Der FC Grenchen 15 überwintert in der 2. Liga als erster Verfolger von Leader Biberist. Die junge Mannschaft von Trainer Roland Hasler – die Hälfte der Kaderspieler ist 20 oder jünger – hat zumeist guten Fussball geboten und zuletzt auch das Freundschaftsspiel in Biel gewonnen. «Ich bin ziemlich zufrieden mit dem Team und unserer Spielweise», so der Trainer. «Wir arbeiten ja erst vier Monate zusammen. Wichtig war, dass wir die Verlierer-Mentalität ablegen konnten. Dass dabei gar der zweite Rang herausgeschaut hat, ist Belohnung für unser Engagement.» Hasler gilt als ebenso fördernder wie fordernder Coach und Ausbilder, der akribisch plant und keine Ausreden gelten lässt. Nicht, wenn etwa der Platz nur schwer bespielbar ist, nicht, wenn die Verletzungshexe zugeschlagen hat und schon gar nicht bei zweifelhaften Schiedsrichter-Entscheidungen: «Es nützt nichts, zu lamentieren. Als Trainer gilt es, auch in schwierigen Situationen eine Lösung zu suchen und diese mit Überzeugung weiterzugeben.» Die Mannschaft hat dies offenbar kapiert, liegt man doch in der Fairplay-Wertung an der Spitze und dies, obwohl die geforderte physische Präsenz gezeigt wurde.

So konnte man oft gegen Ende eines Spieles noch zulegen. Auch sonst sieht er vieles umgesetzt: «Sicher, wir können in jeder Hinsicht zulegen. Aber unser Spiel hat eine Handschrift: frühes Pressing, schnelles Umschalten, einfaches, gradliniges Passen.»

Zwar hat der FCG 15 auch drei Niederlagen «eingefahren», aber nur einmal wirklich enttäuscht: im Heimspiel gegen Blustavia. «Da bin ich wirklich staubig geworden und die Spieler haben das auch zu spüren bekommen.

Eine fehlende Einstellung kann ich nicht akzeptieren», sagt Hasler. Bei den anderen Niederlagen habe man dominiert, einfach das Toreschiessen «vergessen». Das gebe es im Fussball immer wieder.

Applaus, der guttut

Der 58-jährige gebürtige Grenchner hat von Anfang an betont, es sei wichtig, dass sich die Zuschauer wieder mit der Mannschaft identifizieren können. Da ist man auf gutem Weg. «Wenn man in der Halbzeit in die Kabine geht und Applaus von der Tribüne ertönen hört, ist das sensationell. Das erlebt man nirgendwo sonst und die Spieler haben dies sehr wohl registriert.»

Noch diese Woche wird trainiert, dann geht es in die Winterpause. Wobei jeder Spieler seine Hausaufgaben mitbekommt. Am 23. Januar werde man sehen, wer sie erfüllt hat und wer nicht, schaut Hasler voraus und lobt die guten Trainingsbedingungen, die man vorfinden werde: Zweimal die Woche erhält man Gastrecht auf dem Bieler Kunstrasen, einmal wird man jeweils im Velodrome an der Form feilen.

Dann geht es richtig los. Zuerst wartet der Cup-Fight gegen Biberist (29. März) und nur ein paar Tage später das Verfolgerduell gegen Trimbach. Dann heisst es bereit sein, schliesslich will der FCG 15 nochmals angreifen. «Biberist ist verdient Leader. Wir werden aber alles tun, um noch heranzukommen.»

Elf verschiedene Spieler haben bei den Grenchnern bisher die Tore erzielt. Für die Rückrunde sucht man noch einen «Goalgetter», der bei engen Spielen den Unterschied machen kann. «Wir sind auf gutem Weg zu einer Verpflichtung. Wir möchten einfach vorbereitet sein, falls wir wieder Verletzungen im Sturm zu beklagen haben», so Hasler.