Idee
Jugendparlament in Planung: Junge sollen in Grenchen mitbestimmen können

Die Stadt möchte ein Jugendparlament gründen, um den Jungen mehr Möglichkeiten zu geben, sich einzubringen. Am Engage-Event diskutierten Vertreter der Stadt, Politiker und Jugendliche darüber, wie ein solches Parlament aussehen könnte. Auch wurde ein Café für Jugendliche und andere Generationen ins Auge gefasst.

Nadine Schmid
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Larissa Eichenberger (engage) im Vordergrund, von oben bis unten: Daniel Wyss (FDP), Kim Robin Bucher (Jugendlicher), Dominik Heiri (junger Erwachsener), Melanie Scholler (Lindenhaus).

Larissa Eichenberger (engage) im Vordergrund, von oben bis unten: Daniel Wyss (FDP), Kim Robin Bucher (Jugendlicher), Dominik Heiri (junger Erwachsener), Melanie Scholler (Lindenhaus).

Screenshot Nadine Schmid

Die Idee der Stadt: Den Puls der Jugendlichen fühlen und ihnen die Möglichkeit geben, mit Politikerinnen und Politikern ihre Wünsche zu diskutieren. Doch wegen Corona fand der Anlass via Zoom im Internet statt und nur wenige Jugendliche haben den Weg zur Videokonferenz gefunden. Wie allgemein in der Jugendarbeit unter Corona konnte man auch hier das Fazit ziehen, dass es in Coronazeiten schwierig ist, die Jugendlichen zu erreichen.

Dennoch brachten die vier Jugendlichen wie auch die verschiedenen prominenten Vertreterinnen und Vertreter in einer eifrigen Diskussion zum Jugendparlament und zum Generationencafé einen vielseitigen Strauss an Ideen ein und zeigten, dass ihnen das Thema wichtig ist. Neben Stadtpräsident François Scheidegger und Mike Brotschi, Projektleiter Standortförderung, waren auch die Jugendkommission, das Lindenhaus, die Gesamtschulleitung, eine Mitarbeiterin der Jugendplattform «engage.ch» und von jeder Grenchner Partei eine Politikerin oder ein Politiker zugegen.

Ein Jugendparlament für Grenchen

Ein Anliegen der Jugendlichen war die Schaffung eines Jugendparlaments. Dies ist auch im Aktionsplan von Grenchen enthalten, um das Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» zu erhalten. «Ein Jugendparlament ist als Verein organisiert und steht allen Jugendlichen offen. Die Altersgrenze liegt so ungefähr bei 12 bis 25 Jahren», führte Larissa Eichenberger der Plattform «engage.ch» aus, welche die Stadt beim Aufbau eines Jugendparlaments unterstützen würde .

Beim Engage-Event ging es erst einmal darum, Inputs zu sammeln, konkret ist noch nichts. Doch zeigten alle vier Jugendlichen Interesse, beim Parlament mitzuwirken. Es kristallisierte sich dabei bei allen Anwesenden heraus, dass das Jugendparlament den Jugendlichen die Möglichkeit geben sollte, beispielsweise durch das Einreichen von Vorstössen, mitbestimmen zu können. Ansonsten verlaufen die Ideen im Sand.

«Wenn das Parlament keine politischen Rechte hat und somit die Jugendlichen nichts bewirken können, werden sie denken, dass ihr Einsatz ohnehin nichts bringt»,

sagte beispielsweise Simon Klaus von der Jugendkommission. Gleichzeitig war den Anwesenden auch wichtig, dass die Jugendlichen realisierbare Projekte eingeben. Vorgeschlagen wurde ein politischer Beisitz, der vorsondiert. Auch wären mit den anwesenden Vanessa Mettler (CVP) und Dominik Heiri (CVP) zwei Junge im Parlament, die bereits politische Erfahrung mitbrächten.

Ein Ort für den Ausgang

Ein weiteres Anliegen: Ein Ort, wo die Jungen in den Ausgang können. «Wir trafen uns am Bahnhof, wenn wir am Abend zusammenkommen wollten», erinnert sich Vanessa Mettler an ihre Schulzeit zurück. «Es wäre schon schön, einen Ort zu haben für die Jungen.» Dabei kamen die Diskutierenden bald auf das Generationencafé zu sprechen, eine einstige Idee der Stadt für einen Treffpunkt, durch den der Marktplatz wiederbelebt werden sollte. Tagsüber könnte es ein Ort für Familien, am Abend einer für die Jugendlichen sein. Da die Stadt das Gewerbe nicht konkurrenzieren dürfe, müsse es jedoch von einer Trägerschaft betrieben werden.

Auch überlegten sich die Anwesenden, vielleicht die einen oder anderen Restaurantbetreibenden zu fragen, ob sie Interesse hätten mitzuhelfen. Gesamtschulleiter Hubert Bläsi: «Gerade wegen der Folgen von Corona würde vielleicht ein Wirt oder eine Wirtin froh darüber.»

Mit all den gesammelten Inputs will die Stadt nun anfangen, an der Umsetzung des Parlaments und des Cafés zu arbeiten.