Zum einen die Rechnung mit einem für Bettlach äusserst erfreulichen Ergebnis (siehe Kasten). Zum anderen ging es darum, eine Stellungnahme zum Koordinationsprotokoll zum Projekt Pistenverlängerung zu behandeln. Zu diesem Zweck waren die Fraktionen dazu aufgefordert worden, ihre strittigen Punkte, Ergänzungen und Stellungnahmen per Mail den anderen Fraktionen mitzuteilen, um so einen reibungslosen Diskussionsablauf zu gewährleisten. Ausser der SVP-Fraktion, die schon vorgängig beschlossen hatte, sich nicht dazu zu äussern, hielten sich alle Fraktionen an die Vorgabe.

Mehrere Aspekte wurden kritisch beleuchtet. Die SP-Fraktion befürchtet beispielsweise im südlichen Dorfteil eine erhebliche Mehrbelastung der Einwohner durch Lärm, dies aufgrund des erweiterten Lärmperimeters im Osten. Man erwartet dort eine Verbreiterung der Lärmbelastungskurve infolge der höheren Zahl an Geschäftsreise- und Helikopterflügen. Bettlach habe durch die Pistenverlängerung Ost eine massive Beeinträchtigung des Naherholungsgebietes rund um den Bettlerank zu befürchten und die Haltung der Gemeinde werde im Koordinationsprotokoll zu wenig gewichtig wiedergegeben.

Kritik an schlechtem Verhältnis von Landverbrauch und Nutzen

Die FDP legte ein umfassendes Dokument zu diversen Punkten des Koordinationsprotokolls vor. Unter anderem kritisiert sie, dass trotz des Ausbaus um 450 Meter nur 130 Meter als Verlängerung der Landedistanz zur Verfügung stehen, das stelle ein schlechtes Verhältnis von Landverbrauch und Nutzen dar. Die FDP würde ausserdem einen teilweisen Ausbau der Piste nach Westen und eine Verlegung des Autobahnzubringers bevorzugen.

Dadurch würden einerseits die im Protokoll angesprochenen Risiken im Bereich des Pistenkopfs verringert, andererseits würde man die besonders empfindliche Stelle beim Bettlerank zwischen Pistenende und Giglerbach entlasten. Des Weiteren legt die FDP-Fraktion grossen Wert auf eine sorgfältige Planung beim Natur- und Landschaftsschutz und den ökologischen Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen.

Dadurch gingen wertvolle Landwirtschaftsflächen verloren – für mindestens einen Bettlacher Landwirt bedeute dies einen einschneidenden Eingriff in seinen Betrieb. Die Gemeinde benötige für ihre Weiterentwicklung der Industriegebiete ebenfalls Landwirtschaftsland und ein allfälliger Pistenausbau dürfe nicht auf Kosten des Fruchtfolgeflächenkontingents der Gemeinde gehen. Des Weiteren wehrt sich die FDP gegen eine Umzäunung der Piste, auch in Zukunft. Dies ist zwar bis jetzt nicht vorgesehen, liegt aber laut Protokoll im Bereich des Möglichen, sofern vermehrt Querungen der Piste durch Personen oder Wild festgestellt würden.

Die CVP hielt sich kurz: Sie stellt fest, dass «alle Überlegungen und Erwägungen zu diesem Vorhaben nun ausführlich, ja erschöpfend dargestellt sind», der Verlust an Fruchtfolgeflächen keine negativen Konsequenzen auf die Arbeitszone Bettlach - Grenchen haben dürfe. Man könne von einem gewissen volkswirtschaftlichen Nachweis für eine Pistenanpassung ausgehen, das Bekenntnis der Wirtschaft überzeuge aber nicht und Exponenten aus der Wirtschaft müssten sich nun öffentlich dazu bekennen, um die öffentliche Akzeptanz zu verbessern. Weiter meinte die CVP-Fraktion, dass es jetzt an der Zeit sei, das Geschäft dem Kanton und dem Bund zum Entscheid vorzulegen.

Als Gemeindepräsidentin Barbara Leibundgut die Stellungnahmen in der Reihenfolge des Eingangs besprechen wollte, stellte CVP-Gemeinderat Thomas Steiner den Antrag, alle Stellungnahmen in Globo zu verabschieden. Der Gemeinderat stimmte entgegen aller Erwartungen mit 9 Stimmen bei zwei Enthaltungen zu. Die Gemeindepräsidentin wird nun zusammen mit der Verwaltung eine Stellungnahme der Gemeinde verfassen.