Tag der offenen Tür im Steinbruch Firsi Grenchen
14 Bilder
Bereit für den Rundgang
Wofür die Steine verwendet werden
Eine Bratwurst gehört zum Tag der offenen Tür
Das weggesprengte Material wird zerkleinert
Stefan Böhlen erläutert das Auffüllkonzept der Deponie Leisern Böhlen: "Hier lagert auch Material aus dem Bieler Brüggmoos - wir haben aber keine Radioaktivität gefunden."
Die Deponie Leisern Lengnau wird wieder aufgefüllt
Spezialfahrzeug der Sprengfirma Der Sprenstoff wird vor Ort hersgestellt und fliesst als Pulver ins Bohrloch
Auch die Kleinsten fanden ihre Beschäftigung
Räder Waschanlage für Lastwagen
Zündapparatur für die Sprengung
Rolf Glünkin vom Amt für Raumplanung erläutert die Ökologie
Franz Schilt, Präsident der Bürgergemeinde (Grundeigentümer), begrüsst die Gäste
Hans Durtschi von Vigier Beton führte durch den Steinbruch

Die Firma Vigier Beton lud zum Tag der offenen Tür im Steinbruch Firsi Grenchen

Andreas Toggweiler

Zurzeit herrsche im Steinbruch viel Betrieb, da grössere Infrastrukturprojekte in der Region im Bau sind, insbesondere die Umfahrung Biel oder die Autobahn im Jura, so Durtschi. Dabei kommt die Firma auch als Betonlieferant zum Zug, beispielsweise für die neuen Bieler Stadien, wo innert kurzer Zeit 80 000 Kubikmeter Beton bereitgestellt wurde, mit Tagesleistungen bis zu 1000 Kubikmeter.

Die Firma, die seit 2001 zum französischenVicat-Konzern gehört, verfüge über vier Standbeine: das Stammhaus mit dem Zementwerk in Péry/Reuchenette, zu dem auch die Kieswerke und die beiden Steinbrüche Firsi und Thorberg gehören, Vigier Rail, die einzige Schweizer Fabrik für Beton-Eisenbahnschwellen in Müntschemier, Creabeton mit Fertigprodukten sowie die Entsorgungsfirma Altola. Der Boden der Steingrube gehört der Bürgergemeinde Grenchen, die dafür einen Pachtzins erhält, der je nach jährlicher Abbaumenge zwischen 80 000 bis 240 000 Fr. jährlich beträgt.

Zum Rundgang durch das Steinbruch-Areal konnte Erich Wälti, Unternehmensleiter von Vigier Beton Seeland Jura, Behördenvertreter aus Grenchen, Lengnau und Romont begrüssen. An verschiedenen Posten im weitläufigen Areal konnte man sich über die verschiedenen Produkte, Spreng- und Abbaumethoden, Geologie sowie Renaturierung orientieren.

«Wir füllen in der Deponie Leisern auch Aushub aus dem Bieler Brüggmoos ein», gab Vigier-Vertreter Stefan Böhlen an seinem Posten bekannt. Man habe es aber auf Radioaktivität geprüft und keine festgestellt. Han Kruysse, ehemaliger Kantonsgeologe in Solothurn, informierte über die erdgeschichtliche Vergangenheit des Steinbruchs. Der Jurakalk hat sich währen 150 Millionen Jahren durch Ablagerungen gebildet. Darüber liegt Moränenmaterial aus der letzten Eiszeit.

Silvan Ambühl von der Firma Explosiv Service erläuterte die modernen Sprengmethoden. Nach den Bohrungen wird der Sprengstoff von einem Spezialfahrzeug vor Ort gemischt und das Pulver in die Bohrlöcher geleitet. Rolf Glünkin vom kantonalen Amt für Raumplanung erklärte schliesslich die speziellen Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere in einer Grube und zeigte, welche Pflanzen sich zuerst wieder ansiedeln.