Bei einem ausgelassenen, gemütlichen Beisammensein können durch regen Austausch die besten Ideen entstehen, noch dazu bei einem leckeren Abendessen. Die Gerichte stehen auf dem Tisch, es wird «gefressen», es mundet, und es wird diskutiert – über die Kultur in Grenchen, und dann auch wieder über anderes, so wie es sich spontan ergibt.

Immer am letzten Freitag eines Monats trifft sich der neue Grenchner Verein «friss!kultur» zur eigens ins Leben gerufenen «Fräss-Nacht». So sollen Eingebungen zu kulturellen Projekten für Grenchen gesammelt werden. Dabei will der Verein auf seiner Beizen-Tour alle Grenchner Restaurants miteinbeziehen, wird aber immer im Voraus nachfragen, ob dies für die Restaurantbetreiber in Ordnung geht.

Beim Ausdruck «fressen» schwingt auf den Menschen übertragen, insofern man es nicht hinterfragt, ein derber Ton mit. Doch der Verein will alles andere als so erscheinen. «Wir wollen etwas frech sein. Ein solcher Name hat Pepp und prägt sich sofort ein», erklärt Kinobetreiber Angel Rodriguez, der zusammen mit Schauspielerin Sandra Sieber den Verein initiiert hat. Im März wurde der Verein gegründet. Er hat inzwischen rund zwölf Mitglieder, die aus unterschiedlichen Metiers kommen, so unter anderem aus der Theater-, Literatur-, Energie- und Grafikbranche.

Kulturinteressierte vernetzen

Der Name lässt es schon erahnen: Die Vereinsmitglieder sind hungrig nach Kultur und wollen auch auf den Hunger von Kulturbegeisterten und Kulturschaffenden eingehen. So wie der Mensch das Essen braucht, braucht er auch die Kultur. Kultur ist ein sehr weiter Begriff: Alles, was die Menschen zusammenführt und sie aktiv werden lässt, kann als Kultur verstanden werden, so auch alle Vereine und ihre Aktivitäten.

Die Mitglieder wollen sich für eine starke kulturelle Vernetzung in der Uhrenstadt einsetzen, lässt sich ihrem Leitbild entnehmen. Förderung und Realisierung von Kulturanlässen und Projekten in Grenchen stehen oben an. Sie wollen damit neue Treffpunkte schaffen und etwas Gutes für das Gemeinwohl tun. Dabei sollen alle Menschen und ihre verschiedenen Bedürfnisse nach Kultur miteinbezogen werden. Solidarität und Chancengleichheit stehen zuoberst, es soll niemand ausgeschlossen werden, Ideen von jeder Altersgruppe werden ernst genommen. Der Verein richtet sich weiter nach den Kulturschaffenden und den Kulturinteressierten. Er möchte ermöglichen, dass Kulturschaffende aktiv in Grenchen mitwirken können.

Im Frühling organisierte der Verein im Kino Rex eine Podiumsdiskussion, mit dem Film «Die göttliche Ordnung» als Aufhänger. Inzwischen hat er bereits Überlegungen zu zwei weiteren Projekten angestellt, jedoch sind sie noch nicht genügend ausgearbeitet, um an die Öffentlichkeit getragen zu werden.