Sportstadt Grenchen

Hier trainieren flinke Jungs und Mädels mit Ambitionen

Unihockey-Junioren Grenchen mit den Trainern Angelina Capece, Vereinspräsident Mirco Ory, Sarina Hert (von links).

Unihockey-Junioren Grenchen mit den Trainern Angelina Capece, Vereinspräsident Mirco Ory, Sarina Hert (von links).

Im Training mit den Juniorinnen und Junioren des Unihockey-Klubs Cobras in Grenchen.

Noch schnell die Tore aufstellen, jeder einen Schläger schnappen und los geht die Partie. Kaum gestartet, ertönt auch schon der erste Jubelschrei: «Tooor!». Vereinspräsident Mirco Ory, der auch als Trainer amtet, schaut dem bunten Treiben von der Seite her zu und lobt dabei die einzelnen Aktionen seiner Schützlinge. Die Jungs und Mädchen, die gerade auf dem Hockeyfeld stehen, sind zwischen fünf und zehn Jahren alt und bilden die jüngste Kategorie des Unihockeyklubs Cobras Grenchen. Jeden Mittwochabend trainiert der Verein in der Turnhalle beim Nordbahnhof. Zuerst üben die Kleinsten, gefolgt von der C-Junioren-Mannschaft, und zum Schluss sind die erwachsenen «Plauschspieler» an der Reihe.

Bewegte Vereinsgeschichte hinter sich

Der Klub hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die Wurzeln der Cobras liegen beim ehemaligen Grenchner Turnverein Satus. Im Jahre 1999 fusionierte man mit Aegerten zum UHC Grenchen-Aegerten, da beide Vereine mit Mitgliederschwund zu kämpfen hatten. «Dies funktionierte allerdings nicht so gut, wie man es sich erhofft hatte», sagt Ory, der vor über 20 Jahren als Junior seine Karriere beim Klub startete.

Was folgte, waren turbulente Jahre. Denn gleich zu Beginn des neuen Jahrtausends kam es zum Bruch, bei dem viele Mitglieder dem frisch entstandenen Verein den Rücken kehrten und zum Stadtrivalen Vikings Grenchen wechselten. Mehrere Jahre spielte der nunmehr geschrumpfte UHC Grenchen-Aegerten anschliessend in der untersten Schweizer Liga mit.

2015 drohte dann beinahe der Supergau für die Unihockeyfans in der Uhrenstadt. Beim UHC Grenchen-Aegerten machte man sich Gedanken den Klub aufzulösen, weil das Interesse an der Sportart nachzulassen schien. Ein Zusammenschluss mit den Vikings kam ebenfalls nicht mehr infrage, denn die hatten ihre Auflösung zu diesem Zeitpunkt bereits beschlossen. Die Rettung erfolgte schliesslich in letzter Sekunde.

Einige Jahre zuvor hatte der UHC Grenchen-Aegerten den Versuch gestartet, mithilfe des Schulsports eine neue Juniorenbewegung ins Leben zu rufen. «Erfreulicherweise fand dies just zu jenem Zeitpunkt grossen Anklang», erklärt der Präsident. Dadurch konnte der Kollaps abgewendet werden und der Verein beschloss – unter dem neuen Namen Unihockey Cobras Grenchen – sich in aller Ruhe dem Wiederaufbau zu widmen.

«Es liegt eine harte Saison vor uns»

Heute zählt der Klub wieder 43 Mitglieder. Nach dem geglückten Neuaufbauprozess sind die Cobras nun bereit, mit der C-Junioren-Mannschaft die ersten Meisterschaftsspiele zu bestreiten. Wobei die Erwartungen bewusst noch nicht allzu hochgesteckt werden. «Uns ist bewusst, dass es eine harte Saison werden wird», sagt Ory. Daher lautet das Ziel für die erst Meisterschaft, möglichst viele Erfahrungen zu sammeln.

Zwei, die dabei sein werden, sind Sarina Hert und Angelina Capece. Sie befinden sich gerade mitten in den Vorbereitungen für die Wettkämpfe, welche Ende Monat starten werden. Eine gewisse Nervosität sei definitiv vorhanden erklären die beiden unisono, aber sie sind ebenso begierig darauf, zeigen zu können, was sie auf dem Kasten haben. Kürzlich absolvierten sie mit der Mannschaft ein intensives Trainingsweekend, und auch die ersten Testspiele wurden bereits ausgefochten.

Sarina entdeckte früh ihre Leidenschaft für das Unihockeyspielen. Noch bevor sie in einen Verein eintrat, übte sie die Sportart als Hobby bei sich zu Hause aus. Kurz darauf steckte sie dann auch ihre Freundin Angelina mit dem Unihockeyfieber an. Wenn sie nicht gerade selber auf dem Feld im Einsatz sind, dann wirken die beiden Schülerinnen als Hilfstrainerinnen und assistieren Ory beim Trainieren der jüngsten Hockeyaner. Sie geben den Kids erste Tipps im Umgang mit dem Stock, erteilen ihnen taktische Ratschläge oder fungieren als Schiedsrichterinnen.

Es braucht Freude an der Bewegung

Das Training bei den Kleinen sei dabei spielerischer ausgelegt, als etwa ihr eigenes, erklärt Sarina. Während bei den Kids etwa Fangspiele oder Völkerball zum Aufwärmen gehören, stehen bei den Junioren Koordination und Kondition im Vordergrund. Freude an der Bewegung, so erklärt Ory, sei daher eine grundlegende Voraussetzung, welche Neuinteressenten mitbringen sollten. Noch wichtiger als das Konditionstraining erachtet der 37-jährige allerdings die Fairness und den Respekt gegenüber den Teamkameraden. Zu guter Letzt gehöre aber auch noch eine gesunde Portion Ehrgeiz dazu.

Aktuell verfügt der Verein über eine gemischte Juniorenmannschaft, in der Jungen und Mädchen gemeinsam spielen. Ory hofft, dass die Cobras dereinst mit jeweils einer reinen Männer- und Frauenmannschaft antreten können. Ausserdem sollen auch die Kleinen im kommenden Jahr in den Genuss von Meisterschaftsspielen kommen. Dafür braucht es aber nicht nur zusätzliche Nachwuchsspieler, sondern ist auch mit organisatorischem und personellem Mehraufwand verbunden. So müsste der Klub beispielsweise mehr Schiedsrichter zur Verfügung stellen. «Deshalb sind wir auch ständig auf der Suche nach neuen Leuten, die sich gerne bei uns engagieren möchten», sagt der Präsident.

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