Hyper- und Surrealismus
Bettlacher Kunstsammler über Maler Sierra: «Tiefgründiges trifft in seinem Werk auf abstruse Themen und Situationen»

In einer Serie beschreiben die Bettlacher Kunstsammler Hanspeter und Christine Rentsch einige Bilder aus ihrem Fundus. Heute von Francisco Sierra «Dead Mocking Waltz», ein Werk von 2013.

Andreas Toggweiler
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Francisco Sierra, «Dead Mocking Waltz», 2013.

Francisco Sierra, «Dead Mocking Waltz», 2013.

Nora Jeker

Francisco Sierra wurde 1977 in Santiago de Chile als Sohn eines chilenischen Vaters und einer schweizerischen Mutter geboren. Er lebt und arbeitet seit 1986 in der Schweiz. Francisco Sierra ist verheiratet mit der Violinistin und Performerin Noelle-Anne Darbellay. Als ausgebildeter Geiger spielt er selber auch auf hohem Niveau.

Der Autodidakt Francisco Sierra gilt als eigenwilliger Perfektionist, der seine Arbeit mit altmeisterlicher Präzision ausübt. Sein Werk zeichnet sich durch einen steten Wechsel zwischen einem brillanten Hyperrealismus und einem frechen, bizarren Surrealismus aus. Tiefgründiges trifft in seinem Werk auf abstruse Themen und Situationen. Bei all seinen Werken sind ein Augenzwinkern und eine grosse Prise Humor erkennbar.

Die jüngere Künstlergeneration

Die Sammler kauften zuerst Kugelschreiberzeichnungen für die Sammlung an, welche Francisco Sierra selber als Boligrafo bezeichnet und die nach wie vor eine grosse Bedeutung in seinem Werk haben. Später kamen Gemälde (Ballone) und Farbstiftzeichnungen (Serie Fleisch) hinzu. Francisco Sierra repräsentiert die jüngere Künstlergeneration in der Sammlung.

Auf dem Bild sieht man einen menschlichen Schädel in einem verschlossenen antiken Glasbehälter, der mit Flüssigkeit (Alkohol?) gefüllt ist und vor einem tiefschwarzen Hintergrund steht. Vom Schädel scheint ein leichtes Grinsen auszugehen. Das Bild ist in altmeisterlicher Manier auf eine Holzplatte gemalt. Die Form des Behältnisses ergibt sich allein aus den Lichtreflexen, die sich auf dem Glas spiegeln.

Bauarbeiten schreiten planmässig voran

Wie Christine und Hanspeter Rentsch weiter berichten, kommen die Bauarbeiten an ihrem neuen Kunst-Schaulager an der Ecke Gibelstrasse/Bahnhofstrasse in Grenchen planmässig voran. Aus Anlass dieses prominenten halböffentlichen Neubaus wurde diese Serie gestartet, in der einige Werke ihrer bedeutenden Sammlung von moderner und zeitgenössischer Schweizer Kunst besprochen werden.

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