Die dazu angekündigten Vorträge von FDP-Ständerätin Christine Egerszegi, Antonio Russo (Leiter Private Banking der Regiobank) und Fachreferent Hanspeter Burri, alias Mike Müller, vermochten das Grenchner Parktheater bis auf den letzten Platz zu füllen.

Senkung des Minimalzinssatzes

In seiner kurzen Begrüssungsansprache warf Markus Boss, CEO der Regiobank, die vielen Fragen auf, auf welche die Referenten danach die Antworten lieferten. Zunächst erklärte Christine Egerszegi leicht verständlich, wie die AHV und die obligatorischen Pensionskassen funktionieren. «Was macht uns Sorgen? Bei der AHV sind es die steigende Lebenserwartung, was ja etwas Schönes ist, und die gleichzeitig sinkenden Geburtenraten. Es braucht mehr Beitragszahler, oder ein enormes Wirtschaftswachstum, oder Leistungskorrekturen. Sonst wird sich die AHV massiv verschulden.» Egerszegi zeigte auf, dass die Erhöhung des Rentenalters der Frauen um ein Jahr die AHV jährlich um fast eine Milliarde Franken entlasten könnte. «Aber ist die AHV wirklich sicher?» fragte die Ständerätin, und lieferte sofort die Antwort: «Ja, dafür sorgen wir alle.»

Bei den Pensionsgeldern gab es nur ein Ja mit Einschränkungen. «100-prozentige Sicherheit gibt es nicht, aber die meisten Pensionskassen arbeiten gut.» Die Aargauer FDP-Ständerätin verteidigte die Senkung des Minimalzinssatzes für Pensionskassenguthaben von 2 auf 1.5 Prozent für das nächste Jahr. «Es braucht realistische Annahmen bei den Zinssätzen und zur Lebenserwartung, sonst wird die nächste Generation dafür teuer bezahlen.» Auch der Umwandlungssatz, mit dem die Guthaben in Renten umgerechnet werden, ist für Egerszegi angesichts der immer älter werdenden Bevölkerung kein Tabuthema.

Statement gegen Schwarzmalerei

Im zweiten Vortrag ging Antonio Russo auf die Finanzplanung über einen ganzen Lebenszyklus ein, wie sie von der Regiobank angeboten wird. Er beschrieb die drei wichtigsten Entscheidungen des Lebens: «Erstens wählt man seinen Lebenspartner. Dann entscheidet man, ob man ein Haus kaufen will. Die dritte grosse Entscheidung ist, ob man das Pensionskassengeld oder eine monatliche Rente beziehen will.»

Bei der Frage der Sicherheit wagte der Leiter Private Banking der Regiobank einen Blick in die Zukunft. Er vertraut auf die positiven Impulse, die vom starken Wirtschaftswachstum der aufstrebenden Nationen Brasilien und China ausgehen. «Ich erwarte für die Schweiz ein kleines Wachstum, aber keine Rezession», sagte Russo. Die Inflation und die Zinsen werden auf tiefem Niveau stabil bleiben. Seine Quintessenz lässt sich etwa so zusammenfassen: Wenn alle schwarz sehen, dann besteht die beste Chance, dass es eine positive Überraschung geben wird.

Nur Burri weiss wirklich Bescheid

Das Schlussfeuerwerk lieferte Fachreferent Hanspeter Burri, alias Mike Müller. Was bedeutet die Globalisierung für die Regiobank?», fragte Burri. «Eigentlich nichts! Alle Nachbarn sind Ausländer, und je weiter man weggeht, umso schlimmer wird es.» Bei der Wechselkursproblematik ist Burri absolut optimistisch. «Der Badmeister hat früher den Kleinen gesagt, er habe ein Pulver ins Wasser getan. Wenn jemand ins Wasser pinkelt, dann wird es rot. Niemand hat mehr gewagt, ins Wasser zu pinkeln.» Genau gleich funktioniere es mit der Ankündigung der Schweizer Nationalbank, die Untergrenze des Euro bei 1.20 mit allen Mitteln zu verteidigen. «Kein Kind wird es riskieren, dagegen zu spekulieren.»

Und Hanspeter Burri ist auch der Einzige, der absolut sicher weiss, wie man sein Geld nicht verlieren wird: «Gebt die Kohle aus, solange ihr sie habt, und zwar auf möglichst ungesunde Weise, damit ihr gar nicht so alt werdet, dass ihr auf die Vorsorge angewiesen seid.»