Oberwil
Hier gibts garantiert das eigene Mehl

Der 17. Mühletag in Oberwil letzten Samstag war ein Erfolg. Die 20 Helfer und Helferinnen konnten an der Otti-Mühle ungefähr 300 bis 400 Besucher begrüssen.

Daniela Deck
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Die Otti-Mühle in Oberwil ist die letzte kommerziell betriebene Wasserkraft-Mühle der Schweiz.

Die Otti-Mühle in Oberwil ist die letzte kommerziell betriebene Wasserkraft-Mühle der Schweiz.

Andreas Toggweiler

Eine stattliche Zahl, findet Betriebsleiter Daniel Otti, zumal die Konkurrenz mit dem Slow-Up am Tag darauf gross war. «Es gibt Leute, die jedes Jahr kommen. Zudem kommen immer wieder neue Leute. Jedes Jahr gibt das interessante Gespräche», freut sich Daniel Otti.

Das Publikum ist bunt gemischt, vom Baby bis zum Rentner ist alles dabei. Für die Kinder gab es am Mühletag einen Wettbewerb. Sie konnten Papierboote auf dem Mühlkanal schwimmen. Für das schnellste Boot pro Rennen gab es gratis eine Glace.

Hafer als Spezialität

Mit rund 400 Jahren ist die Mühle eine alte Dame. Dennoch ist sie kein bisschen müde. Abgesehen von der mehrwöchigen Revision jedes Jahr ab Mitte Juli ist die Mühle jede Woche in Betrieb. Sie verarbeitet Bio-Getreide. Eine Spezialität sei der Speisehafer, sagt der Betriebsleiter. Speisehafer werde als ganze Körner verkauft. Verwendet werde er als Brotteigzusatz.

Welche Aufgabe hat die Mühle, wenn sie die Körner nicht mahlt? «Für den Speisehafer brauchen wir den Röllgang. Beim Röllen werden die Körner von den Spelzen getrennt, also aus den Hüllen herausgelöst», erklärt Daniel Otti.

Ob nun geröllt oder gemahlen, Vollkorn- oder Weissmehl: «Der Kunde erhält in jedem Fall sein eigenes Getreide zurück», versichert Daniel Otti. «In grossen Kundenmühlen ist das nicht immer der Fall, weil dort nicht jede Ladung separat gemahlen, sondern gleiches Getreide zusammengeschüttet wird.»

Heuer feiert die Mühle hausintern übrigens ein kleines Jubiläum: der Walzenstuhl ist 80-jährig. Dieser Bestandteil ist für das feine Mahlen zuständig, zum Beispiel von Weissmehl.