Wetter
Im März war es in Solothurn zundertrocken

Auch der März konnte an dem seit Jahresbeginn eklatanten Niederschlagsdefizit nicht ändern – im Gegenteil: Mit nur 22,6 Litern Regen pro Quadratmeter war der Monat der trockenste seit Beginn unserer Messungen vor elf Jahren.

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Viel Sonnenschein, wenig Regen.

Viel Sonnenschein, wenig Regen.

Keystone

Damit sind seit dem Neujahr noch keine 100 Millimeter Wasser in der Region niedergegangen, was nicht einmal einer durchschnittlichen Monatsmenge entspricht. Zum Vergleich: Im rekordnassen März 2001 prasselten allein 342 Liter (oder eben Millimeter) pro Quadratmeter auf Solothurn herunter. Dagegen konnte der jetzige März mit einem Temperaturüberschuss von 1,5 Grad aufwarten.

Die Durchschnittstemperatur in Solothurn lag nämlich bei 6,8 Grad. Das war vor allem dem für den März völlig atypischen Ausbleiben der gefürchteten, späten Wintereinbrüche zu verdanken, die manchmal noch zu Rekordschneemengen im ersten Frühlingsmonat geführt hatten.

Das Glück der Narren

Schon in den ersten Märztagen sah man kaum mehr Schnee auf der Weissensteinkette, und die hellseherisch veranlagten Fasnächtler schienen mit ihrem 2011-er Motto «Sch warm» gar nicht so schlecht zu liegen. Nun, es gab zwar viel Sonne und keinen Tropfen Regen, geschweige denn eine Flocke Schnee über die närrischen Tage, doch in den (Fas)nächten war es doch noch empfindlich kalt und am Umzugssonntag wehte eine ganz stramme Bise über die beiden Aarebrücken.

Auch nach dem Bööggverbrennet blieb das sonst nach solchen Exorzismen übliche Winter-Comeback aus. Im Gegenteil: Die Nachtfröste waren nun kein Thema mehr und Nachmittags kletterte das Thermometer durchwegs in den zweistelligen Bereich. Erst in der Nacht vom 12. auf den 3. März wurden erstmals in diesem Monat einige wenige Tropfen registriert, doch folgten sofort wieder drei warme, trockene Frühlingstage.

Erst vom 18. auf den 19. März brachte eine Front nennenswerten Niederschlag, wobei nicht einmal 10 Liter pro Quadratmeter zusammenkamen. Mit dem astronomischen Frühling und einem besonders eindrücklichen, weil ausserordentlich erdnahen Vollmond vom 19. auf den 20. März stellte sich der Frühling definitiv ein – sechs Tage lang blieb es nun fast wolkenlos. Erst die letzte Märzenwoche sah dann noch zwei, drei eher regnerische Tage, die jedoch am Trockenheitsrekord dieses Monats nichts mehr ändern konnten.

Es bleibt eher trocken

Erst am Montag ist nach dem jetzigen frühsommerlichen Wochenende ist wieder mit etwas Regen zu rechnen. Doch anschliessend gerät die Schweiz in den Einflussbereich eines mächtigen, sommerlich anmutenden Hochdruckgebiets, das sich über Mitteleuropa stabilisiert und sehr dauerhaft aussieht. Gepaart mit frühsommerlichen Temperaturen dürfte sich deshalb die Trockenheit nochmals massiv verschärfen.

Was nicht überraschend ist, denn in den letzten Jahren war der April oft von einer Regenarmut, wie wir sie jetzt im März erlebt haben. Übrigens: In der «Wetternachhersage» des Berner Klima-Historikers Christian Pfister ist nachzulesen, dass alle epochalen Dürren in der Schweiz mit viel zu trockene ersten Monaten im Jahr begannen... (ww)

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