Grenchen

Handelte der Mordverdächtige von Peseux im Affekt?

Opfer bei Messerstecherei (Symbolbild)

Opfer bei Messerstecherei (Symbolbild)

Der Mordverdächtige aus Grenchen, der am Mittwoch in Peseux seine Ex-Freundin erstochen hat, hat die Tat gestanden. Während unklar bleibt, ob es sich um ein Beziehungsdelikt handelt, kommt ans Licht, dass der mutmassliche Täter privat Probleme hatte.

Der Mordverdächtige und sein Opfer waren über mehrere Monate ein Paar. Der 19-Jährige, welcher als Goalie in verschiedenen Grenchner Fussballmannschaften gespielt hatte, war offenbar ziemlich vernarrt in die junge Frau. «Er hat vor und nach dem Training immer telefoniert», erzählt sein aktueller Trainer, «wir haben schon von seiner Freundin gewusst.»

Doch von seinem Privatleben erzählte der mutmassliche Messerstecher nichts. «Er war ein ruhiger, schüchterner Typ. Wenn man ihm etwas gesagt hat, war er immer folgsam.» Auch sei der in Neuenburg studierende Grenchner oftmals noch mit seinen Mannschaftskollegen rumgehängt. Oft blieb er länger im Training, anstatt nach Hause zu seiner Mutter zu gehen.

Ein Beziehungsdelikt?

Schon vor etwa zwei Wochen habe sich das Paar dann aber getrennt, sagt jetzt der Präsident des Fussballvereins, bei dem der Student aus Grenchen lange als Goalie gespielt hatte. Wieso es nun vor drei Tagen zur blutigen Tat kam, ist umso rätselhafter. Sein aktueller Trainer weiss noch: «Anfang November kam er mit einer jungen Blondine zum letzten Saisontraining». Allerdings bezweifelt er, dass es sich um das Opfer handelte, «eher um eine Kollegin.» Das 19-jährige Opfer selbst jedenfalls soll sich neu verliebt haben, berichtet zumindest «Blick online».

Wies zur Tat kam, bleibt unklar. Laut Untersuchungsrichter Daniel Hirsch verhält sich der 19-Jährige zwar kooperativ, wieso auch die Tatwaffe gefunden werden konnte. Über den Tathergang könne aber auch der Verdächtigte selbst bisher keine konkreten Angaben machen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Es zeigt sich jetzt aber: Der junge Mann hatte offenbar Probleme, die ihm zu schaffen machten.

Schwierige Lebensphase

«Vielleicht ist er einfach ausgetickt, weil er zu wenig reif war», schätzt ein Fussballfunktionär, bei dem sich die Polizei mitten in der Nacht gemeldet hatte, weil sie nach dem Täter suchte. Gemäss dem Funktionär steckte der junge Mann in einer schwierigen Phase, «hatte finanzielle und familiäre Probleme», und sogar fussballerische Rückschläge zu beklagen. Auch seiner Ausbildung wegen sei er unter Druck gestanden.

Möglicherweise hat er sich überschätzt oder übertan, sagt sein früherer Trainer. Seit dem Sommer sei er nicht mehr regelmässig zum Training erschienen. Jetzt wollte er offenbar eine Pause einschalten. Der Verdächtigte wird als introvertierter, schüchterner Typ beschrieben. Warum er eine solch blutige Tat begangen haben soll, versteht keiner. «Das Ganze ist einfach nur tragisch», so sein ehemaliger Trainer. (FUP)

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