Gemeinderat Grenchen
Helle Leuchten und düstere Prognosen für Grenchen

Grenchen investiert in die öffentliche Beleuchtung. Diese wird in den nächsten Jahren ersetzt. Die Stadt muss in Zukunft stärker sparen: Das Eigenkapital schrumpft und die Nettoverschuldung liegt bei 16,1 Millionen Franken.

Patrick Furrer
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Die Stadt Grenchen geht weiterhin gegen energieverschleudernde Strassenlampen vor.

Die Stadt Grenchen geht weiterhin gegen energieverschleudernde Strassenlampen vor.

Aargauer Zeitung

116 alte Kandelaber, 215 Quecksilberleuchten und auch ältere Natriumdampflampen in der Stadt Grenchen sollen in den nächsten drei bis vier Jahren ersetzt werden. In der Vergangenheit waren die Strassenlampen in Grenchen überaltert – Quecksilberleuchten verschleuderten Energie, und noch gibt zu viele davon. Nachdem in den letzten drei Jahren eine knappe Million Franken in Erneuerungsmassnahmen investiert worden war, was eine Verbrauchsreduktion von 10 bis 12 Prozent bewirkte, bewilligte der Gemeinderat gestern einen neuen Rahmenkredit von 730000 Franken für die Sanierung der öffentlichen Beleuchtung.

Die Grundlage bildet ein von einer Arbeitsgruppe ausgearbeitetes Massnahmenpapier. Ziel ist das Einsparen von rund einem Drittel der Energie, was wiederum geschätzte Einsparungen von 40000 Franken pro Jahr ermöglicht, wie Stadtbaumeister-Stellvertreter Jürg Vifian erklärte.

Noch mehr Erfahrungen sammeln

Im Grundsatz waren sich die Fraktionen über den Nutzen einig. Fragen gab es, weil es bei einem Versuch an der Neckarsulmstrasse Probleme gegeben hatte: Dort sollten dimmbare Leuchten getestet werden, was wegen Missverständnissen mit dem Lieferanten vorerst scheiterte. Derartige Systeme sind aber in Planung, weshalb Daniel Trummer (SP) fragte, ob es nicht besser wäre, zuerst Ergebnisse aus dem Versuch zu haben. Reto Mosimann (FDP, Bapluk) ergänzte, der nächtlichen Dimmung und auch dem Abschalten von Lichtanlagen ausserhalb der Siedlungsgebiete sollte eventuell mehr Beachtung geschenkt werden. Marc Willemin (SVP) meinte ebenfalls, es sollten noch mehr Erfahrungen gesammelt werden.

Weiter ging Andreas Kummer: Die CVP beantragte Nichteintreten, da praktische Erfahrungen fehlten und es weitere Fragen gebe, konkret beim Ersatz älterer Natriumdampflampen durch neuere des gleichen Typs, anstatt gleich modernere LED-Leuchten zu installieren. «Hauptgrund sind die stark unterschiedlichen Kosten», entgegnete Jürg Vifian. Die LED-Beleuchtungen sind noch nicht vollständig ausgereift, gleichzeitig kostet eine Natriumdampflampe gerade mal einen Fünftel einer LED-Leuchte. Vifian bat den Rat, den Kredit zu genehmigen, da Arbeiten sonst blockiert würden. Die Versuchsanordnung an der Neckarsulmstrasse werde derzeit aufgerüstet, beruhigte er. Boris Banga wies zudem darauf hin, dass der Kredit im Zusammenhang mit dem Budget 2013 nochmals genehmigt oder abgelehnt werden kann.

Schliesslich unterlag die CVP in der Schlussabstimmung mit 2 gegen 13 Stimmen. Im Beschluss ergänzt wurde, dass der Gemeinderat bis Ende November von der Bau-, Planungs- und Umweltkommission (Bapluk), welche die Leuchten an der Neckarsulmstrasse besichtigen wird, über das Ergebnis informiert wird. Geplant sind ab 2013 unter anderem Erneuerungsmassnahmen im Blumen-, dem Lingerizquartier oder auch beim Parktheater.

Polster der Stadt wird kleiner

Besorgt nahmen die Fraktionen den Finanzplan 2013–2017 zur Kenntnis. Zwar wurde in der zweiten Lesung nochmals der Rotstift angesetzt, unter anderem durch das Aufschieben von Erhöhungen beim Stellenetat bei Sozialdienst, Polizei und Finanzverwaltung – dennoch sieht der Finanzplan für das Jahr 2017 eine Nettoverschuldung von 16,1 Mio. (statt 21,2 Mio.) Franken vor. Die Selbstfinanzierungsquote sinkt – unter anderem durch den hohen Investitionsbedarf beim Schulhaus Eichholz und das Projekt Velodrome Suisse. Das Eigenkapital schrumpft auf 24,3 Mio. Franken. Bereits für 2013 wird mit einem Rechnungsdefizit von 2,6 Mio. gerechnet.