Programm

Im Grenchner Kleintheater startet die Saison stumm

Kleintheater Grenchen: Präsidentin Marisa Thöni (links) und Finanzverantwortliche Sabine Hofer.

Am 21. September startet das Kleintheater in Grenchen gleich mit einem Highlight.

«Ohne Rolf» – das ist Kommunikation ohne (gesprochene) Worte. Mit ihrem vierten Programm seit 1999 sprengen die beiden Plakatkünstler die Grenzen zwischen Kabarett, Theater und Literatur – denn die Kommunikation findet ausschliesslich auf Plakaten statt, mithilfe derer die beiden miteinander kommunizieren. Schnell, witzig, tiefgründig. Stumm, aber mit punktgenauer Präzision und einer Leichtigkeit in der Sprache, die ihresgleichen sucht.

Man darf sich auf den Auftritt der Gewinner des Deutschen Kabarettpreises und des Deutschen Kleinkunstpreises am 21. September freuen. «Wir starten die Saison ganz bewusst mit diesem Highlight», erklärt Marisa Thöni, die Präsidentin des Kleintheaters. «Mit ‹Ohne Rolf› holen wir eventuell auch Leute ab, die nicht zu unserem eigentlichen Stammpublikum gehören.»

Zwei gute Saisons liegen zurück

Das Kleintheater, gegründet 1975, wird vom Verein Kleintheater Grenchen getragen, der 1978 gegründet wurde. Letztes Jahr war Jubiläumsjahr. Man feierte das 40-Jahr-Jubiläum mit einem grossen Fest. «Das Fest lief eigentlich besser als erwartet», sagt Sabine Hofer, als CFO verantwortlich für die Finanzen des Vereins. «Die Einnahmen waren höher als erwartet und wir mussten nicht so viel drauflegen, wie wir dachten.» Überhaupt könne man auf eine erfolgreiche vergangene Saison zurückblicken, das hohe Niveau des Vorjahres habe gehalten werden können, sagt Marisa Thöni.

Das Kleintheater wird nach wie vor von der Stadt mit einem Beitrag von 16 000 Franken pro Saison unterstützt, vom Kanton kommt kein Geld. Mit den Ticketeinnahmen können in etwa die Nebenkosten gedeckt werden.

Tickets gibts neu auf der Homepage

Die neue Saison wartet nicht nur mit einem abwechslungsreichen Programm auf (siehe unten), sondern auch mit einigen Neuerungen. «Letztes Jahr, quasi als Jubiläumsgeschenk, lancierten wir unsere neue Homepage», meint Sabine Hofer. «In diesem Jahr kommt ein neues Online-Ticketing-System dazu.» Das Kleintheater arbeitet zu diesem Zweck mit dem Anbieter «Ticketpark» zusammen. Konkret kann man jetzt sein Ticket direkt über die Homepage des Kleintheaters kaufen. Nicht nur das: Selbst den Sitzplatz kann man dort auswählen und reservieren. Die platzgenaue Buchung erfolgt ohne Login oder Registration. Alle Zahlungsarten sind gebührenfrei und die Tickets lassen sich sogar individuell an Freunde verschicken. «Aber selbstverständlich kann man, so wie bisher, die Tickets auch im Büro der BGU am Postplatz kaufen und dort am Schalter den gewünschten Platz reservieren.»

Im achtköpfigen Vorstand gab es einen Wechsel: Für den zurückgetretenen Günter Fenten rutscht Karin Decker nach.

Neue Strömungen beherrschen die Szene

Die meisten Programme, die auf der Bühne in der Aula des Schulhauses V gezeigt werden, haben Mitglieder des Vorstands an der Künstlerbörse in Thun gesehen – zumindest ausschnittsweise. Oder dann wurden sie von Agenturen direkt zu Vorstellungen von Künstlern eingeladen, welche diese unter ihren Fittichen haben. Marisa Thöni stellt fest, dass sich die Art der angebotenen Kleinkunst in den letzten fünf Jahren verändert hat: «Slam Poetry ist definitiv in die Kleinkunst gerutscht und besetzt dort einen grossen Teil.» Andere Bühnenkünstler, die noch vor ein paar Jahren mit Laser- und Lichtshows oder elektronischen Klangelementen gearbeitet hätten, seien wie vom Erdboden verschwunden. Die Szene aber bleibe kreativ, so ihre Einschätzung. Und im Kleintheater Grenchen ist man darum bemüht, diese Kreativität dem Publikum auch näher zu bringen.

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