Grenchen
Hickhack um die SWG-Wahl geht in eine weitere Runde

Die Abwahl eines SP-Vertreters aus dem SWG-Verwaltungsrat wirft weiter Wellen – jetzt meldet sich der Betroffene selber. «Das ist ein persönlicher Angriff auf meine Person, den ich in dieser Form auf keinen Fall akzeptieren kann», so Daniel Weibel.

Andreas Toggweiler
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Der Verwaltungsrat der Städtischen Werke SWG wurde am Dienstag neu gewählt.

Der Verwaltungsrat der Städtischen Werke SWG wurde am Dienstag neu gewählt.

Oliver Menge

An der letzten Gemeinderatssitzung hat die bürgerliche Mehrheit SP-Vertreter Daniel Weibel aus dem Verwaltungsrat der Städtischen Werke SWG abgewählt und durch einen freisinnigen Vertreter ersetzt. Dies, ohne vorher im Rat Kritik an der Amtsführung des Betroffenen zu äussern oder die Aktion zumindest in einen nachvollziehbaren Zusammenhang zu stellen.

Dieser wurde erst am nächsten Tag nachgeliefert. Notabene von Eric von Schulthess, der selber nicht im Gemeinderat sitzt, aber im Verwaltungsrat der SWG. Die SP machte offiziell auf beleidigt, obwohl sie offenbar im Vorfeld über die bevorstehende Attacke orientiert worden war, wie SP-Präsident Remo Bill gegenüber dem GT durchblicken lässt. Fazit: Auch der neue Grenchner Gemeinderat kämpft mit geschlossenem Visier weiter.

«Persönlicher Angriff»

Jetzt meldet sich der abgewählte Gemeinderat Daniel Weibel selber mit einer Stellungnahme. Er widerspricht darin der Darstellung von Eric von Schulthess (GLP), die SP habe die Entpolitisierung der SWG verhindert. Von Schulthess forderte unter anderem, dass Fachleute im Gremium Einsitz nehmen.

«Das ist ein persönlicher Angriff auf meine Person, den ich in dieser Form auf keinen Fall akzeptieren kann», so Weibel. Und er dreht den Spiess um. «Ich möchte Herrn von Schulthess daran erinnern, dass es die SP-Mitglieder waren, die seit mehreren Jahren für die Entpolitisierung einstehen und diese auch versuchen durchzusetzen», schreibt Weibel. «Ich erinnere sie gerne an die Sitzungen, wo dies behandelt wurde.»

Weibel betont, er verfüge über die nötigen Qualifikationen fürs Amt. «Als Leiter Produktion uns Mitglied der Geschäftsleitung eines Schweizer Unternehmens denke ich, das nötige Fachwissen für diese Aufgabe zu haben.» Auch verfüge er über eine elektrische Grundausbildung und Weiterbildungen. Auch seine zweimalige Wiederwahl in den Verwaltungsrat belege, dass er sehr wohl für das Amt geeignet sei.

Ich nicht, du auch

«Und wie sieht das bei ihnen aus, Herr von Schulthess? Wurde nicht ein FDP-Mitglied (Juristin) nicht mehr durch die Partei nominiert, um einen Platz für Sie frei zu machen?» Soweit die Gegenfrage von Weibel.

Dieser weist ferner darauf hin, dass von Schulthess danach aus der FDP ausgetreten sei und eine neue Partei (GLP) gegründet habe. Was in der Quintessenz zu einem Sitzverlust der FDP im achtköpfigen SWG-Verwaltungsrat geführt hat.

«Nie diskutiert»

Von Schulthess nimmt diese Vorwürfe seinerseits zur Kenntnis. «Herr Weibel war ja gar nicht dabei.» Im SWG-Verwaltungsrat sei dies jedenfalls nie thematisiert worden. Und von Schulthess wäre nicht er, wenn er nicht gleich nachlegen würde: «Die SP hat einen Sozialhilfebezüger in die Aufsicht übers Sozialamt delegiert. Ist dieser etwa geeignet, die Aufsicht über Kurt Boner auszuüben?»

Der vom Gemeinderat am Dienstag gewählte SWG-Verwaltungsrat sieht wie folgt aus: SP: Boris Banga (Präsident, von Amtes wegen), Christian Schlup; FDP: Raphaël Pilloud (neu), Stefan Cotting, Silvio Bertini (Bettlach, parteilos); SVP: Heinz Müller; CVP: Enzo Armellino und Grünliberale: Eric von Schulthess.