Heute findet im Lindenhaus das grosse Finale statt. Das Jou Joux Hip Hop Dance Camp, durchgeführt von MS Sports, geht zu Ende.

Drei Tage voller neuer Tanzschritte, Choreografien und Figuren am Boden – während je zwei Stunden am Vormittag und zwei Stunden am Nachmittag wurden die Jungs und Mädchen von den beiden Tanzlehrern «geschlaucht». Nicht nur körperlich, sondern auch mental, galt es doch, sich viel einzuprägen.

«Hip Hop ist eigentlich ein Mittel, um sich zu messen. Früher stachen sich die Gangs gegenseitig ab, bis man auf die Idee kam, den Kampf als Dance-Battle auf eine Bühne zu verlegen und das Publikum entscheiden zu lassen, wer besser ist», erklärt Tomaso Schönwälder, der 29-jährige Tanzlehrer aus Zuchwil, der als Vize-Schweizermeister selber eine erfolgreiche Hip Hop Vergangenheit aufzuweisen hat. Deshalb könne man auch sagen, dass Hip Hop sich generell gegen Gewalt wende. Und das will er und sein Kollege Cedric Bühlmann den Kindern auch mitgeben: «Die Kinder lernen nicht nur Tanzschritte, obwohl das Tanzen im Feriencamp im Vordergrund steht. Sie lernen aber auch, dass sie sich in einer Crew bewegen, wo jeder jeden respektiert. Keiner wird ausgelacht, wenn er etwas nicht kann, man arbeitet konzentriert und stört die anderen nicht, hat Respekt voreinander. Und statt sich zu verhauen, trägt man seinen Streit in einem Dance-Battle aus. Das Wichtigste aber ist: Spass haben!», sagt der Tanzlehrer.

Die Kinder wurden in dieser Woche jeweils am Mittag im Lindenhaus von Monika Crausaz und ihrem Team verpflegt. Die Leiterin des Lindenhauses war begeistert von den Kindern. «Letztes Jahr wollten fast zu viele Kinder am Dance-Camp teilnehmen. Dieses Jahr ging im Vorfeld etwas unter, dass das Lindenhaus fast die Hälfte der Kosten für den Kurs übernimmt, folglich haben sich anfangs nur wenige Kinder angemeldet. Aber wir hatten die ganze Woche eine ausgezeichnete Stimmung im Lindenhaus.»

Er habe den Fokus auf die Basics gelegt, erklärt Schönwälder. «Bei einfachen Schritten und Choreografien sind der Lernerfolg und dementsprechend der Spass viel grösser.» Dass einige der Kids auch in Breakdance einiges drauf haben, zeigen sie in der Mittagspause: Kaum sind die Zeichnungen von Graffitis mit Tanzmotiven weggelegt, demonstrieren sie den Handstandüberschlag, das Rad und verschiedene Freezes am Boden.

«Wir möchten die Kinder zum Tanzen animieren. Oder grundsätzlich dazu bringen, dass sie ihre Talente entdecken.» Eltern, mit denen er gesprochen habe, hätten erzählt, dass ihre Kinder jeweils ziemlich müde nach Hause kämen und nur noch vom Tanzen sprechen. «Und das ist doch wesentlich besser, als wenn sie bloss am Bahnhof rumhängen», so Schönwälder.

Den Kindern gefällts: «Tanzen war das Beste, ich habe viel gelernt», meint die 11-jährige Samira. Auch der 11-jährige Nicola ist begeistert, er tanze seit einem Jahr bei Sarah Steiner und werde bestimmt weitertanzen. Und Larissa, 12, fand es cool, neue Leute kennen gelernt zu haben.