Grenchen
Im Nordbahnhof gibt es jetzt einen Quartierladen

Nun können Reisende und Anwohner im neuen Migrolino Shop einkaufen. Gestern wurde in Grenchen der 156. Migrolino Shop eröffnet. Die Betreiber dieses Shops sind Fabrizio und Marco Paris.

Monika Kammermann
Merken
Drucken
Teilen
Quartierladen im Nordbahnhof

Quartierladen im Nordbahnhof

Solothurner Zeitung

Eigentlich sei der Bahnhof Nord schon seit dem Jahr 2000 als idealer Standort festgelegt worden für einen Convenience-Shop (deutsch: Nachbarschaftsladen) . «Damals haben wir das gesamte BLS-Netz untersucht und wollten sogleich einen Shop, namentlich ‹avec›, hier platzieren», erzählt Markus Laenzlinger, Unternehmensleiter Migrolino. Doch aufgrund organisatorischer Probleme und der Tatsache, dass bis Ende 2009 dort die Schalterhalle der SBB untergebracht war, konnte das Projekt erst in diesem Jahr realisiert werden. Gemäss Laenzlinger sind bis 2014 noch 250 weitere Shops in der ganzen Schweiz geplant.

Wiederbelebter Bahnhof

Auf über 120 Quadratmeter Fläche können nun die Bahn- und Busreisenden sowie natürlich die Anwohner von 6.45 Uhr bis 22 Uhr an 365 Tagen im Jahr ihren Einkauf tätigen. Stadtpräsident Boris Banga spricht die aktuelle politische Diskussion um die Öffnungszeiten dieser Convenience-Shops an. «Es entwickelt sich ein klarer Trend. Die Nacht wird zum Tag, und der Sonntag ist auch nicht mehr heilig. Da spreche ich aus Erfahrung als Polizeipräsident.» Banga zeigt sich froh über den Shop im Bahnhof Nord, da das eine Wiederbelebung bedeute. Auch die BLS begrüsst die Shop-Eröffnung und lobt die rasche Arbeit. «Die Bahnhöfe werden mit diesen Shops aus dem Dornröschenschlaf geweckt», sagt Immobilienbewirtschafterin Jacqueline Güngerich.

«Wir sehen es als ‹Quartierlädeli›»

Die Migrolino Shops funktionieren nach dem Franchising-Prinzip, die Migrolino (Lizenzgeberin) stellt die Infrastruktur zur Verfügung und der Laden wird in Eigenregie von Privatpersonen (Lizenznehmer) geführt. Der Shop im Bahnhof Nord wird von den Brüdern Fabrizio und Marco Paris betrieben. Sie sind gleichberechtigte Partner und Geschäftsführer. «Wir kaufen selber in solchen Shops ein und waren immer fasziniert vom grossen Sortiment auf so kleiner Fläche. Darin haben wir ein Potenzial gesehen», begründet Fabrizio Paris seinen Entscheid. Er und sein Bruder möchten den Shop als «Quartierlädeli» positionieren. Damit folgen sie einer neuen Entwicklung, die auch die Migrolino erkannt hat. «Das ist unsere Philosophie, dass wir vermehrt zurück in die Quartiere gehen möchten. Dazu gehört auch, dass sich die Migrolino an die Preispolitik der Migros anlehnt», so Laenzlinger. Die Leute sollen wieder einen kurzen Weg zum Einkaufen haben, damit man weniger unterwegs sein muss.