Neueröffnung

Im Grenchner Parktheater wird wieder gekocht

Das Team im Parktheater, ein Teil davon (v.l.): Gunnar Kriening, Küchenchef; Manuela Hinni, Sous-Chef; Michael Läng, Küchenchef; Antje Weiss, Geschäftsführerin.

Das Team im Parktheater, ein Teil davon (v.l.): Gunnar Kriening, Küchenchef; Manuela Hinni, Sous-Chef; Michael Läng, Küchenchef; Antje Weiss, Geschäftsführerin.

Seit Montag kocht die Stiftung Rodania in der Küche des Restaurants Parktheaters. Täglich werden rund 170 Mittagessen zubereitet. Das Restaurant wird aber erst Mitte April eröffnet.

Im Parktheater herrscht derzeit Hochbetrieb: Im Restaurant sind Handwerker mit dem Umbau beschäftigt, es wird gehämmert, gesägt, gemalt, verlegt, verputzt. Es riecht aber ungewöhnlich köstlich. «Warum riecht es hier nach Poulet?», fragt ein Handwerker seinen Kollegen. «Ich bekomme Hunger!» Hinten in der Küche werde halt gekocht, erklärt ihm dieser.

Tatsächlich: Seit vergangenem Montag ist die Küche des Restaurants Parktheater in Betrieb. Die Rodania, Stiftung für Schwerbehinderte, hat das Parktheater nun übernommen. Hier werden täglich rund 170 Mittagessen zubereitet. Mittagessen, die in die Rodania selber, in die Wohngruppe der Rodania beim Bahnhof, zwei Kindertagesstätten und einen Mittagstisch geliefert werden. «Wir haben das Parktheater am 25. Februar übernommen, letzten Freitag sind wir mit der Küche von der Rodania beim Südbahnhof hierhin umgezogen und seit Montag produzieren wir», erklärt Antje Weiss, die von der Rodania, Stiftung für Schwerbehinderte, als Geschäftsführerin des Parktheaters eingesetzt wurde. Am Montag habe sich auch das neue Team zum ersten Mal im Parktheater eingefunden und sich gegenseitig kennen gelernt.

Von null auf 100

Nebst einem Leitungsteam, das aus den zwei Küchenchefs Gunnar Kriening und Michael Läng, ihr selber und ihrer Stellvertreterin Isabel Stauffer besteht, arbeiten rund 25 Personen Vollzeit oder Teilzeit in den Bereichen Küche, Service oder Hausdienst. Darunter auch 3 Personen mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit aus der Rodania, die schon am alten Ort beschäftigt waren. 

«Wir sind sozusagen von 0 auf 100 in nur einem Tag», sagt Weiss. Denn nebst der Küche, die weitgehend so übernommen werden konnte, wie sie war, gibt es im ganzen Haus noch sehr viel zu tun: Lieferanten geben sich die Klinke in die Hand, liefern Geschirr, Inventar, Lebensmittel, Getränke. Die Weinkarte und die Speisekarten werden vorbereitet, eine Kinderspielecke eingerichtet, ein neues Büro muss bezogen werden, weil das alte zu klein war, neue Garderoben für Frauen und Männer werden bezogen, Reglemente für die Mitarbeiter werden erstellt, altes Material, das seit Jahren irgendwo in Schränken vergammelt, muss entsorgt werden und und und. «Zum Glück hatten wir jede Menge Vorlaufzeit für die konzeptionelle Arbeit», sagt Weiss, die bereits seit letzten August angestellt ist. «Unsere Ziele und Werte haben wir schon im Vorfeld definiert. Jetzt geht es um die Umsetzung.»

Junge Frau mit viel Erfahrung

Antje Weiss hat ihre Ausbildung in Zürich in der Luxus-Hotellerie abgeschlossen und danach dort gearbeitet. Sie arbeitete in einigen der besten Etablissements der Schweiz der gehobenen Klasse. Was zieht die Aargauerin also ins Parktheater? «Es ist eben das ganz Andere, das mich interessiert», erklärt sie. Ein Restaurant und ein Haus zu führen in einem Projekt, das den Integrationsaspekt in den Vordergrund stellt, also Menschen mit Einschränkungen eine Tätigkeit ermöglicht. Aber dennoch soll im Restaurant Parktheater die Gastronomie im Vordergrund stehen. «Wir wollen hohe Qualität liefern mit hohen Standards. Dem Gast wollen wir eine perfekte Kulisse bieten und doch eine gewisse Lockerheit rüberbringen».

Der soziale Aspekt an diesem Projekt habe sie gereizt. «Irgendwann stellt man sich auch die Frage nach dem Sinn der eigenen Tätigkeit», sagt die junge Geschäftsfrau. Und hier sei der Zweck der Arbeit ein anderer. So würden im Parktheater nebst der Integration von Menschen mit Einschränkungen auch Menschen arbeiten, die zwar hoch qualifiziert sind, aber aus diversen Gründen – beispielsweise weil sie zu alt waren – trotz unzähliger Bewerbungen keine Stelle mehr gefunden haben. «Bei so einem interessanten Projekt mitzuarbeiten, das ist für mich erfüllend und macht Sinn.»

Gute Nachricht für Vereine

Viele Vereine, die ihre Anlässe früher einmal im Parktheater durchgeführt haben und nach Einführung der Saalmieten ins Rodania abgewandert sind, kehren nun zurück ins altehrwürdige Haus. Und sie bezahlen künftig keine Miete. Das Haus sei auch sonst ausserordentlich gut gebucht, sagt Weiss. «Wir wurden regelrecht überrannt von Anfragen und haben schon von Beginn weg – nebst den Theateranlässen mit Pausenbewirtung – diverse Anlässe, Versammlungen, Apéros und Firmenanlässe etc. im Haus.» Isabel Stauffer kümmert sich nebst der Integration um die Buchungen für Räume und Events.

Am 19. April wird das Restaurant Parktheater mit einem Tag der offenen Tür eröffnet und nimmt danach seinen normalen Betrieb auf (siehe separater Artikel). «Wir werden am Eröffnungstag zwischen 11 und 17 Uhr viele Überraschungen bieten, kleine Häppchen aus der Küche servieren, ein Wettbewerb soll stattfinden und es werden diverse musikalische Einlagen geboten.»

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