Kleintheater Grenchen
Im aktuellen Kleintheater-Programm sind auch einige spitze Zungen zu finden

Die Saison im Schulhaus IV beginnt am Freitag und hat bis kommenden März einiges zu bieten. «Wir möchten gerne an den Erfolg der letzten Jahre anknüpfen», sagt Marisa Thöni, die Präsidentin des Kleintheaters Grenchen.

Oliver Menge
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Marisa Thöni freut sich auf die neue Saison.

Marisa Thöni freut sich auf die neue Saison.

Oliver Menge

Die letzte Saison war aus Sicht des Vereins sehr erfolgreich: «Wir konnten insgesamt 848 Besucher bei uns begrüssen, diejenigen, welche während der Kulturnacht die Lesung von Pedro Lenz besuchten – und das waren nicht wenige – nicht mitgerechnet.» Das heisst konkret: Bei jeder Vorstellung hatte man immer über 100 Zuschauer im Saal. «Und wir hatten auch sehr viele treue Zuschauer, die immer wieder kamen, egal, was auf der Bühne gespielt wurde», sagt Thöni.

Auch an der Abo-Front verlief die letzte Saison sehr gut: «Wir haben in der letzten Saison mehr Abos verkauft als in der zuvor. Und auch in diesem Jahr sind wir wieder gut unterwegs», so die Präsidentin. Zwar habe man die letzte Saison ohne Höhepunkte und Publikumsreisser wie Michel Gammenthaler im Jahr zuvor hinter sich gebracht.

Schertenlaib und Jegerlehner, die Gewinner des letztjährigen Salzburger Stiers, vielleicht ausgenommen. «Aber deren Engagement passierte, noch bevor bekannt war, dass sie diesen Preis erhalten», betont Marisa Thöni. Besonders gefreut habe sie, dass mit Tabea Wullimann und ihrem Stück «Durchlaucht» wieder einmal eine Grenchnerin auf der Bühne zu sehen war.

Einige Neuerungen

Im Vorstand gab es einen Wechsel, so Thöni. Ein Vorstandsmitglied sei zurückgetreten, neu sei Monika Mengisen, eine Lehrerin aus Grenchen, mit dabei. Auch sonst gebe es eine wichtige Neuerung: «Das Kleintheater ist neu auch auf Facebook.»

Das aktuelle Programm wurde von einigen Mitgliedern des Vorstandes, wie alle Jahre, an der Künstlerbörse in Thun Mitte April zusammengestellt. «Es war einmal mehr eine tolle Erfahrung, wir waren drei Tage lang pausenlos damit beschäftigt, Stücke und Produktionen zu schauen und uns zu überlegen, ob das etwas fürs Kleintheater sein könnte». Und man hatte auch grosses Glück: «Im nächsten Frühjahr werden wir Giorgio Conte, den Bruder von Paolo Conte, hier präsentieren können. Dass er Zeit und Lust hat, war der erste Glücksfall, der zweite, dass er uns mit der Gage etwas entgegenkommt. Denn in ganz Europa, vor allem aber in Italien, ist er ein gefeierter Star.»

Start mit «lauter luisen»

Saisonstart ist am Freitag, den 13. September, dem schweizerischen Kleinkunsttag. Gefeiert wird dieser seit 2003 mit dem Ziel, auf die Reichhaltigkeit, die Originalität und die Professionalität der schweizerischen Kleinkunst-Szene aufmerksam zu machen. In Grenchen tritt mit «lauter luisen» ein Duo auf, das mit Texten des bayrischen Künstlers Peter Spielbauer experimentiert und diese in musikalische Szenen setzt.

Spielbauers Gedichte und Geschichten sind schräg, tiefgründig und eröffnen immer wieder eine neue, ungewohnte Sicht auf die Welt. Das Duo singt und spielt Piano, Melodica, Bein-Xylophon und Perkussion.

Der Oktober gehört den Geschichten: Reto Zeller ist ein Geschichtenjäger. Er präsentiert in seinem dritten, abendfüllenden Programm seine Beutestücke, untermalt sie mit Gitarrenklängen und verpackt sie in Lieder.

Im November ist mit Florian Schroeder eine «böse Zunge» auf der Bühne des Kleintheaters zu geniessen. «Offen für alles und nicht ganz dicht – die Show» nimmt die Konflikte und Missverständnisse zwischen den Generationen zum Thema und gibt die Antworten, welche das Publikum braucht.

Nils Althaus hat in seinem Programm die Adventszeit und ihre Begleiterscheinungen – Burnouts bei Müttern, und Väter, die sich um Barbie-Puppen prügeln – zum Thema gemacht. Dieses Programm spielt er übrigens nur im Dezember.

Mit Bänz Friedli ist Mitte Januar ein Satiriker erster Güte in Grenchen zu sehen. Sein abendfüllendes Programm kombiniert in schierer Leichtigkeit die alltäglichen Problemchen mit den grossen Fragen der Gegenwart.

Ende Januar steht der Amerikaner Henry Camus auf der Bühne, er wurde durch seine Auftritte im Zirkus Knie bekannt. Camus widmet sich mit Körper und Geist der Suche nach der Originalquelle der Schweizer Hudeligugeli–Musik und kombiniert Action-Theater, Klavier und Jonglage.

Anfang März ist der bereits erwähnte Giorgio Conte zu sehen. Seine Auftritte zünden ein originelles Feuerwerk seines universalen Sounds, der volkstümliche Einflüsse mit «Rive Gauche», Swing und «Canzoni d’autore» vereint. Das musikalische Erzählen ist Contes Stärke,

Den Saisonabschluss macht Chin Meyer, ein «böser» Finanzfachmann. Meyer findet die Absurditäten unseres Wirtschaftssystems und stochert lustvoll darin herum. (mgt)

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