farbenprächtig und lautstark

Hindus feierten in Grenchen zu Ehren der Göttin

In einem 15-tägigen Fest haben die Tamilen in der Uhrenstadt ihrer lokalen Tempelgöttin gehuldigt. Hunderte kamen aus der halben Schweiz.

Seit 1997 haben Tamilen (Emigranten aus Sri Lanka) an der Brühlstrasse in einer alten Liegenschaft der Rodania ihr Tempelheiligtum eingerichtet. Der Tempel ist der Göttin Durga gewidmet. «Sie steht für Stärke, Schutz, aber auch für Vergebung», sagt Arthi Kunapathy, eine 22-jährige Jus-Studentin aus Deitingen. Sie geht zusammen mit Ihrem Bruder Iyngaran (25) im Hindu-Tempel ein und aus. Beide sind in der Schweiz geboren, möchten aber die Religion ihrer Vorfahren weiterpflegen. «Um unsere Religion für die Schweizer Bevölkerung besser begreiflich zu machen, ist eine sanfte Modernisierung und eine Verjüngung des Vorstands in absehbarer Zukunft angedacht», sagt Iyngaran Kunapathy. Er ist BWL-Student und leitender Bankangestellter.

Grosses zweiwöchiges Fest

In den letzten 15 Tagen wurde im Tempel intensiv gefeiert und der Göttin Durga gehuldigt, an einem Fest, das sich «Tiruvila» ausspricht. Der Göttin werden viele Opfer, meist Speisen und Räucherwerk, dargebracht. Unter lauter Musik, gespielt auf traditionellen Instrumenten und Glockengebimmel wird die Göttin gewaschen, eingekleidet und an einer speziellen Prozession im Tempel herumgeführt. Die Frauen und auch manche Männer machen sich schön zurecht und kleiden sich in farbenprächtige Gewänder. «Vor jedem Tempelbesuch wäscht man sich und verzichtet auf den Konsum von Fleisch», erklärt Kunapathy.

Hinduzeremonie im Grenchner Tempel

Hinduzeremonie im Grenchner Tempel

Bis zu 500 Personen waren an gewissen Festtagen im Tempel anwesend. «Die Lage des Tempels ist für uns ausgezeichnet und wir fühlen uns sehr wohl hier», sagt Sinnathurai Vasanthasingam, der Vorsitzende der Hindus im Grenchner Tempel. Demnächst stehe die Verlängerung des Mietvertrags mit der Stiftung Rodania an und man sei interessiert, diesen langfristig zu verlängern. Dem steht laut Patrick Marti, Geschäftsleiter der Rodania, nichts im Wege. Allerdings müsse sich die Gemeinschaft auf einen Ansprechpartner einigen. Die Verantwortlichen sind aber zuversichtlich, dass dies gelingt. In der Schweiz leben etwa 42'000 Hindus, die sich in etwa 25 Tempeln treffen. Weitere Heiligtümer befinden sich unter anderem in Lyss, Trimbach und Bern.

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