Grenchen
Hauseigentümerverband hat das 100 Jahre-Jubiläum im Visier

Der Hauseigentümerverband Grenchen gehört zu den ältesten Sektionen des Dachverbands und wird nächstes Jahr 100-jährig.

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Neue Wohnungen an bester Lage an der Allmendstrasse. Die Leerwohnungsziffer blieb bisher erstaunlich stabil.

Neue Wohnungen an bester Lage an der Allmendstrasse. Die Leerwohnungsziffer blieb bisher erstaunlich stabil.

Andreas Toggweiler

Fünf Jahre nach dessen Gründung wurden die Grenchner Hauseigentümer aktiv. Das war aber noch nicht das (Haupt-)Thema an der 99. Generalversammlung im Grenchner Parktheater. Die gute Laune von Mario Chirico, Präsident des HEV Sektion Grenchen, hatte noch andere Gründe. In seinem Jahresbericht nannte er das Erfreulichste zuerst: «Das klare Nein zur Zersiedelungsinitiative hat uns vor dem absoluten Einzonungsstopp bewahrt», sagte er vor den Mitgliedern im gut gefüllten Parktheatersaal.

Keine Gnade vor dem Solothurner Stimmvolk habe auch die Energieinitiative im vergangenen Juli gefunden. Für Chirico war es ein klares Bekenntnis wider den Zwang, dafür mehr Anreize mit entsprechenden und vernünftigen Massnahmen im Energiebereich.

Abschaffung des Eigenmietwerts

Ein «heisses Eisen» hat der Hauseigentümerverband noch im Feuer. Vor rund zwei Jahren wurde eine parlamentarische Initiative für einen «Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung eingereicht». Nach einigem Hin und her, so HEV-Präsident Mario Chirico, habe im Februar die ständerätliche Kommission WAK einen Vorentwurf verabschiedet.

Anteil leicht gesunken

Trotz der regen Bautätigkeit in der Stadt steigt der Leerwohnungsanteil in Grenchen nicht. In den letzten drei Jahren sorgte die städtische Baustatistik beim Präsidenten immer ein Stirnrunzeln. Die letzten Zahlen (Stichtag: 1. Juni 2018) präsentierten sich seiner Meinung nach etwas harmonischer.

Massiv zurückgegangen seien die fertiggestellten und bezugsbereiten Wohnungen (von 116 auf 49). Höher sei hingegen die Anzahl der sich im Bau befindlichen Wohnungen im Vergleich: 2017: 139, 2018: 161. Eine massive Zunahme gab es auch bei den Baubewilligungen mit 255 per 1. Juni 2018. In der Vorjahresperiode betrug die Zahl lediglich 57. Dafür deute der Leerwohnungsbestand mit 2,57% (Vorjahr: 2,64%) darauf hin, dass neu erstellte Wohnungen gut vermietet werden könnten. Mit dieser Leerwohnungsziffer kommt Grenchen dem gesamtschweizerischen Schnitt von gut 1,6% schon einiges näher. (jwg)

«Die Besteuerung des Eigenmietwerts soll entfallen und damit einher auch die Abzugsmöglichkeiten von Unterhaltskosten». Im Vorentwurf stünden auch verschiedene Varianten zum privaten Schuldzinsabzug im Raum, ebenfalls Pläne wie dem Verfassungsauftrag der Wohneigentumsförderung auch künftig Rechnung getragen werden könne. Der HEV Schweiz werde seine Position in die Vernehmlassung einbringen, versicherte Chirico.

Auf kantonaler Ebene befassen sich die regionalen HEV-Verbände mit der Teilrevision des Planungs- und Baugesetzes, mit der der «Baulandhortung» entgegengewirkt werden soll. Bereits 2017 habe sich der HEV Kanton Solothurn sehr kritisch zu dieser Vorlage geäussert und sie zurückgewiesen. Er verteidige das Eigentumsrecht seiner Mitglieder, was mittlerweile auch in der kantonalen Verwaltung so zur Kenntnis genommen worden sei. Mit dem Regierungsratsbeschluss vom 25. März wurde das Gesetzgebungsverfahren sistiert.

Vortragsabend im Herbst

Wie die Sektion bei den Finanzen steht, führte in der Folge Kassiererin Trudi Schilt aus und musste trotz guter Budgetierung ein Minus in der Rechnung ausweisen. Trotzdem sei der Mitgliederbeitrag im Vorstand nicht zur Debatte gestanden und würde so beibehalten. Dem grossen Jubiläumsjahr will der bisherige Vorstand gemeinsam entgegensehen und stellte sich bei den Erneuerungswahlen für eine weitere Periode zur Verfügung. Noch vor dem Jubiläumsjahr trifft sich zumindest ein Teil der 1630 Mitglieder noch am 21. November zu einem Vortragsabend «Sanierungen von Liegenschaften» – ein gemeinsamer Anlass vom HEV und der Raiffeisenbank Region Grenchen.

Im zweiten Teil der Versammlung stellte Markus Schüpbach, Direktor der Solothurnischen Gebäudeversicherung (SGV), die kantonale Institution vor. Die SGV sei mehr als nur eine Versicherung betonte er. «Sie ist eine von 19 kantonalen Gebäudeversicherungen, die hauptsächlich Schäden zu verhüten bzw. zu bekämpfen sucht und zum grossen Teil das rund 4000 Männer und Frauen zählende Feuerwehrkorps im ganzen Kanton finanziert». Im Kanton Solothurn sind derzeit 100'000 Gebäude mit einem Versicherungsvolumen von 90 Milliarden Franken versichert.

Wie schnell sich ein Schadenaufwand vervielfachen kann, verdeutlichte Markus Schüpbach mit den vorangehenden beiden Jahren. 2017 betrug die Schadensumme 14,6 Millionen Franken. Ein Jahr später sorgten die Sturmschäden Anfang Jahr für eine massive Erhöhung auf 33,4 Millionen Franken. (jwg)