Romont
Hierhin zieht es nicht nur Grenchner für unkomplizierte Ferien

Auf dem Camping des Caravanclubs Grenchen in Romont verbringen etliche Grenchner nicht nur den Sommer.

Daniela Deck
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Zu Besuch beim Caravan Camping Club Grenchen in Romont
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Caravan Camping Club Grenchen in Romont
Mit Wohnwagen beträgt die Jahresmiete 660 Franken
Fünf Halbtage Gemeinschaftsarbeit investieren die Vereinsmitglieder respektive Dauermieter jedes Jahr in die Anlage
Noch gibt es freie Plätze
Vereinspräsident Erich Hämmerli würde sich über neue Mieter im Caravan Camping Club Grenchen in Romont freuen.

Zu Besuch beim Caravan Camping Club Grenchen in Romont

Hanspeter Bärtschi

Auf der Waldlichtung oberhalb von Romont BE ist seit bald 70 Jahren der Caravan Camping Club Grenchen (CCCG) zu Hause. 28 der 45 Standplätze sind momentan belegt. «Wir freuen uns über neue Mieter», sagt Vereinspräsident Erich Hämmerli. «Kurzzeitcamper und Dauermieter sind uns gleichermassen willkommen. Man braucht nicht Grenchner zu sein, um hier heimisch zu werden, wir haben Mieterinnen und Mieter aus der halben Schweiz.»

Eine Camperin, die dem Verein vor einigen Wochen beigetreten ist, ist Anita Schurter. Bei ihr handelt es sich gewissermassen um eine Grenchnerin und Auswärtige zugleich, ist Schurter doch in Grenchen aufgewachsen. Sie lebt in Lütschental, der Patengemeinde von Bettlach im Berner Oberland. «Bis vor wenigen Wochen hatte ich im Solothurnischen einen Standplatz in Jahresmiete auf einem anderen Camping», erzählt Schurter. «Mehr als doppelt so teuer und nicht halb so schön wie hier in Romont zwischen den Bäumen.»

Günstige Konditionen dank Gemeinschaftsarbeit

Die günstige Jahresmiete hängt einerseits mit der Zeltplatz-Infrastruktur zusammen, die mit einfachen Mitteln auskommt. Andererseits ermöglicht die Solidarität der Vereinsmitglieder (derzeit 50 Aktivmitglieder und drei Ehrenmitglieder) die erschwingliche Erholung für alle Anwesenden im Sommerhalbjahr. Mit Wohnwagen beträgt die Jahresmiete 660 Franken, mit Zelt 350 Franken. Hinzu kommt für alle Dauermieter der Mitgliederbeitrag pro Person und Jahr von 50 Franken.

Fünf Halbtage Gemeinschaftsarbeit investieren die Vereinsmitglieder respektive Dauermieter jedes Jahr in die Anlage, zum Beispiel zum Heckenschneiden. Letztes Jahr haben sie die Feuerstelle mit einem Schutzdach versehen. «Nun brennt uns beim Grillieren die Sonne nicht mehr auf den Kopf», sagt Vereinspräsident Hämmerli. Wie die übrigen Vorstandsmitglieder ist er sichtlich stolz auf das Werk.
Auf Bänken finden dort rund um die Grillstelle 20 bis 25 Personen bequem Platz. Ebenso viele haben im Clubhaus daneben Platz, um einen Jass zu klopfen oder zusammen ein Fest zu feiern. Früher sei dort gelegentlich auch getanzt worden. Das nächste Projekt steht schon fest: Auf dem Kinderspielplatz einen neuen Sandkasten anlegen. Der alte wurde aus Hygienegründen abgeräumt.

Fast alles wird mit Gas betrieben

Im Winter wird der CCCG-Zeltplatz geschlossen, wobei viele der Caravans, mit oder ohne Vorzelt, auf dem Platz bleiben. Der Grund dafür ist der fehlende Stromanschluss des Areals. Aus diesem Grund muss das Wasser abgeschaltet werden, sobald sich die Temperatur dem Gefrierpunkt nähert.
Vorstandsmitglied Georges Adank, Mitglied seit 1989 und damit einer der Dienstältesten auf dem Platz, sagt: «In früheren Jahren war es entscheidend, das Wasser vor dem ersten Frost abzustellen, damit uns die Leitungen nicht einfrieren. Letzten Winter war es so mild, dass einige von uns tagsüber gelegentlich hier waren. Es gab kaum Frost.»

Auch die Duschanlage neben den WCs wird mit Gas betrieben. «Zum Duschen haben wir eine Füfzgerli-Wirtschaft», erklärt Vizepräsidentin Francine Coste. «Münze einwerfen, und das warme Wasser steht zur Verfügung.» Auch zum Kochen und Kühlen der Lebensmittel nutzen die Mieter Gasflaschen, die vor Ort bezogen werden können. Ein Staubsauger mit Stromaggregat kann auf dem Platz gemietet werden.

Solarzellen bringen allmählich etwas Strom

Solarzellen auf den Dächern der Wohnwagen sorgen zunehmend für Licht in den Morgen- und Abendstunden. Dennoch bleibt die Waldlichtung ein Ort, an dem sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Rehe seien gelegentlich zu sehen. Vor kurzem hätten mehrere Mieter ein Murmeltier gesehen – soweit bekannt, eine Premiere in der 68-jährigen Vereinsgeschichte.

Schattige Plätzchen dank der Bäume

«Hier ist es unkompliziert. Wir schätzen das alle», sagt Coste auf einem Rundgang über das Areal. Dieses hat der Verein seit der Gründung 1953 von der Burgergemeinde Romont gepachtet. Neben Clubhaus, Sanitäranlagen, Feuerstelle und Kinderspielplatz liegt auf dem terrassierten Gelände im Schatten der alten Bäume eine Pétanquebahn. «Dank der Bäume gibt es immer auch Schatten. In Zeiten der Klimaerwärmung kommt uns das natürlich entgegen», sagt Coste.

Sie ist gebürtige Romande und lebt in Grenchen. Deutsch und Französisch gehen auf dem CCCG-Camping ganz natürlich ineinander über. «Wir verstehen uns auf jeden Fall», sagt der Vereinspräsident. «Und weil wir es so schön haben, möchten wir den Platz gern teilen.» Er ist überzeugt: «Hier finden alle Generationen Erholung. Romont liegt in einem wunderbaren Wandergebiet und ist zudem ein Ort, an den man nach einem Tagesausflug immer wieder gern zurückkehrt.»

Information zu den Konditionen für Gäste und Dauermieter gibt Vereinspräsident Erich Hämmerli: 079 432 96 21.