Trotz – oder gerade wegen – der nicht gerade weihnachtlichen Temperaturen tagsüber zog es am Wochenende viele Besucher an den Grenchner Weihnachtsmarkt. Dabei wurde auch für ein reichhaltiges Rahmenprogramm gesorgt. Ob Engel basteln aus Kaffee-Kapseln mit der Stiftung Rodania, Kerzen ziehen oder Basteln im Bistrozelt: hier war auch für Kinder immer etwas dabei. Das freute auch die Veranstalter, denn es habe durchwegs «gnue lüt gha». Die älteren Besucher konnten über 40 Stände begutachten, dabei noch den ein oder anderen Weihnachtseinkauf tätigen oder einfach nur ein wenig plaudern und dazu die Festtagsatmosphäre auf sich einwirken lassen. Und wenn am Abend die Temperaturen dann doch noch fielen, versammelte man sich am Feuer und wärmte sich mit einem Becher heissem Glühwein auf.

Gar Aussteller aus dem Thurgau

«Dieses Jahr lief es für uns fast besser als in den letzten», hiess es bei Enz Premium-Spezialitäten, die extra aus dem Thurgau angereist ist. Aber natürlich sei der Grenchner Markt nicht mit Grossanlässe wie beispielsweise in Basel zu vergleichen, wo die Geschäfte besser liefen. Ins gleiche Horn stösst auch Ruth Portmann, die Lammfellprodukte verkauft. «An anderen, grösseren Märkten sind die Leute schon kauffreudiger.» Aber gerade die kleine, aber feine Atmosphäre in Grenchen wird auch geschätzt. «Hier ist alles etwas familiärer», sagt Portmann. Das gebe dem hiesigen Weihnachtsmarkt seinen persönlichen Charme und sorge dafür, dass er nicht so «0815» wirke wie anderswo.

Sehr zufrieden über den 18. Grenchner Weihnachtsmarkt zeigt sich auch OK-Präsident Markus Arnold. Das Konzept «Weihnachten für alle» sei vollumfänglich aufgegangen und man werde auch weiterhin daran festhalten. Auch, dass die schlechten Wetterprognosen nicht eingetroffen seien, habe sich erfreulich auf die Besucherzahlen ausgewirkt.

Musical in bibbernder Kälte

Ein besonderes Highlight war das Musical «Beni Ben Baitz» des schweizerisch-britischen Kinderliedermachers Andrew Bond, welches Jung und Alt in Scharen an den Marktplatz lockte und an allen drei Tagen aufgeführt wurde. In dem Weihnachtsbühnenstück geht es um eine Imbissbude nahe Betlehem, welche von Beni Ben Baitz und seiner Tochter Hannah betrieben wird. Mit fröhlichen Liedern lockt Beni seine Kunden an und versucht das harzende Geschäft wieder anzukurbeln, um seine Familie durchzubringen. Rund 60 Kinder und Erwachsene waren an der Umsetzung der Geschichte beteiligt, darunter die Klassen 4a/b des Schulhauses Zentrum, Schüler des ökumenischen Religionsunterrichts und die Musiker von BewegungPlus. Trotz bibbernder Kälte an den Abendaufführungen lieferten die Kinder eine souveräne gesangliche und schauspielerische Leistung ab. Was nicht zuletzt auch dem fleissigen Üben zu verdanken ist. «Dieses Jahr waren die Proben besonders happig und intensiv», erklärt Béatrice Kolman, die bereits seit fünf Jahren die Hauptleitung innehat.