Der Name Mecaplex löst in der Region unweigerlich die Assoziation mit Pilotenkanzeln aus Plexiglas aus. Diese bekannte, 1948 gegründete Firma mit Kunststofftechnologie für den Flugzeugbau, ist zwar weiterhin in Grenchen aktiv, gehört aber seit 2011 zum Glas Trösch Konzern.

Was weniger bekannt ist: Firmengründer und Inhaber Alfred Lüthi hat seit 1996 die Mecaplex diversifiziert und eine Abteilung aufgebaut, die in einem völlig anderen Markt tätig ist: die Mecaplex Metall AG. Sie wurde beim Verkauf der Mecaplex-Kunststoffsparte herausgelöst und eine selbstständige Firma. «Wir haben ausser einer gemeinsamen Infrastruktur für unsere Gebäude und einigen Synergien nur wenig Berührungspunkte», erklärt Jarno Steiner, der seit 2017 als CEO bei Mecaplex Metall das Sagen hat. Das KMU mit 36 Angestellten ist, wie der Name verrät, im Metallbau tätig.

Kunden mit klingenden Namen

Dabei geht es allerdings nicht um Wintergärten oder Metallfassaden. Kunden der Firma sind einige der klingenden Namen der Schweizer Maschinenindustrie. Mecaplex Metall fertigt für sie Chassis und Gehäuse aus Stahlblech. In diese werden dann in Moutier, Neuenburg, Delsberg oder Bellach hochwertige mehrachsige Werkzeugmaschinen oder Bearbeitungszentren eingebaut. Mecaplex Metall baut quasi Carrosserien für die Flaggschiffe der Schweizer Maschinenindustrie. Der Umsatz liegt laut Angaben Steiners «in einem niedrigen zweistelligen Millionenbereich.»

Zurzeit laufen die Geschäfte gut, wie Steiner anlässlich einer Betriebsbesichtigung der Gruppe Mittelland der Schweizerischen Kaderorganisation SKO durchblicken liess. Für einen westschweizer Hersteller von Drehautomaten kann zurzeit jeden Tag ein Maschinenchassis geliefert werden. «Dieses muss jeden Tag zu einer ganz bestimmten Zeit angeliefert werden», erklärte der CEO.

Gespräch unter Fachleuten

Mit den Fachleuten der SKO erläuterte Steiner relativ offen die Herausforderungen der «Just in time»-Produktion für seine Firma. Probleme des Materialflusses, von Investitionen in den Maschinenpark, von Chancen und Risiken des Wachstums oder der Weiterentwicklung zum Systemlieferanten wurden dabei diskutiert. Das ganze sei auch eingebettet in eine «Change Management»-Situation, mit dem Ziel, eine neue Firmenkultur aufzubauen.

Metallbleche bis 2,5 mm Dicke werden bei Mecaplex Metall verarbeitet. Die erste Station bildet dabei die Bystronic Laserschneidmaschine. Vom «CAD-Schnittmuster» schneidet sie aus den Metallplatten die erforderlichen Teile aus – auch in Geiserschichten. Nach der Abkantung folgen diverse Stationen an Verformungspressen. Danach gehts zum Schweissroboter, dem Rückgrat des Produktionsprozesses.

Doch nicht alle Schweissarbeiten kann man dem Roboter überlassen. Je komplexer die Zargen, umso mehr Handarbeit ist gefragt. Hier ortet Steiner einen Engpass, dem nicht leicht beizukommen ist. «Die Suche nach geeigneten Fachkräften gehört zurzeit zu unseren grössten Herausforderungen. Es werden viel zu wenig Metallbauer ausgebildet.»

Volatile Industrie

Zwar bilde man selber 10 Prozent Lehrlinge (Konstrukteur und Metallbauer EFZ) aus und biete auch die Möglichkeit zu Schnupperkursen. Der Engpass ist aber tiefgreifender und kann auch mit der Volatilität der Schweizer Maschinenindustrie begründet werden. Steiner selber sprach von einer «Lawine», in die man 2016 «kurz vor erreichen des Gipfels» geraten sei. Andere würden von einer Auftragsflaute sprechen.

Egal, welches Bild man gebraucht, eine Firma sollte die Abhängigkeit von Grossabnehmern reduzieren. Mecaplex Metall sei zwar vertraut mit der Serienfertigung, man will aber auch im Prototypenbau, bei Sonderanfertigungen oder anderen Metallbauarbeiten brillieren. Dabei sei man in der Lage von der Designskizze Designskizze über die CAD-Konstruktion bis zur Prototypen oder allenfalls Serienfertigung alles aus einer Hand zu bieten. «Preis, Qualität und Liefertermine sind unsere wichtigsten Kriterien», meint Steiner.

Was die Weiterentwicklung der Firma betrifft, wird vieles von der weiteren Entwicklung der Märkte abhängen. Als Zulieferer ist man der Branchenkonjunktur ausgesetzt. «Wir machen uns laufend Überlegungen: brauchen wir einen neuen Laserschneider, einen zweiten Schweissroboter, oder in welche Technologien und Innovationen investieren wir in Zukunft», denkt Steiner laut nach.