Auf den ersten Blick hat nicht viel geändert im Tissot Velodrome, so der erste Eindruck. Noch immer ist das Restaurant auf Selbstbedienung ausgelegt, mit einem Salatbuffet und einer Auswahl an warmen Speisen am Mittag. Und doch ist eine neue Crew mit neuem Konzept am Werk: Das Tissot Velodrome ist nun gastrotechnisch gesprochen unter den Fittichen der SV Group (siehe Box).

Die offizielle Neueröffnung findet zwar erst am 26. April statt, doch schon jetzt ist die neue Crew der SV Group Schweiz im Tissot Velodrome aktiv tätig. Unter der Leitung des 44-jährigen Seeländers Beat Binggeli arbeiten 5 Personen, Festangestellte mit Pensen zwischen 60 und 100 Prozent. Dazu kommt laut Binggeli noch weiteres Personal, das je nach Anlass zusätzlich engagiert wird. Denn SV Schweiz wird im Tissot Velodrome auch das Hallencatering betreiben.

Die Gruppe führt bereits die Gastronomie und das Catering im Stade de Suisse in Bern. Und nach dem Tissot Velodrome hat der SV Schweiz bereits ein drittes Stadion im Visier: Das Unternehmen möchte das Catering in der neuen ZSC Lions Arena in Zürich übernehmen, die 2022 in Betrieb geht.

Grenchen passe ausgezeichnet ins Konzept, sagt auch Rolf Fröhlicher, Key Account Manager der SV Group, der am ersten Tag ebenfalls anwesend ist. Der Standort im Seeland sei sehr interessant, denn wenn auch das Kernbusiness der SV Group die Bewirtschaftung von Kantinen aller Art ist, verzeichnet man doch speziell im Restaurant- und Hotelbereich sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland und Österreich ein markantes Wachstum.

Binggeli hat Erfahrung mit «grossen Kisten»: Als erfahrener Koch und Küchenchef, der seinen Werdegang hauptsächlich bei der SV Gruppe absolvierte, war er zuvor als Küchenchef in der Grosskantine der Swisscom in Ittigen tätig, wo täglich zwischen 700 und 900 Mahlzeiten serviert wurden. Das hier in Grenchen sei nun ein weiterer, spannender Schritt, meinte er. Weil er als Geschäftsführer an ganz neue Aufgaben herangeführt werde, die sich ihm hier stellen.

Das Restaurant ist von Montag bis Freitag von 7 Uhr bis 22.30 Uhr geöffnet, am Samstag von 7 Uhr bis 16.30 Uhr. Sonntag ist normalerweise geschlossen, aber wenn Events anstehen, werde man selbstverständlich das Restaurant öffnen, so Binggeli. Am Mittag stehen immer drei Menüs zur Auswahl, eines davon vegetarisch, eines eher einfach, eines eher aufwendig. Dazu gibt es ein reichhaltiges Salatbuffet. Abends will Binggeli das gastronomische Angebot noch ausweiten und das lasse auch Experimente zu. In welche Richtung es gehen werde, könne er jetzt noch nicht sagen. Das werde man mit der Zeit herausarbeiten müssen.

Kreativität ist gefragt

Dem neuen Geschäftsführer seien durch seinen Arbeitgeber in der Kreativität keine Grenzen gesetzt, betont Fröhlicher: Der SV lässt seinen Mitgliedern freie Hand bezüglich des Angebots, das sie ihren Gästen bieten wollen. Einzig beim Einkauf läuft fast alles über die SV Group. Das bringe Vorteile, was Logistik und Nachhaltigkeit betreffe, erklärt Fröhlicher. Es brauche unter Umständen nur einen Lastwagen, der dann sechs Betriebe beliefern könne. Die Waren kommen aus zentralen Lagern. Auf den Tisch kommt beispielsweise nur Schweizer Fleisch mit dem Label BTS (Besonders tierfreundliche Stallhaltung), aber auch regionale Lieferanten würden berücksichtigt.

Eine gewichtige Änderung gibt es beim Cateringbetrieb für Anlässe in der Halle. Als Ansprechpartner ist künftig nur noch Beat Binggeli zuständig. Alle Anfragen laufen über ihn und auch das Catering werde in der Regel von der SV Group durchgeführt, erklärt Fröhlicher. Veranstalter seien aber frei, externe Caterer zu engagieren. Diese müssen dann eine Umsatzabgabe entrichten. Diesbezüglich eine Ausnahme bildet die mia, deren Restaurationsbereiche sich im Aussenbereich befinden und die von der Grenchner Cateringfirma Fotra (Peter Traub) betrieben werden.

Im Restaurant des Tissot Velodrome wolle man in der Zeit eine Art Ruhe-Oase anbieten, mit Frühstück für die Aussteller und der Möglichkeit, in Ruhe nach der Messe ein Feierabendbier geniessen zu können.